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Das einzige Kind

Das einzige Kind

Titel: Das einzige Kind
Autoren: Anne Holt
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Anne Holt
    Das einzige Kind
    scanned 02/2007
    corrected 03/2007
    »Ich bin der Neue!« Mit energischen Schritten stapfte er mitten ins Zimmer.
    Dort blieb er stehen, und der an seinen riesigen Turnschuhen klebende Schnee bildete um seine Füße herum kleine Lachen. Breitbeinig stand er da, dann breitete er die Arme aus und sagte noch einmal: »Ich bin der Neue!«
    Der Name des Neuen war Olav. Und nun ist Hauptkommissarin Hanne Wilhelmsen auf der Suche nach dem sensiblen und so überaus eigensinnigen Zwölfjährigen, der seine strenge Heimleiterin ermordet haben soll …
    ISBN: 3-492-04011-X
    Original: Demonens død (1995)
    Aus dem Norwegischen von Gabriele Haefs
    Verlag: Piper
    Erscheinungsjahr: 1998

    Dieses E-Book ist nicht zum Verkauf bestimmt!!!

    Buch

    Die »Frühlingssonne« ist eine einstmals prachtvolle Villa am Rande von Oslo. Und auch wenn vom früheren Glanz nicht mehr sehr viel übrig geblieben ist, bietet sie doch ein beinahe idyllisches Zuhause für die sieben Bewohner des Kinderheims, das heute dort untergebracht ist. Nur der zwölfjährige Olav kann sich an die Regeln in der »Frühlingssonne« nicht gewöhnen.
    Daheim bei seiner Mutter verbot ihm so leicht niemand etwas.
    Nun darf er nicht einmal mehr seine geliebten Zuckerbrote essen. Denn in der »Frühlingssonne« hat Agnes Vestvik die Leitung, und sie kennt auch Olav gegenüber keine Nachsicht.
    Jetzt aber ist Agnes tot und Olav verschwunden … Mit großem psychologischen Einfühlungsvermögen erzählt Anne Holt die Geschichte eines zutiefst verunsicherten Kindes. Zugleich aber gelingt ihr ein ebenso fesselnder wie außergewöhnlicher Kriminalroman um ihre charismatische Heldin, die
    Hauptkommissarin Hanne Wilhelmsen.

    Autor

    Anne Holt, geboren 1958 in Norwegen, arbeitete nach ihrem Jurastudium als Journalistin, Polizistin und Anwältin, bevor sie 1996 für kurze Zeit zur Justizministerin ernannt wurde. Für ihre psychologischen Kriminalromane wurde sie mit zahlreichen renommierten Literatur preisen ausgezeichnet. Nach »Selig sind die Dürstenden« und »Blinde Göttin« ist »Das einzige Kind« ihr dritter auf deutsch erschienener Roman.
    Für Erik Langbråten, der mir so viel über
    Die Wichtigen Dinge beigebracht hat.
    1
    »Ich bin der Neue!«
    Mit energischen Schritten stapfte er mitten ins Zimmer Dort blieb er stehen, und der an seinen riesigen Turnschuhen klebende Schnee bildete um seine Füße herum kleine Lachen.
    Breitbeinig, wie um seine X-Beinigkeit zu verbergen, stand er da, dann breitete er die Arme aus und sagte noch einmal: »Ich bin der Neue!«
    Sein Kopf war auf der einen Seite kahlrasiert. Vom rechten Ohr aus waren widerspenstige rabenschwarze Haare über seinen Schädel gekämmt und endeten dann, glatt abgeschnitten, einige Millimeter über der linken Schulter. Eine dicke, verfilzte Locke hing über das eine Auge. Der Mund formte ein wackeliges U, als der Junge immer wieder versuchte, sich diese Locke aus dem Gesicht zu blasen. Seine Steppjacke war Größe 56, um die Taille herum paßte sie genau, aber ansonsten war sie einen halben Meter zu lang, während die dreißig Zentimeter überflüssiger Ärmelstoff zu dicken Manschetten aufgerollt waren. Die Hosenbeine schlackerten um die Waden. Als er mit einiger Mühe die Jacke öffnete, wurde allerdings klar, daß sie an den Oberschenkeln trotzdem saßen wie angegossen.
    Das Zimmer war groß. Der Junge hielt es nicht für ein Wohnzimmer, es gab schließlich weder eine Sitzecke noch einen Fernseher. An einer Wand befanden sich eine Art Anrichte, ein Spülbecken und ein Herd. Aber nach Essen roch es hier nicht. Er hob die Nase, schnupperte und überlegte, daß es noch eine weitere Küche geben müsse. Eine richtige Küche. Dieses Zimmer hier war ein Aufenthaltsraum. An den Wänden waren Zeichnungen befestigt, unter der ungewöhnlich hohen Decke hingen kleine Mobiles und Wollfiguren, offenbar von Kindern gebastelt.

    5
    Über seinem Kopf flatterte eine Möwe aus Pappe und Wolle, grau und weiß und mit feuerrotem Schnabel, der halb abgefallen war und wie ein lockerer Zahn an einem dünnen Faden hing. Er streckte die Hand danach aus, reichte aber nicht hoch genug.
    Statt des Schnabels riß er ein Osterküken aus Eierkarton und gelben Federn von der Decke. Er hob es auf, rupfte ihm alle Federn aus und warf den Karton wieder auf den Boden.
    Unter zwei großen Fenstern mit aufgeklebten Sprossen stand ein riesiger Arbeitstisch. Vier Kinder unterbrachen ihre Beschäftigung. Sie starrten

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