Bücher online kostenlos Kostenlos Online Lesen
Das Zombie-Trio

Das Zombie-Trio

Titel: Das Zombie-Trio
Autoren: Jason Dark
Ads
In einer Zeit, in der alles möglich war, hatte er eine Marktlücke gefunden, und er arbeitete bereits an einer Ausstellung, die bald in London eröffnet werden sollte.
    Bei seinen Nachforschungen war er auf ein bestimmtes Phänomen gestoßen und hatte sofort seinem Bekannten Bill Conolly Bescheid gegeben. Der Reporter interessierte sich ebenfalls für Themen, die aus dem Rahmen fielen. Außerdem kannten sich die beiden von einem besonderen Halloween-Fall her, bei dem auch John Sinclair mitgemischt hatte.
    »Soll ich John anrufen?«
    Der Fotograf schüttelte den Kopf. »Zunächst mal schauen wir uns hier um. Anschließend sehen wir weiter.«
    »Wie du willst.«
    Mehr sagte Bill Conolly nicht. Er schaute stattdessen durch die Frontscheibe des Porsches in die leicht dunstige Winterluft. Im Süden wuchtete das Meer seine Wassermassen gegen die Strände, die im Sommer einen wahren Run an Badegästen erlebten, aber jetzt – im Winter – eine fast geisterhafte Leere vorwiesen. Es waren nur wenige Spaziergänger unterwegs. Ins Wasser ging niemand mehr. Wer wanderte, der wollte nur die klare Winterluft genießen.
    An diesem Küstenstreifen lagen die bekannten Orte wie Brighton, Eastbourne oder Hastings. Im Sommer Tummelplatz, im Winter verlassen und sich unter der Kälte duckend. Zwischen den großen und bekannten Orten verteilten sich noch viele kleinere. Diese waren nicht größer als Dörfer – mit wenigen Einwohnern, aber mit vielen Unterkünften für Touristen, die in den Sommermonaten die Strände überschwemmten.
    Bill und der Fotograf waren durch einen kleinen Ort mit dem Namen Eastdeane gefahren. Dabei handelte es sich fast um eine Geisterstadt, weil die meisten Läden geschlossen hatten. Viele Besitzer waren in Urlaub gefahren, und diese Zeiten hielten oft über Wochen an, denn von den Einheimischen kaufte niemand Souvenirs. Es hatten nur noch die Läden offen, die wichtig für das Wohl der Menschen waren.
    »Alles klar?«, fragte Bill.
    »Meinetwegen.«
    »Dann los.«
    Die Türen des Porsches schwangen auf. Der Wagen stand auf einem kleinen Parkplatz außerhalb des Ortes. Wo man im Sommer um einen Platz kämpfen und noch einen Obolus errichten musste, herrschte im Winter gähnende Leere.
    Noch ein zweites Auto war auf dem Platz abgestellt worden. Ein alter Transporter, der langsam vor sich hin gammelte und wahrscheinlich verrosten würde.
    Die Temperaturen lagen knapp über dem Gefrierpunkt, aber es war noch nicht so warm geworden, als dass alles Eis weggetaut wäre. Auf manchen Pfützen lag noch die graue Schicht, doch die große und auch trockene Kälte hatte sich im Norden ausgebreitet. So garantierte sie der Millionenstadt London ein sonniges, aber auch klares Winterwetter. Nicht hier an der Küste, wo sich der Dunst wie feiner Nebel gehalten hatte und eine klare Sicht nicht zuließ.
    Das Meer sahen die beiden Männer von ihrem Parkplatz aus nicht. Es versteckte sich hinter den Dünen, deren Gras im Winter noch harter geworden war.
    Bill runzelte die Stirn, als er einen Blick nach Norden und ins Landesinnere warf. Er hätte hier für kein Geld in der Welt Urlaub gemacht, obwohl die Hotelhochbauten Eastdeane verschont hatten. Aber dieser Ort war früher eine Hochburg der Fischverarbeitung gewesen. In mehreren Fabriken hatten die Menschen Lohn und Brot bekommen.
    Das war längst vorbei. Die Fabriken hatten dicht gemacht. Sie waren an anderen Orten wieder aufgebaut worden, die bessere Bedingungen boten. Man hatte auch rationalisiert und für eine gute Logistik gesorgt, und so waren die alten Bauten vergessen worden. Da sie nicht abgerissen wurden, gammelten sie vor sich hin.
    Übersehen werden konnten sie nicht; flache, barackenartige Bauten, deren Mauern noch immer den Gestank von altem Fisch abzugeben schienen.
    Ari Ariston, der Fotograf mit dem Pferdegesicht und den dunklen Haaren, die er im Nacken zu einem Zopf zusammengefasst hatte, ließ Bill stehen und ging vor bis zur Straße. Er trug einen schwarzen Mantel, den er nicht geschlossen hatte. Um den Hals hatte er sich einen hellen Schal gewickelt, dessen Farbe einem blassen Gelb glich.
    An der Straße blieb er stehen. Sein Kopf bewegte sich mal nach rechts, auch nach links, und der Mann machte den Eindruck, als wollte er irgendwelche Autos zählen, die ab und zu mal vorbeikamen. Nur selten rollten um diese Zeit Touristen an der Küste entlang. Wer hier fuhr, der gehörte in der Regel zu den Einheimischen.
    Bill runzelte die Stirn. Er stellte sich die

Weitere Kostenlose Bücher

Verwunschen
Verwunschen von Ulrike Schweikert
Tiere essen
Tiere essen von Jonathan Safran Foer