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Commander Perkins 01 - Der rote Nebel

Commander Perkins 01 - Der rote Nebel

Titel: Commander Perkins 01 - Der rote Nebel
Autoren: H. G. Francis
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Ein roter Himmel
    „Nun mal ehrlich, Professor", sagte Major Peter Hoffmann. „Hat er nun eine Macke oder nicht?"
    Professor Ester Breadshaw vom Gehirnforschungsinstitut Houston, Texas, blickte ihn irritiert an. Sie saß vor einem Computer und überprüfte die Angaben, die sie mit Hilfe von Sensoren eingeholt hatte. Die Meßinstrumente klebten noch immer am Kopf von Commander Perkins, der auf einem Untersuchungstisch lag. Ihm galt auch die Frage des Majors.
    „Was wollen Sie denn damit sagen?" fragte die Wissenschaftlerin.
    „Wieso sollte Randy Perkins einen Hirnschaden haben?"
    „Nun tun Sie doch nicht so." Hoffmann lächelte boshaft.
    „Major Hoffmann meint, daß wir untersucht werden, weil Sie und vielleicht noch einige andere Wissenschaftler auf der Erde glauben, daß wir nicht mehr normal sind", erklärte der vierzehnjährige Ralph Common.
    Er saß in der Ecke des Untersuchungsraumes auf einem Hocker und beobachtete mit sichtlichem Vergnügen, was sich tat.
    Ralph war ein dunkelhaariger Junge mit forschenden, braunen Augen.
    Seine Hände befanden sich zumeist in einem ergebnislosen Kampf mit dem widerborstigen Haar, das ihm immer wieder über die Augen fiel.
    Die meiste Zeit seines Lebens hatte er in der Mondstation Delta 4 auf dem Erdtrabanten verbracht. Dort arbeitete sein Vater an einem geheimen Projekt, über das Ralph jedoch ebenso informiert war wie Commander Perkins, Major Hoffmann und Professor Breadshaw. Allerdings hatte man sie zur Geheimhaltung verpflichtet.
    Die Wissenschaftlerin strich sich mit der Hand über das Haar. Sie war erst dreißig Jahre alt und galt als eine der besten Gehirnexpertinnen der Welt. Sie hatte eine glatte Haut, ihr Haar war jedoch in Folge eines Experiments schlohweiß geworden.
    „Niemand behauptet, daß Sie Hirnschädigungen haben", erwiderte sie unwillig. „Das wissen Sie doch so gut wie ich, Major. Sie sind hier, weil wir herausfinden wollen, ob sich Ihre Gehirnströme unter dem Einfluß des Dimensionsbrechers verändert haben. Mit dem Dimensionsbrecher sind Sie auf fremde Welten geschleudert worden, die Sie.. ."
    „Schon gut, schon gut", unterbrach sie der Major. Er lächelte ver-schmitzt. „Fallen Sie doch nicht auf jede Provokation herein."
    „Ich fühle mich keineswegs durch Ihre Bemerkung herausgefordert", antwortete sie abweisend. „Mir gefällt nur nicht, daß Sie mir unterstellen wollen, daß ich die Unwahrheit gesagt habe. Commander
    Perkins ist ebenso gesund wie Sie oder wie Ralph."
    Der Raumschiffkommandant richtete sich auf. Er nahm vorsichtig die Sensoren ab. Ester Breadshaw erhob keinen Einspruch, da alle Ge-hirnstrommessungen durchgeführt worden waren.
    „Dann kann man die Dimensionsbrecher also benutzen, ohne befürchten zu müssen, daß Gehirnschäden dadurch hervorgerufen werden", sagte Commander Perkins. Er blickte Peter Hoffmann verweisend an.
    „Selbstverständlich", bestätigte Professor Breadshaw. „Wenn es nicht so wäre, hätte ich längst Alarm geschlagen."
    Sie erhob sich von ihrem Platz, ging zur Tür und öffnete. Ein Hund trottete herein. Er reichte ihr bis zur Hüfte. Sie vergrub ihre Finger in sein zottiges Fell und hielt ihn fest.
    „Kommen Sie in einigen Tagen wieder", bat sie. „Ich möchte die Untersuchungen fortsetzen."
    „Mit Vergnügen", erwiderte Major Hoffmann lächelnd. „Ich muß Ihnen gestehen, daß Sie die erste Frau sind, die sich für mein Gehirn interessiert.
    Alle anderen waren damit zufrieden, mir in meine braunen Augen sehen zu dürfen."
    „Sie haben blaue Augen, Major", sagte sie sanft und trat lächelnd zur Seite, um ihm Platz zu machen.
    Peter Hoffmann blieb an der Tür stehen, doch Commander Perkins gab ihm einen Stoß in die Seite.
    „Ab mit dir, alter Schwerenöter. Professor Breadshaw hat wichtigeres zu tun, als mit dir zu flirten."
    Der Major nickte der Wissenschaftlerin grüßend zu und verließ den Untersuchungsraum. Ralph Common und der Kommandant folgten ihm.
    Peter Hoffmann gab sich heiter, während sie durch die Gänge des Forschungsinstituts schritten. Er schnippte mit den Fingern, als sie weiteren Hunden auf ihrem Wege begegneten, hielt sich jedoch nicht mit ihnen auf. Sein Gesicht veränderte sich jäh, als er hinter den
    Steuerelementen des Gyros saß, mit dem sie gekommen waren. Der dreirädrige Elektrowagen hatte nur eine Sitzbank, so daß sie neben-einander Platz nehmen mußten.
    „Sie verschweigt uns etwas", behauptete Hoffmann. „Randy, ich spüre, daß sie nicht die Wahrheit

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