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Das infernalische Zombie-Spinnen-Massaker (German Edition)

Das infernalische Zombie-Spinnen-Massaker (German Edition)

Titel: Das infernalische Zombie-Spinnen-Massaker (German Edition)
Autoren: David Wong
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nur noch bergab.
    In dieser Stadt spazieren drei Freunde in eine dunkle Gasse, und nur zwei kommen am anderen Ende wieder raus. Diese beiden werden sich nicht mehr an den Dritten erinnern. Letztes Jahr kam ein fünfjähriger Junge ins Krankenhaus. Ihm sollte ein Gehirntumor entfernt werden. Und wenn die Gerüchte stimmen, entnahm der Chirurg seinem Schädel keinen „Tumor“, sondern einen Ball mit peitschenden Tentakeln. Dieser stürzte sich zuerst auf den Chirurgen und vergrub sich in dessen Augenhöhle. Zwei Minuten später lag der Arzt zusammen mit zwei Schwestern tot im OP, ihre Schädel waren von innen blitzblank ausgeräumt. Und es ist nur deshalb ein „Gerücht“, weil im selben Augenblick zwei Männer in Anzügen erschienen, ihre offiziell aussehenden Ausweise zückten und die Leichen mitnahmen. In der Zeitung hieß es am nächsten Tag, alle seien an einer Sauerstoffflaschenexplosion gestorben.
    Aber John und ich kennen die Wahrheit. Wir waren nämlich dort. Das sind wir meistens. Touristen kommen hierher, weil sie gehört haben, dass diese Stadt „heimgesucht“ wird. Aber das umschreibt unsere Situation nur unzureichend. Wir sind verseucht. So sieht es aus. John und ich haben uns der Sache angenommen, wissen Bescheid und verfolgen sie mit demselben Ernst, mit dem ein besonders gut aussehender Häftling versucht, seiner Vergewaltigung zu entgehen. Mein Gott, was für ein grauenhafter Vergleich.Tut mir leid. Was ich meine ist – es ist eine Art Selbstschutz. Wir haben es uns nicht so ausgesucht, wir haben nur gewisse Talente, die uns, bildhaft gesprochen, auf dieselbe Stufe mit diesem neuen Typen im Zellenblock stellen, der mit seinem schlanken, unbehaarten Körper von hinten wie eine Frau aussieht. Und obwohl er ein unglaublich realistisches Titten-Tattoo auf dem Rücken trägt, hat er vielleicht nicht das Verlangen, jemals einen Penis zu berühren, aber das wird früher oder später passieren, selbst wenn er nur damit beschäftigt ist, sie panisch von sich wegzuschlagen. Heilige Scheiße, jetzt rede ich immer noch davon! *
    Das war jedenfalls der Grund, warum John in den Truck geschaut hat, und das war auch der Grund, warum er die Kiste mitgenommen hat, ohne zu wissen, ob der Inhalt wertvoll, giftig, radioaktiv oder alles zusammen war. Irgendwann haben wir die Kiste aufgekriegt, und angesichts des Inhalts hatten diese Typen nicht annähernd für genügend Sicherheitsmaßnahmen gesorgt. Aber diese Geschichte muss noch ein wenig warten. Oh, und wenn ihr nun denkt, was für ein Zufall, dass der Truck ausgerechnet in dem Augenblick verunglückt, als John und ich beim Geburtstagspissen sind – keine Sorge, das war kein Zufall. Alles wird irgendwann einen Sinn ergeben. Oder vielleicht auch nicht.
    Und jetzt spulen wir mal zum 3. November vor, genau …

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    * John – bitte diesen Absatz löschen, bevor es an den verlag geht.



VOR DEM AUSBRUCH „Ich bin nicht verrückt“, sagte ich mit irrem Tonfall zu meinem Gerichtspsychiater.
    Ihn schien unsere Sitzung zu langweilen. Das führte leider dazu, dass ich was Verrücktes tun und ihn damit beeindrucken wollte. War das seine Strategie? Wollte er mich zu so etwas anstacheln? Ich dachte: Vielleicht sollte ich ihm sagen, dass ich der einzige Mensch auf dem Planeten bin, der sein komplettes Skelett gesehen hat.
    Oder ich könnte wahlweise was erfinden. Der Therapeut, dessen Namen ich in seiner Anwesenheit ständig vergaß, sagte: „Sie glauben, es geht hier darum, mich davon zu überzeugen, dass Sie nicht verrückt sind?“
    „Nun … ich bin ja nicht unbedingt freiwillig hier.“
    „Sind Sie der Meinung, dass Sie die Sitzungen nicht brauchen?“
    „Ich verstehe, warum der Richter sie verfügt hat. Immerhin besser als eine Gefängnisstrafe.“
    Er nickte. Ich interpretierte es als Aufmunterung weiterzusprechen. Mann, Psychologie ist doch echt ein Kinderspiel. Also sagte ich: „Vor ein paar Monaten habe ich mit Pfeil und Bogen auf einen Pizzaboten geschossen. Ich war betrunken.“
    Pause. Keine Reaktion vom Doc. Er war um die 50, doppelt so alt wie ich, sah aber aus, als könne er mich beim Basketball immer noch austricksen. Er hatte graue Haare, frisierte sie wie George Clooney in den 1990er Jahren und war einer von jenen Typen, deren Leben genau so verläuft, wie sie es sich vorgenommen haben. So einer hatte noch nie mit Pfeil und Bogen auf Pizzafahrer gezielt. So viel war sicher.
    „Okay, ich war nicht betrunken. Ich hatte nur ein Bier. Aber mir war

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