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Das 2. Buch Des Blutes - 2

Das 2. Buch Des Blutes - 2

Titel: Das 2. Buch Des Blutes - 2
Autoren: Clive Barker
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Scanned by Doc Gonzo
    Knaur®
    Für meine Mutter und meinen Vater
    Blutbücher sind wir Leiber alle;
    wo man uns aufschlägt; lesbar rot.
    Inhalt
    Vorwort
    Das Buch des Blutes
    Der Mitternachts-Fleischzug
    Das Geyatter und Jack
    Schweineblut-Blues
    Sex, Tod und Starglanz
    Im Bergland: Agonie der Städte
    Danksagung
    Vorwort
    »Drinnen hatten sich die Kreaturen bereits über ihr Nachtmahl hergemacht. Eine, sah er, zerrte gerade den blauen süßen Happen eines Frauenauges aus der Höhle. Eine andere hatte eine Hand im Mund.«
    Sind Sie noch da?
    Hier eine weitere Kostprobe von dem, worauf Sie sich bei Clive Barker gefaßt machen dürfen:
    »Jeder einzelne, ob Mann, Frau oder Kind, war augenlos in diesem brodelnden Turm. Sie sahen nur durch die Augen der Stadt. Sie waren gedankenlos, aber dazu bestimmt, die Gedanken der Stadt zu denken. Und sich selbst, in ihrer schwer dahinstapfenden, gnadenlosen Kraft, hielten sie für unsterblich. Riesenhaft und wahnverwirrt und unsterblich.«
    Sie sehen, daß Barker als Visionär ebenso stark ist wie als Schilderer des Gräßlichen. Und noch ein Zitat, wieder aus einer anderen Erzählung:
    »Was wäre denn eine Auferstehung ohne ein bißchen was zum Lachen?«
    Ich zitiere das ganz bewußt als Warnung für verzagte Gemüter.
    Sollten Sie eine eher anheimelnde, beruhigende Variante der Horrorliteratur bevorzugen, die sowohl irreal genug ist, um sie nicht allzu ernst nehmen zu müssen, als auch vertraut genug, um das Risiko auszuschalten, daß Ihnen bei der Lektüre Ihre Vorstellungswelt aus den Fugen gerät und Ihre vermeintlich sicher eingelullten Alpträume urplötzlich zum Leben erwachen, dann sind diese Geschichten nichts für Sie.
    Wenn Sie andererseits Erzählungen satt haben, die Sie in wohligen Einschlafgrusel hüllen und deren Ende zugleich garantiert, daß die Nachttischlampe noch an ist, ganz zu schweigen von der Parade guter, ordentlich erzählter Geschichten, die nicht mehr zu bieten haben als Anleihen bei besseren Horrorautoren, von denen die Bestseller-Leserschaft noch nie etwas gehört hat, dann werden Sie - wie ich - geradezu beglückt sein, zu entdecken, daß sich Clive Barker innerhalb der Horrorliteratur der letzten Jahre als der unzweifelhaft originellste Autor erweist, und daß er der im besten Sinne zutiefst schockierende Autor ist, der heute in diesem Genre arbeitet.
    Der Horrorstory wird häufig unterstellt, sie sei reaktionär.
    Gewiß, manche ihrer exzellentesten Gestalter muß man so einstufen, aber diese Tendenz hat auch jede Menge unverant-wortlichen Blödsinn hervorgebracht; und es besteht kein Anlaß, weshalb sich das ganze Genre rückwärts orientieren sollte. Im Bereich der Phantastik sollten nur die Regeln des eigenen intuitiven Gespürs gelten, und die Clive Barkers funktionieren souverän, versagen nie. Zu behaupten (wie dies manche Horrorautoren meines Erachtens apologetisch tun), daß sich die Horrorliteratur letztendlich mit dem befaßt, was uns an die Kategorien des Normalen erinnert, und sei es auch nur dadurch, daß sie das Übernatürliche und Fremdartige als das Abnorme vorführt, kommt etwa der Behauptung gleich (und dies ist offenbar die Meinung ziemlich vieler Verlagslek-toren), daß die Horrorliteratur unbedingt von durchschnittlichen Alltagsmenschen und ihrer Konfrontation mit dem absolut Fremden zu handeln habe. Dem Himmel sei Dank, daß es niemand gelang, Poe von dergleichen zu überzeugen, und dem Himmel sei Dank für Autoren von der Radikalität eines Barker.
    Nicht, daß er traditionellen Themen notwendigerweise abgeneigt wäre, aber wenn er sie durchspielt, erscheinen sie in völlig neuer Gestalt. »Sex, Tod und Starglanz« etwa ist die ins Extrem vorangetriebene Geschichte vom Phantom im Theater.
    Aber die Erzählung lotet ihr vertrautes Sujet tiefer aus als ihre Vorgänger und gelangt zu einer Schlußfolgerung voll schwar-zem Humor und unheimlichem Optimismus. Das gleiche ließe sich von »Im Bergland: Agonie der Städte« sagen, einer beäng-stigenden Vision des Grausigen, doch befinden wir uns hier zudem in der provozierenden Domäne von Barkers radikaler sexueller Aufgeschlossenheit.
    Welche (Un-)Möglichkeiten im einzelnen diese und andere seiner Erzählungen nahelegen, überlasse ich Ihrem Urteil. Ich habe Sie ausdrücklich gewarnt, daß diese Bücher nichts sind für ein schwaches Gemüt und eine zartbesaitete Phantasie, und man tut gut daran, sich das vor Augen zu halten, wenn man sich an eine Erzählung wie »Der

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