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Darkyn 07 – Am Ende der Dunkelheit

Darkyn 07 – Am Ende der Dunkelheit

Titel: Darkyn 07 – Am Ende der Dunkelheit
Autoren: Lynn Viehl
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Trotz des brennenden Schmerzes in seinem aufgeschlitzten Handschuh dauerte es einen Moment, bis er registrierte, was ihn getroffen hatte, doch selbst dann konnte er es kaum glauben.
    Man hat mit einem Pfeil auf mich geschossen?
    DeLuca wandte sich um, um zu sehen, woher der Pfeil gekommen war, und sah zwei merkwürdige Männer. Der kleinere der beiden, ein stämmiger, blond gefärbter Mann in einem roten T-Shirt und einer schwarzen Cordhose, hielt zwei Messer in seinen breiten Fäusten. Die dunkel polierten Klingen glühten wie Gold. Neben ihm zog ein größerer, feingliedrig wirkender Mann in einer grau-weißen Seemannsjacke und ausgeblichenen grauen Jeans einen weiteren Pfeil aus einem Köcher, der an seiner Hüfte hing. Der kräftige Langbogen in seiner Hand war mit einer Länge von mindestens einem Meter achtzig fast genau so groß wie der Mann selbst, und in seine beeindruckenden hölzernen Kurven waren merkwürdige Zeichen eingeschnitzt.
    Der Kleine sog schnaubend die Luft ein wie eine neugierige Bulldogge. »Zwei Verwundete, Rob.« Sein Akzent klang anders, gedrückter und schwerer zu verstehen. »Ein Mann, maskiert.«
    Der andere, den er Rob nannte, legte einen weiteren Pfeil in seinen Bogen und zielte mit der scharf wirkenden Kupferspitze auf DeLuca.
    »Finde ihn, Will.«
    DeLuca wusste nicht, was er denken sollte. Keiner dieser beiden Kerle war in der Bank gewesen, als DeLuca aus der Toilette gekommen war; sie waren plötzlich wie aus dem Nichts aufgetaucht. Aber das konnte nicht sein. Direkt nachdem DeLuca hereingekommen war, hatte er den Manager der Bank gezwungen, die Türen zu verschließen und sie mit dem massiven Tisch der Kreditberaterin zu verbarrikadieren. Die Türen waren nach wie vor verschlossen, und die Barrikade stand noch an ihrem Platz.
    Warum zum Teufel benutzte der dunkle Typ einen Bogen ?
    Er wollte dem, der sich Will nannte, gerade sagen, er solle sich nicht bewegen, als ihm der Atem stockte, weil ein merkwürdiger Geruch durch seine Maske drang. Er wärmte seine Lunge und roch, als hätte er seinen Kopf in einen Geschenkkorb voller Orangen und Schokolade getaucht. Kein Parfüm, aber irgendetwas ähnlich Intensives. Die Duftstoffe schienen sogar in seiner Lunge zu bleiben, nachdem er ausgeatmet hatte, süß und schwer.
    »Du«, sagte der eine, der sich Rob nannte, zu ihm, »bleib, wo du bist, und rühr dich nicht.« Er senkte den Bogen, steckte den Pfeil zurück in den Köcher an seiner Hüfte und schob den Bogen über die Schulter, quer über seinen Körper, bevor er zu der Gruppe der Geiseln hinüberging.
    DeLuca wollte sich sofort auf ihn stürzen, aber aus irgendeinem Grund bewegten seine Beine sich nicht. Oder wollten sich nicht bewegen. Wie auch immer, je länger er da stand, desto mehr Sinn machte das Ganze. Rob, wer auch immer er war, hatte recht: Er musste bleiben, wo er war, und durfte sich nicht bewegen.
    »Ist sie bewusstlos?«, fragte Rob Joe. Dieser nickte. Er besah sich die Schulter des Wachmannes, zog vorsichtig das Tuch vom Hals der Filialleiterin und legte es ihr wie eine Bandage um den Kopf. »Wenn sie wach wird, mein Freund, dann beruhige sie und achte darauf, dass sie still liegen bleibt. Hilfe wird jeden Augenblick eintreffen.«
    DeLuca hörte ihn kaum. Er verharrte an seinem Platz und blickte auf die Eingangstür der Bank. Sie war noch immer verschlossen, und der schwere Eichentisch stand weiterhin an seinem Platz. Wie waren sie nur reingekommen? Hatten sie sich hinten in der Bank versteckt? Dann sah er, dass die Tür zum Tresorraum offen stand. Durch die offene Tür konnte er erkennen, dass einige Schließfächer herausgezogen waren. Sie waren im Tresorraum gewesen, sie wollten die Bank ausrauben – deshalb hatte er sie nicht gesehen.
    Sie konnten nicht aus demselben Grund hier sein wie er. Er hatte dem Italiener versichert: Niemand außer den Männern vom Geheimdienst wusste, dass die Ware nach Atlanta für den Undercovereinsatz gebracht werden sollte.
    »Hey, du. Rob.« DeLuca wartete, bis die schönen violetten Augen sein Gesicht fixierten. »Wollt ihr Kerle richtig Beute machen?«
    Rob sagte nichts, legte aber eine Hand an den hölzernen Bogen, als wolle er ihn von der Schulter nehmen.
    Schweiß ließ DeLucas Skimaske an seinem Gesicht festkleben. Das Letzte, was er wollte, war, Rob wütend zu machen oder zu verärgern. »Wenn ihr wollt, dann könnten wir uns vielleicht zusammentun und die Beute durch drei teilen.«
    »Wie großzügig«, sagte Rob

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