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Das Camp (Sartos) (German Edition)

Das Camp (Sartos) (German Edition)

Titel: Das Camp (Sartos) (German Edition)
Autoren: Amber Blake
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dann kannst du deine Klappe doch nicht halten oder wirst handgreiflich. Ich könnte es nicht ertragen, wenn sie dich ins Camp stecken.“
    Troy dachte an den Nachmittag auf dem Rübenfeld und nickte nur.
     
    Was stimmte nicht mit ihr? Dachte sie, zum wiederholten Mal, als sie in Mrs. Eversbys Unterricht die Zähne zusammenbiss, um sich selbst daran zu hindern, eine ungebührliche Frage zu stellen. Ungebührlich war jede Frage, auf die die Antwort nicht offensichtlich war und, milde lächelnd, von Mrs. Eversby verkündet werden konnte. Es juckte sie am Gaumensegel, heraus zu posaunen, dass Luxusgüter wie Tomaten, Erdbeeren und Spargel auf den Privatparzellen der Kleinbauern genauso gut wuchsen wie auf den öffentlichen Feldern und trotzdem nicht angebaut werden durften, da sie dem goldenen Grundsatz der Schlichtheit widersprachen.
    Die Bewohner der Insel wurden nicht hungern gelassen, aber alles, was über die Grundn ahrungsmittel Kartoffeln, Rüben, Bohnen Kohl oder Mais hinausging, galt als unschicklich und war verpönt. Es war den Leuten untersagt, „frivole“ Dinge wie Tomaten oder Aprikosen anzubauen, da sie von der Wertschätzung des Alltäglichen
    ablenkten . Natürlich baute trotzdem jeder irgendetwas Verbotenes an. Ihre Eltern hatten die Tomaten und die Erdbeeren in der Mitte des kleinen Maisfeldes hinter ihrem Haus versteckt. Damit sie ungestört gedeihen konnten, wurde der zuständige Securitatis Vertreter bei der Ernte mit versorgt.
     
    Mrs. Eversby ließ sich seit geraumer Zeit über die segensreichen Wirkungen von Kohl und Bohnen aus und Troy verzog spöttisch das Gesicht,- um von Reeve, die sie kaum aus den Augen ließ, einen Tritt gegen das Bein zu erhalten.
    Reeve teilte ihre Ansichten zur Borniertheit und Verlogenheit des Inselsystems, besaß aber die Selbstdisziplin ihren Mund zu halten und den Anschein zu erwecken, ein konformes und selbstloses Mitglied der Gemeinschaft zu sein. Ihr blendendes Aussehen tat ein weiteres und sie galt nicht nur unter den Civis als begehrte Partie. Heirat war die einzige Möglichkeit seinen Stand zu wechseln und emporzusteigen. Wobei es natürlich Grenzen gab. Kein Nobilitas würde eine Civi ehelichen, noch nie hatte man von so etwas gehört.
     
    „Kommst du nach der Feldarbeit mit zur Bucht? Wir wollen ein Picknick machen“, flüsterte Reeve ihr zu.
    „Wer ist wir ?
    „Josh, Nick, Jane und ein paar von den Zweisilbigen.“
    „Hab ich schon erwähnt, wie dämlich ich die Silbenzahl der Namen finde?“, murmelte Troy.
    „Nur etwa zweitausend Mal.“
    „Ist doch wahr. Wir Civi sind die Einsilbigen, dabei gibt’s hier mehr Schwätznasen, als in einem Festzelt voll Betrunkener. Cassiopeia hingegen, ist eine Viersilbige, nur weil sie als Nobilitas geboren wurde. Dabei hat sie nicht mehr Gehirn als eine Zwergspitzmaus. Wenn ich daran denke, dass sie sie im Herbst auf die höhere Schule darf, während wir beide eine öde Lehre machen müssen, könnte ich kotzen.“ Sie bedachte Cassiopeia mit einem wütenden Blick, der diese verunsichert in ihr Buch blicken ließ.
    „ Ja,ja,- was ist jetzt? Kommst du mit?“
    Ihr Vater hatte ihr eigentlich nur verboten am Wasserfall, dem allgemeinen Treffplatz der Jugend, herumzuhängen. Sie sollte auch nicht zu Reeve gehen, von nicht mit ihr zu gehen, war nicht direkt die Rede gewesen.
    „Ja,- falls ich Rory vorher nicht eine Rübe in seinen bösartigen Schlund haue.“
    Reeve öffnete den Mund.
    „Schon gut! War nur ein Scherz! Ich werde mich zusammenreißen.“
     
     
                                                       Provokation
     
     
    Troy brachte den Nachmittag auf dem Rübenfeld herum, ohne sich auf Rorys Sticheleien einzulassen. Dass Reeve ihr Bestes tat, um ihn von ihrer Freundin abzulenken, tat ein Übriges.
    „Was bin ich froh, dass morgen Samstag ist und wir nicht auf die blöden Felder müssen.“ Sie schlenderten über den Feldweg, der zur Bucht führte. Die Grillen zirpten und die Mohnblumen leuchteten mit ihrem satten Rot mit dem Himmelblau der Kornblumen um die Wette. Troy sog tief die Luft ein und schüttelte ihre widerspenstige Haarmähne.
    „Dafür kann ich bei uns morgen die Kartoffeln einholen“, seufzte Reeve.
    „Bei uns sind die Bohnen dran, aber lieber stell ich mich den ganzen Tag in unser Bohnenbeet als die dämlichen Rüben auszubuddeln. Außerdem muss ich mir dann wenigstens nicht Rorys blöde Fresse betrachten.“
    „Nächste Woche ist

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