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Das Spiel der Dämonen! (German Edition)

Das Spiel der Dämonen! (German Edition)

Titel: Das Spiel der Dämonen! (German Edition)
Autoren: Andreas Parsberg
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PROLOG
     
Abtei St. Laurentius,
Germering bei München
Juli 1961
     
     
    Im Nordwesten der kleinen Stadt Germering befinden sich der künstlich angelegte Germeringer See, sowie der kleine bewaldete Parsberg.
    In diesem dichten Waldgebiet liegt die kleine Abtei St. Laurentius verborgen.
    Die Leute erzählen sich bereits seit Jahrhunderten, dass es verborgene Gänge und Gewölbe in dem alten Gemäuer gäbe, in denen unheimliche Dinge geschehen.
    Aus diesem Grund hatte sich die in Germering ansässige Baufirma Reimund Haas geweigert, die neue Kellertreppe anzulegen, um die einsturzgefährdeten Kellergewölbe abzustützen.
    Der Bürgermeister von Germering, Josef Kistler, war erst seit einem Jahr im Amt. Er hatte den Bürgern versprochen, die Abtei renovieren zu lassen, und lud den Chef der Baufirma zu einem persönlichen Gespräch in das Rathaus. Reimund Haas, ein freundlicher, rundlicher Mann mit Halbglatze, erklärte seine Ablehnung:
    „Herr Bürgermeister Kistler, Sie müssen das verstehen. Die Bevölkerung ist nach wie vor der Meinung, dass es in der alten Abtei spukt. Es sollen dort Dämonen und Geister ihr Unwesen treiben!“
    Der Chef der Baufirma fand das selbst komisch und lachte. Er glaubte nicht an die Mythen und Sagen um die Abtei.
    „Leider kann ich daher den Auftrag nicht übernehmen. Meine Arbeiter würden sich weigern, dort zu arbeiten“, sprach der Bauunternehmer weiter.
    „Schade, Herr Haas“, antwortete Bürgermeister Kistler kopfschüttelnd. „Dann werden wir eine andere Baufirma suchen müssen. Die Gelder sind bewilligt und freigegeben. Die Renovierungsarbeiten können unverzüglich beginnen.“
    „Es tut mir wirklich leid“, bedauerte Reimund Haas.
    „Wir werden den Auftrag der nächstbietenden Firma aus der Ausschreibung erteilen. Es ist eine Firma aus Tirol. Hoffentlich haben die Arbeiter aus Österreich keine solchen Ängste vor Geistern.“
    Der Bürgermeister verabschiedete den Bauunternehmer freundlich. Er war dem Mann nicht gram. Weshalb auch? Es war ihm bewusst, dass Gerüchte und Sagen, die sich jahrhundertelang gehalten hatten, nicht so schnell verstummen konnten.
    Im Grunde genommen hatten die Bewohner von Germering ja Recht. Es hatte in der Abtei gespukt, jeder wusste das. Die Mächte der Finsternis lauerten hinter den Mauern.
    Ein bösartiges Gerippe mit Knochenhänden!
    So erzählte es eine Generation der nächsten. Das Wesen aus der Schattenwelt soll grausam und gierig sein, mit einer teuflischen Freude am Quälen.
    Der Bürgermeister erteilte der Baufirma aus Tirol den Auftrag, die diesen bedenkenlos übernahm.
     
    Josef aus Mayrhofen war ein Riese von Gestalt, unglaublich stark und stämmig. Er setzte den Pressluftbohrer an und schaltete ihn ein.
    Auf der Wand im Kellergewölbe war mit Kreide markiert, wo das türgroße Loch entstehen sollte.
    Zunächst einmal gab es eine Staubwolke, als sich der scharfe Bohrkopf in die jahrhunderte alte Mauer wühlte. Josef trug einen Mundschutz und eine Schutzbrille. Seine Arbeitskameraden hatten sich ins Freie zurückgezogen und rauchten vor dem Tor der Abtei eine Zigarette.
    Josef war immer die Vorhut. Wo er den Pressluftbohrer ansetzte, machte man sich am besten unsichtbar. Er glaubte zunächst, die dicke Mauer würde überhaupt nicht zu schaffen sein. Doch plötzlich gab sie unvermittelt nach und es öffnete sich ein dunkles Loch.
    Josef stürzte nach vorne in einen dunklen Raum.
    Hinter ihm krachten Steine in das entstandene Mauerloch, die halbe Decke des Gewölbes folgte nach. Es rumpelte und dröhnte. Das gewaltige Fundament der Abtei schien in seinen Grundfesten zu erzittern.
    „Josef...“, schrie einer der Männer von außen. Entsetzt waren sie in den Kellergang geeilt und fanden das verschüttete Loch.
    „Verdammt ...“, fluchte der Vorarbeiter. „Josef ist darin begraben worden Wir brauchen Hilfstrupps. Wir müssen mit Balken die Mauern abstützen, sonst segelt uns die alte Decke auf die Köpfe.“
    „Josef...“, schrie der Vorarbeiter. „Lebst du noch?“
    Es kam keine Antwort.
     
    Es herrschte völlige Finsternis in dem Raum, nur der dröhnende Pressluftbohrer versprühte Funken. Josef tastete sich in der Dunkelheit zu ihm heran und schaltete das Gerät aus.
    Dann stützte er sich an einer kalten Wand ab und richtete sich auf.
    Plötzlich ertönte in der Finsternis ein teuflisches Gelächter.
    Josef fuhr entsetzt herum.
    In der schwarzen Dunkelheit leuchteten zwei gelblich stechende Punkte. Sie wirkten wie

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