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Das Geheimnis der Highlands

Das Geheimnis der Highlands

Titel: Das Geheimnis der Highlands
Autoren: Karen Marie Moning
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in den schweigenden Morgen hinein. »Du benutztest eine Frau als Strohmann. Jeder hätte ein so erbärmliches Spiel spielen können. Ich fordere dich zu einem wahren Zweikampf, kraftloser Wurm.«
    Die Brise wallte auf, jetzt noch tückischer, doch noch zeigte sich niemand. Die Luft verwirbelte in einem Aufwallen zerstiebender Wolken mit schwarzen, verwundbaren Stellen. Hawk lachte laut auf und spürte Heiterkeit und Kraft seine Adern durchfluten.
    »Ein Sterblicher kennt nun die Wahrheit über dich, Adam – daß du mein Weib nicht gewinnen konntest, daß sie dich wegen mir verschmäht hat.« Natürlich verschwieg er die Tatsache, daß Adam ihn zeitweilig überzeugt hatte, daß Adrienne freiwillig gegangen war. Aber der Hawk war wieder Herr seiner Sinne und hatte seinen Glauben und sein Vertrauen in seine Frau wiedergefunden. »Ich weiß, daß sie dich abgewiesen hat, Schmied. Ich weiß, daß du sie gezwungen hast, mich gegen ihren Willen zu verlassen. Sie hat mich dir vorgezogen, und das ganze Land weiß es jetzt.«
    »Hör auf, Sterblicher«, flüsterte Adams Stimme im Wind.
    Der Hawk lachte.
    »Du findest das amüsant? Du glaubst, meinen Zorn wekken und es überleben zu können, darüber zu lachen? Bist du wirklich so verrückt? Du bist kein Gegner für mich.«
    Der Hawk lächelte immer noch, als er leise sprach: »Ich war mehr als ein Gegner, als es um Adrienne ging.«
    »Blicke deinem Henker in die Augen, mein Täubchen.« Drohend trat Adam aus dem dichten Hochlandnebel.
    Die beiden Männer sahen sich voller Wildheit an.
    Adam trat näher.
    Ebenso der Hawk. »Fairer Kampf, wechselhafter Elf, es sei denn, du hast zuviel Angst.«
    »Dafür hast du mich gerufen? Für einen Faustkampf?«
    »Nimm eine sterbliche Gestalt an, Adam. Kämpfe mit mir bis zum Tod.«
    »Wir sterben nicht«, spöttelte Adam.
    »Dann kämpfe mit mir bis zur Entscheidung. Bekämpfe mich mit fairen Mitteln.«
    Sie umkreisten sich vorsichtig. Muskelbepackte Körper voller unverhohlener Feindseligkeit. Die Feindseligkeit, die sich seit dem Augenblick abgezeichnet hatte, als sich diesebeiden Männer zum ersten Mal gegenübergestanden hatten, eskalierte zu einer unaufhaltsamen Naturgewalt. Es war eine Erlösung für den Hawk, es rauszulassen, es geschehen zu lassen. Und, oh, endlich an diesen Bastard von Schmied Hand anlegen zu können.
    »Ich habe immer fair gekämpft.«
    »Du lügst, Narr. Du hast betrogen, wann immer es sich anbot.«
    »Ich habe nie betrogen!«
    »Nun, dann betrüge auch jetzt nicht«, warnte Hawk, als sie sich voneinander abwandten. »Mit bloßen Händen. Mann gegen Mann bist du von der Größe her ein Gegner für mich. Bist du es auch in Stärke, Beweglichkeit und Geschick? Ich denke nicht.«
    Adam zuckte lässig mit den Schultern. »Du wirst den Tag verfluchen, an dem du geboren wurdest, mein Täubchen. Ich habe dich bereits geschlagen und deine Frau genommen, heute aber werde ich dein Schicksal besiegeln. An diesem heutigen Tag werde ich Dalkeith zerstören, bis nichts als Granittrümmer über die Klippen stürzen, um auf die hungrige See zu treffen. Deine Knochen werden dazugehören, Hawk.«
    Hawk warf seinen dunklen Kopf in den Nacken und lachte.
    * * *
    Verborgen im dichten Nebel, beobachtete der Hofstaat des Tuatha de Danaan den Kampf.
    »Der Hawk gewinnt.«
    Silbernes Seufzen. »Was für ein Mann.«
    »Sieh, wie er sich bewegt. Schnell wie ein Panther, tödlich wie ein Python.«
    »Denkt nicht an ihn. Er ist jetzt sicher vor uns allen. So habe ich es befohlen«, fauchte die Königin in einen kalten Windhauch.
    Ein langes Schweigen.
    »Wird der Narr fair kämpfen?« zweifelte Aine, die gerechtigkeitsliebende, mausähnliche Elfe.
    Die Königin seufzte. »Hat er es je getan?«
    * * *
    Adrienne krallte sich in Marias Hand und stöhnte laut auf, als sie den leichten Tritt in ihrem Leib verspürte. Irgendwie hatte sie das Gefühl, als ob der Hawk in der Nähe sei und ihre Stärke und Liebe bräuchte. Als ob etwas Magisches schwebte, beinahe greifbar genug, um es mit ihren schlanken Fingern zu berühren. Sie preßte ihre Augen fest zusammen und befahl ihr Herz durch die Abgründe der Zeit.
    Adam knurrte. »Genug von dieser sterblichen Idiotie. Es ist an der Zeit, dies ein für allemal zu beenden.« Er blutete, seine Lippe war aufgerissen, und seine Nase zertrümmert. Adam gebrauchte seine unsterbliche Kraft, um den Hawk vor seinen Füßen zu Boden zu zwingen. Ein Schwert erschien in Adams Hand, und er hielt die Klinge an

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