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Commander Scott 02 - Das Sklavenschiff von Sergan

Commander Scott 02 - Das Sklavenschiff von Sergan

Titel: Commander Scott 02 - Das Sklavenschiff von Sergan
Autoren: Gregory Kern
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Von seinem Fensterplatz aus konnte Elgha Zupreniz die wellige Oberfläche der kleinen Welt sehen, die seine Domäne war. Es war eigentlich nur ein nackter, zerklüfteter und luftloser Felsbrocken, der um eine sterbende Sonne kreiste. Düsteres rotes Licht lag auf den gerundeten Hügeln, rubinrote Schatten füllten die Täler. Nur dreißig Meilen lang, zehn breit und zehn tief; unfruchtbar, nutzlos und ein nur kleiner Splitter eines Planeten, der sich in vorhistorischen Zeiten in unzählige Trümmer aufgelöst hatte. Aber es war seine Welt. Sein Königreich. Sein väterliches Erbteil.
    Seine Miene war düster; die breiten Kiefer öffneten sich, blaue Fänge zeigten sich unter den verzerrten smaragdgrünen Lippen. Die Schlitzaugen lagen in tiefen Höhlen unter massiven Stirnknochen. Sein in jugendlichem Stolz aufgerichteter Kamm glühte vor Wut orangerot. Die knorrigen Klauenhände waren zu grotesken Fäusten geballt, weil er voll Bitterkeit an den grimmigen Humor seines Vaters dachte.
    Der alte Mann war tot, sonst hätte er ihm ins Gesicht gespuckt. Das hätte er auch getan, wenn er ihn aufgebahrt gesehen hätte. Seine sieben Brüder hielten düstere Wache bei ihm. Ihnen hatte der alte Narr einen Planeten vermacht, die üppige, fruchtbare Welt Obrac. Für Elgha hatte er nur eine genau berechnete Beleidigung gehabt: einen Asteroiden, auf dem nichts wachsen konnte. Eine winzige Welt ohne Luft, ohne Wasser, auf der es nichts gab als, Steine und Mineralien und dann und wann ein paar Edelsteine, die wohl einen guten Preis brachten, aber viel zu selten waren. Ohne Maschinen und harte Arbeit waren sie auch nicht zu gewinnen.
    Mit diesem Gedanken steigerte er sich in eine Wut hinein, die seinen Kamm fleckig werden ließ. Eine Hütte, eine Mine, die noch nicht richtig arbeitete, eine Ausrüstung, die kaum soviel Luft erzeugte, wie er in seiner Hütte brauchte; sehr spärliche Vorräte, primitive Werkzeuge, defekte Maschinen und keinen Treibstoff, um sie laufen zu lassen, falls die funktionierten — das war sein Erbe.
    Verdammter alter Narr!
    »Mein Lord!« Die Stimme war ein weiches Schnurren und schien das Fenster zu streicheln. »Ein ungeschliffener Edelstein ist ein häßliches Ding, aber geschliffen und poliert ist er von kostbarer Schönheit. So ist es auch mit deiner Domäne, Herr. Sie sieht höchstens nach einem schlechten Witz aus und ist eine Beleidigung auch für die, welche wie du mit den Rechten und Vorrechten deiner Abkunft aufgewachsen sind. Aber denke einen Augenblick darüber nach, mein Lord! Dumm war dein Vater gewiß nicht. Hättest du, der Jüngste, eine Chance gegen deine gierigen, selbstsüchtigen Brüder gehabt? Hütte er dir Obrac vermacht, wie lange, glaubst du, hätte es gedauert, bis man es dir streitig gemacht hätte?« Elgha knurrte kehlig. »Habe ich denn Angst vor einem Streit?«
    »Ganz sicher nicht, mein Lord. Hatte ich das angedeutet? Wäre denn ein Kampf fair gewesen? Mindestens einer wäre getötet worden, wenn nicht mehr oder alle sieben.«
    Elgha wandte sich vom Fenster ab und knurrte. »Sieben und zweimal sieben!« röhrte er. »Ich hätte sie in Streifen zerlegt! Nicht nur meine Brüder, sondern alle, die sie gegen mich geschickt hätten!«
    Sina Lahari verbeugte sich, um den Spott in seinen Augen zu verbergen. Sollte dieser große Narr doch toben und schreien! Keine Kreatur der Echsenrassen konnte gegen die Intelligenz des Menschen aufkommen. Und Sina war ein Mensch, obwohl ihm die Mutationen spitz zulaufende Ohren und einen mottenzerfressenen Pelz beschert hatten, der ihm Kopf und Gesicht bedeckte.
    »Und die Mörder, mein Lord?« fragte er leise. »Jene, die dir Gift in die Nahrung mischen und Galle in deinen Wein? Ich habe gesehen, wie dich deine Brüder hinter deinem Rücken mustern. Hättest du die Welt deines Vaters geerbt, so wärest du innerhalb einer Woche tot gewesen, nicht durch einen ehrlichen Kampf, sondern durch Hinterlist und Verrat. Dein Vater hat dich nicht gehaßt, mein Lord. Er wollte dir dein Leben sichern. Er wußte ebenso gut wie ich und wie deine Brüder es vermuten, daß deine Intelligenz und Geschicklichkeit dich befähigen werden, das zu nehmen, was er dir gab und soviel daraus zu machen, daß du eines Tages in der Lage bist, ein Dutzend Welten zu kaufen, von denen keine schlechter ist als Obrac.«
    Lügen, nichts als Lügen, dachte er. Der alte Mann hatte den Übermut seines wankelmütigen, selbstsüchtigen Sprößlings gehaßt. öfter als einmal hatte er das

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