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Das Erbe der Jedi-Ritter 03 - Das Verderben

Das Erbe der Jedi-Ritter 03 - Das Verderben

Titel: Das Erbe der Jedi-Ritter 03 - Das Verderben
Autoren: Michael Stackpole
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    Shedao Shai stand in seiner Kammer in den Tiefen des lebenden Schiffs Erbe der Qual. Der Yuuzhan-Vong-Krieger hatte sich zu seiner vollen Größe aufgerichtet und die Arme weit ausgebreitet. Er war groß, schlank, besaß lange Gliedmaßen und hatte Stacheln und Haken an den Handgelenken, Ellbogen, Knien und Fersen. Eine dünne fleischige Nabelschnur verband sein Schiff mit dem organischen Transmitterhelm, den er trug. Das winzige Kabel schlängelte sich nach oben und durch die aus Yorik-Korallen bestehende Kabinenwand nach draußen, wo es mit dem Nervengewebe des Schiffs verwachsen war.
    Shedao Shai sah und wusste, was das Schiff im Orbit über Dubrillion sah und wusste. Ihn umgab nur die Leere des Weltraums. Dubrillion war eine blaue und grüne Kugel, die sich langsam unter seinen Füßen drehte, während sich das Asteroidenfeld des Systems in einem weiten Bogen über ihm spannte. Die ferne braune Welt Destrillion schließlich schlich sich in der fast leeren Dunkelheit davon wie ein schüchterner Verehrer.
    So muss es sich anfühlen, ein Gott zu sein. Shedao Shai hielt einen Moment, kaum einen Herzschlag lang, inne und ließ sich von der Furcht durchströmen, eine Blasphemie begangen zu haben. Dann unterdrückte er diese Furcht, da er wusste, dass Yun-Yammka, der als der Schlächter bekannte Gott, ihm seine Anmaßung nachsehen würde, weil er den Ungläubigen bereits so viele Welten abgenommen hatte. Die Priester hatten den Yuuzhan Vong gesagt, dass dies ihre neue Heimat sein würde, das, was die Ungläubigen die Neue Republik nannten, und Shedao Shai fiel die furchtbare Aufgabe zu, den Angriff zu führen, der die Prophezeiung der Priester Realität werden lassen sollte.
    Shedao Shai benutzte die Sinne des Schiffs wie seine eigenen, ließ die Fesseln und Sorgen seines Körpers fahren; sein Geist umfasste alles, was er sah. Die Yuuzhan Vong in ihren großen Weltschiffen waren auf der Suche nach dieser neuen Heimat weit gereist. Ihre Kundschafter hatten diese Galaxis bereits vor mehr als fünfzig Jahren ausfindig gemacht, und der Bericht der Überlebenden hatte die Weissagung des Ersten Overlords Wirklichkeit werden lassen. Schließlich hatte sich ihnen eine neue Heimat dargeboten, in der bald darauf ihre Agenten tätig wurden. Ihre Informationen flossen umgehend zurück zu den Weltschiffen, worauf eine ganze Generation dafür ausgebildet wurde, die Galaxis von den Ungläubigen zu säubern.
    Shedao Shai lächelte, während er auf Dubrillion hinuntersah. Eine der unumstößlichen Wahrheiten des Krieges lautete, dass selbst der umsichtigste Plan am Widerstand des Feindes scheitern konnte. Und genau das war hier geschehen. Nom Anor, ein Agent provocateur der Yuuzhan Vong, hatte sich zusammen mit seinen Brüdern aus der Intendantenkaste verschworen, um die Aufgaben der Krieger an sich zu reißen. Doch sein vor der Zeit gestarteter Angriff war von der Neuen Republik zurückgeschlagen worden, wobei die Ungläubigen jedoch beträchtliche Verluste erlitten hatten. Shedao Shais erste Übergriffe hatten daraufhin auf jene Welten verlegt werden müssen, von denen die Yuuzhan Vong zuvor vertrieben worden waren, damit ihre Eroberung vollendet und die Schande der Niederlage getilgt werden konnte.
    Der Yuuzhan-Vong-Kommandant schloss die rechte Hand. Sein Lächeln wurde breiter. Meine Freude wäre grenzenlos, wenn ich meine Faust um deinen Hals schließen könnte, Nom Anor. Obwohl sich der Krieger nicht dazu herabließ, sich vorzustellen, wie die Priester anderer Intendanten Nom Anors Handlungsweise auslegen würden, war sich Shedao Shai ganz sicher, dass die Götter ihn bestrafen würden. Deine Treulosigkeit wird dir bei deiner nächsten Umwandlung heimgezahlt werden, Nom Anor.
    Shedao Shai griff mit seinem Geist auf die im Innern der Erbe der Qual gespeicherten Erinnerungen zurück. Dann wählte er die Erinnerung eines Sklaven aus, der im Zuge der fortschreitenden Befriedung von Dubrillion als Soldat eingesetzt worden war. Die Chazrach, kleine, untersetzte humanoide Reptilien, hatten den Yuuzhan Vong bei ihren Kriegen stets gute Dienste geleistet. Manche hatten sich sogar so weit hervorgetan, dass sie später in die untersten Ränge der Kriegerkaste aufgenommen wurden. Als Shedao Shai sich die Erinnerung aneignete und überstülpte wie eine Ooglith-Maske, fühlte sie sich, da dieses Wesen viel kleiner war als er, irgendwie seltsam an. Er brauchte einen Moment, um sich an das Unbehagen zu gewöhnen, das sich einstellte,

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