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Das Blut des Teufels

Titel: Das Blut des Teufels
Autoren: James Rollins
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kein Schuldgefühl … kein Tod.
Nur das Leben – und wer brauchte schon mehr als das!
EPILOG
    Zwei Jahre später
Donnerstag, 19. Oktober, 22.45 Uhr Institut für Genetik
Stanford, Kalifornien
    Drei Stockwerke unterhalb des Hauptforschungsbereichs ging ein Mann in einem langen weißen Laborkittel auf das Palm Pad zu, das zu einer Reihe privater Labors führte. Er drückte die Handfläche auf das blaue Kissen und sah, wie das druckempfindliche Lesegerät unter seinen Fingern aufblitzte. Das Licht auf der Anzeige wechselte zu grün und sein Name erschien in kleinen Buchstaben darauf: DR. DALE KIRKPATRICK.
    Das Geräusch herabfallender Bolzen verkündete, dass er von der computergesteuerten Überwachungsstation akzeptiert worden war. Er zog die Handfläche zurück und griff nach der Klinke. Mit einem kleinen Seufzer, ähnlich einem kurzen Atemzug, öffnete sich die Tür einen Spalt breit. Der Wissenschaftler mittleren Alters musste heftig ziehen, bis sich die Tür gegen den leichten Unterdruck der angrenzenden Räume öffnete. Dabei handelte es sich um eine eingebaute Vorsichtsmaßnahme, damit mögliche biologische Verunreinigungen nicht aus dem Labor gelangen konnten. Bei diesem Projekt hatte man keine Kosten und Mühen gescheut. Eine von der Regierung eingesetzte und vom Pentagon unterstützte Denkfabrik hatte annähernd eine Milliarde Dollar investiert. Ein guter Teil davon, dachte der Mann höhnisch grinsend, floss als Gehalt direkt in seine Taschen.
    Als er die Tür ganz öffnete, protestierte seine Schulter mit einem stechenden Schmerz. Er zuckte zusammen, betrat das Labor und ließ die Tür hinter sich zurückgleiten, während er sich die empfindliche Stelle an seinem Drehmuskel rieb. Bis die Schusswunde, die er auf den Gängen der Johns Hopkins erlitten hatte, abgeheilt war, waren vier Operationen erforderlich gewesen. Obwohl sie ihn immer noch gelegentlich schmerzte, durfte er sich kaum beklagen – er hatte nicht bloß den Überfall überlebt, sondern war noch dazu mit einer kleinen Menge der Substanz Z entkommen, nämlich den Proben, die sie unter dem Elektronenmikroskop überprüft hatten.
    Sobald das Gerücht über seine Entdeckungen an die richtigen Ohren gedrungen war, hatte man Dr. Kirkpatrick erlaubt, von der Bildfläche zu verschwinden. Gerüchte von seinem Tod wurden ausgestreut und er wurde zur Westküste gebracht, ans Institut für Genetik in Stanford. Dort überließ man ihm das Labor sowie einen Stab von vierzehn Mitarbeitern mit höchster amtlicher Sicherheitseinstufung.
    Dale ging an den Reihen von Labors vorüber zu seinem Büro. Als er am Computerraum vorüberkam, hörte er das Surren der vier Cray-Computer, die die gesammelten Daten des Gensequenzers verdauten. Das Human Genome Project war ein Kinderspiel im Vergleich zu dem, was sein Labor versuchte. Er schätzte, dass es noch weitere vier Jahre brauchen würde, den genauen Code zu entschlüsseln, aber ihm stand genügend Zeit zur Verfügung. Pfeifend, um das Schweigen des leeren Labors zu füllen, schloss Dale mittels seiner Keycard die Tür auf und betrat sein persönliches Büro.
    Er schüttelte den Laborkittel ab und hängte ihn an einen Garderobenhaken. Anschließend lockerte er die Krawatte und rollte die Ärmel auf, ging hinüber zu seinem Schreibtisch und ließ sich mit einem Seufzer in dem Ledersessel nieder.
    Er wollte den letzten Teil seines Jahresabschlussberichts diktieren, damit ihn Marcy morgen abtippen und er ihn noch einmal überprüfen konnte. Er öffnete eine Schublade, zog sein persönliches Diktiergerät hervor, schaltete es mit dem Daumen ein und hielt sich das Mikrofon an die Lippen.
    »Zustandsbericht. Schlüsse und Einschätzungen«, diktierte er und räusperte sich dann. »Die Nanotechnologie ist immer eine theoretische Wissenschaft gewesen, eher ein Gebiet der Mutmaßungen als der echten Wissenschaft. Aber durch die Entdeckung der Substanz Z sind wir jetzt fast so weit, dass wir die Manipulation von Atomen in den Bereich der angewandten Wissenschaft und der Nutzung überführen können. Während der vergangenen beiden Jahre haben wir die Effekte der ›nanobiotischen Einheiten‹, wie wir sie in Substanz Z vorgefunden haben, auf frühes embryonales Material studiert. Wir haben entdeckt, dass sich die Manipulation als äußerst effektiv im Blastulastadium der menschlichen Zygote erwiesen hat. Während dieser Zeit sind die Zellen ausgesprochen undifferenziert und formbar. Durch die Beobachtung der Nanobots am Werk
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