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Das Geheimnis der Highlands

Das Geheimnis der Highlands

Titel: Das Geheimnis der Highlands
Autoren: Karen Marie Moning
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gerade, als sie spürte, wie das süße Beben begann – hörte er vollständig auf, sich zu bewegen.
    »Hawk!«
    »Wirst du mich noch einmal so reizen, meine Geliebte?« fragte er.
    »Allerdings«, erwiderte Adrienne frech.
    »Du wirst?«
    »Natürlich. Denn ich weiß, daß mein Gemahl mich niemals unbefriedigt zurücklassen würde. Genauso, wie ich ihn niemals reizen würde, ohne sein Verlangen zu stillen. Also befriedige mich, mein geliebter Highlandfürst. Bring mich nach Walhalla, Gemahl.«
    Er lachte leise, dann drang er vorsichtig und zärtlich in sie ein, bis sie in gleichem Rhythmus kamen. Die Intensität ihrer Vereinigung, so perfekt in Körper und Seele, ließ Adrienne laut aufschreien.
    Später schloß der Hawk die Tür zur Kinderstube und trug seine schlafende, zufriedene Ehefrau in das Pfauenzimmer, wo er sie die Nacht über in seinen Armen hielt, staunend über die Vollkommenheit seines Lebens, wenn sie es mit ihm teilte.
    * * *
    Lydia lächelte, als sich die Tür zur Kinderstube geräuschvoll über ihr schloß. Alles war gut auf Dalkeith-Upon-the-Sea. Sie hielt einen träumerischen Moment inne und stellte sich die kleinen Kinder vor, die bald die Kinderstube beglücken würden.
    Das Leben war niemals süßer gewesen.
    Aber es könnte noch süßer sein, Lydia.
    Lydias Augen ruhten nachdenklich auf Tavis Mac Tarvitts Rücken, während er mit ernster Miene vor dem Feuer stand. Eine Woge von Schuld brach über ihr zusammen, als sie daran dachte, wie er in jener Nacht zu ihr zurückgekommen war, nachdem er mit dem Hawk gesprochen hatte, und sie ihm die kalte Schulter gezeigt und sich wieder einmal in die gewohnte Sicherheit der Förmlichkeit zurückgezogen hatte.
    Eine leichte Anspannung in seinem Lächeln war der einzige Tadel gewesen, zu dem er sich hatte hinreißen lassen.
    Meine Geliebte , hatte er sie genannt, doch sie hatte sich in Gedanken an ihren einsamen Sohn geweigert, seine Liebe anzunehmen. Wieviel Zeit willst du noch verschwenden, Mädchen?
    Sehr leise löste Lydia ihre Flechten und befreite ihr wallendes, kastanienbraunes Haar. Ihre Augen schweiften nicht eine Sekunde von Tavis’ Rücken ab. Mit einem Lächeln der Vorfreudewarf sie ihren Kopf vornüber nach unten, kämmte sich mit den Fingern das Haar zu zerzausten Locken, warf es dann über den Kopf zurück und ließ es in einem weiten Wirrwarr über ihren Rücken fallen.
    So viele Jahre!
    Sie zupfte nervös an ihrem Kleid herum und blickte einen weiteren Moment forschend auf seinen Rücken, dann zuckte siemit den Schultern und öffnete ein paar Perlmuttknöpfe an ihrem Kragen. Sie nahm einen tiefen, bebenden Atemzug, alsdie Schmetterlinge in ihrem Bauch begannen, mit ihren seidigen Flügeln zu flattern.
    »Tavis?« rief sie leise. Nachdem sie sich einmal entschieden hatte, war sie wild entschlossen, auch nicht einen einzigen weiteren kostbaren Moment zu vergeuden.
    Tavis’ Rücken straffte sich, und er sah kurz über die Schulter zu ihr hinüber.
    Sie lachte fast laut auf, als er die Augen aufriß und herumwirbelte, um sie anzusehen. Sein Blick fuhr über ihre wilde Mähne, ihren gelösten Kragen und ihre geöffneten Lippen.
    »Lydia?«
    Sie hörte hundert Fragen in diesem einen Wort und war entzückt von der Gewißheit, daß sie ihm endlich die richtigen Antworten geben konnte. »Ich habe über etwas nachgegrübelt, weißt du, alter Mann«, sagte sie, während sie sanft auf den freien Platz neben sich auf der Bank klopfte. »Diese deine Hände …« Ihre Stimme verstummte, und ihre Augen blitzten schelmisch. Kokett befeuchtete sie ihre Unterlippe in einer Aufforderung, die älter ist als die Zeit.
    »Ja?« Seine Stimme hatte einen heiseren Beiklang.
    »Da sie ja so talentiert und stark sind …«
    »Ja?« Seine Augenbrauen hoben sich. Sein Atem verhakte sich in seiner Kehle, als Lydia diesen Händen einen Vorschlag unterbreitete, der Tavis Mac Tarvitt bis in die tiefsten Tiefen seiner Seele schockierte und beglückte.
    * * *
    Als Grimm in jener Nacht schließlich das Dach verließ und in den Hauptsaal trat, unterdrückte er einen Fluch und kroch auf allen vieren rückwärts durch die Tür wieder hinaus. In der Halle, ausgerechnet! Lydia! Und Tavis!
    »Ach! Die Liebe!« murmelte er zu den Sternen, die über ihm in gelassener Herrlichkeit strahlten.
    * * *
    Drei Monate später schallte der gesunde Schrei eines neugeborenen Jungen durch die Flure von Dalkeith-Upon-the-Sea. Hawk Douglas saß mit stolzgeschwellter Brust an Adriennes

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