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Deborahs Totenacker

Deborahs Totenacker

Titel: Deborahs Totenacker
Autoren: Jason Dark
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kontrolliert. Es war auch keiner hinter ihr, so daß sich die Beamten mit ihr Zeit lassen konnten, was ihr überhaupt nicht gefiel.
    Jetzt hieß es Nerven bewahren und sich nichts anmerken lassen.
    Noch einmal senkte sich die Kelle mit dem roten Licht. Der Polizist trug über seiner Uniform eine Weste, die Licht reflektierte. Man konnte ihn also gut erkennen.
    Der Frontera rollte aus, während die Scheibe auf der Fahrerseite heruntergelassen wurde. Der Polizist war an die Fahrerseite herangetreten. Er war sehr freundlich und wünschte einen »Guten Morgen.«
    Deborah lächelte. »Ist es denn schon so spät?«
    »In der Tat, Madam.«
    »Nun ja.« Sie blieb weiterhin freundlich. »Wenn man arbeitet, vergißt man eben die Zeit.«
    »Das geht uns ebenso. Darf ich Sie um Ihre Papiere bitten?«
    »Gern – bitte.«
    Der Polizist prüfte sie im Licht seiner Taschenlampe. Er stellte einige Fragen. So wollte er von Deborah den Namen und auch die Anschrift wissen. Die Antworten flössen ihr glatt über die Lippen. Ein zweiter Beamter umrundete mittlerweile das Fahrzeug und schaute es sich genau an. Er leuchtete gegen die Reifen, fand sie in Ordnung und schaute dann ins Wageninnere. Der Lichtschein huschte über die leeren Sitze der hinteren Rückbank, er wanderte weiter und glitt auch über die Ladefläche hinweg. Deborah wurde nervös. Die Spannung in ihrem Innern nahm zu. Sie hatte längst feuchte Hände bekommen. Es war ein anderer Schweiß als bei einem normalen Menschen. Er war dicker und roch auch fremd.
    Widerlich, nach dem verfaulten Fleisch einer alten Leiche. Der Hauch von Moder…
    Deborah drückte sich selbst die Daumen, daß der Mann, der ihre Papiere noch immer hielt, nichts davon bemerkte. Er stand zum Glück weit genug vom Fahrzeug entfernt.
    Er nickte. »Es ist in Ordnung, Madam.« Deborah kriegte ihre Papiere wieder.
    »Danke sehr.«
    Sie ließ sich Zeit. Nur keinen Verdacht erregen. Deshalb steckte sie die Papiere auch bewußt langsam in ihre Handtasche, die sie auf den Beifahrersitz legte. Sie schaffte sogar ein Lächeln und sagte: »Zu beneiden sind Sie auch nicht.«
    »Da haben Sie recht, Madam.«
    In diesem Augenblick trat der zweite Polizist neben seinen Kollegen.
    Auch er schaute durch das Fenster in Deborahs Gesicht. »Was haben Sie denn hinten auf der Ladefläche, Madam?«
    Deborah erschrak zwar, zeigte es allerdings nicht. Sie hatte sich gut in der Gewalt. »Zwei Koffer.«
    »Ja, das habe ich gesehen.«
    »Sie sind harmlos, Officer. Ich habe dort kein Rauschgift versteckt, glauben Sie mir.«
    »Bestimmt, aber da ist noch eine Decke. Und es sieht ganz so aus, als würde sich darunter etwas verstecken.«
    Deborah saß für einen Moment regungslos da. Die Hände hielt sie um das Lenkrad geklammert. Sie hoffte nur, daß den beiden Polizisten ihre Haltung nicht auffiel, aber der zweite Typ war von der mißtrauischen Sorte. »Würden Sie die Decke einmal wegnehmen, Madam?«
    »Gern, aber…« Sie räusperte sich und schaute gleichzeitig in den Spiegel, denn darin hatte sie das Scheinwerferpaar eines weiteren Fahrzeugs gesehen.
    Und ihr fiel dabei etwas auf. Der Wagen fuhr zwar, aber nicht so, wie es die Polizisten wohl gern gehabt hätten. Er war einfach zu langsam geworden, das mußte dem ersten Beamten aufgefallen sein, denn er hatte sich gedreht und nickte seinem Kollegen zu. »Ich glaube, wir sollten uns mal um den Freund da kümmern.«
    Deborah lächelte…
    Der zweite Beamte zögerte. Sehr deutlich war zu sehen, wie sich seine Augen verengten und er dann durch die Nase Luft holte, als würde ihn in seiner Umgebung etwas stören. Er reagierte aber nicht weiter und sagte nur: »Fahren Sie weiter, Madam.«
    »Danke.«
    Nach einem knappen Lächeln fuhr Deborah an. Sie sah nicht, daß ihre Autonummer notiert wurde, sie war nur froh, dieser Kontrolle entkommen zu sein.
    Wäre es hart auf hart gekommen, hätte sie die beiden Männer töten müssen.
    So aber konnte sie fahren und hatte ihre Spur wieder verwischt.
    Der Tote lag nach wie vor unter der Decke, alles andere interessierte sie nicht.
    Erst als sie weit genug von den Polizisten entfernt war, fuhr sie schneller, denn jetzt lockte sie nur mehr der Totenacker…
    ***
    Die beiden Kontrolleure hatten Pech gehabt. Der Autofahrer, der von ihnen angehalten worden war, hatte nichts getrunken. Da er noch nicht lange den Führerschein hatte, war er beim Fahren noch etwas unsicher.
    Außerdem hatte ihn die Kontrolle irritiert. Das hatte er den beiden Männern

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