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Catullus - Der Tote im Ghetto - Eine Science Fiction Serie 1 (German Edition)

Catullus - Der Tote im Ghetto - Eine Science Fiction Serie 1 (German Edition)

Titel: Catullus - Der Tote im Ghetto - Eine Science Fiction Serie 1 (German Edition)
Autoren: Renée Corrilla
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wusste, auf was sie sich einließ, als sie beschloss, diesen Auftrag anzunehmen. Dem verfluchten Geld konnte sie nicht widerstehen, bietet es doch die Möglichkeit, künftig in AREAL B zu leben. Endlich könnte sie sich die Miete leisten und AREAL C verlassen. Ein gesellschaftlicher Aufstieg, den ihre Mutter jubilieren lasen würde.
    - Alex befand sich auf einer spirituellen Reise. Der Router kann deshalb keine Koordinaten aufweisen.
    - Ich bitte Sie, das ist doch lächerlich.
    Beer sieht wieder zu den Robotern, er ist einer der letzten Konservativen, die Roboter hassen. Er möchte sie nicht in seiner Wohnung, nicht in seiner Abteilung, nicht in seinem Leben. Einzige Ausnahme sind Roboter, die aussehen wie die Stewardess. So echt und sexy, dass man sie nicht mehr von Menschen unterscheiden kann. Hübsche Idioten eben.
    - Alex war die meiste Zeit über im Berliner Zentralghetto. In der Wohnung seiner Freundin. Michaela heißt seine Freundin. Eine Physikstudentin.
    - Alles klar. Ich kenn die Studenten, die einen auf Retro machen. Die kiffen und saufen und dann das Zeug nicht vertragen. Aus Angst haben sie Alex' Leiche dann verschwinden lassen.
    - Mein Sohn hat nie Drogen genommen. Nie!
    Beer überprüft Hongs Aussage in der Big-Databank, und sein Vater hat Recht. Keine Drogen bis zu dem Tag seines Verschwindens. Blut- und Haarproben absolut rein.
    - Fragen Sie seine Freundin, Herr Beer!
    - Das hatte ich sowieso vor.
    Der Chinese schnippt mit dem Finger, und der 3-D-Bildschirm öffnet sich. Eine junge Frau, Anfang 20, so schätzt Beer. Heiß, denkt Beer. Ob sich der Sohnemann daran verbrannt hat? Hong klingt müde, als er mit ihr spricht.
    - Michaela, erzähl doch bitte, was an dem Abend geschah, an dem Alex verschwand.
    - Das hab ich ich doch schon so oft getan.
    - Dann tust du's eben noch einmal.
    - Jawohl, Herr Hong.
    Beer schmunzelt. Die Studentin hat Angst, weiß sie doch, dass dieser Herr Hong jederzeit einen Menschen um die Ecke bringen kann, ohne auch nur einen Gedanken daran verschwenden zu müssen, jemals dafür bestraft zu werden. Michaela hat kurze Haaren, blaue Augen, Sommersprossen auf und um die Nase. Auf dem Bildschirm erscheinen die wichtigsten Big-Data-Einträge. Nichts Besonderes, nichts Verdächtiges, eine junge Frau, die erfolgreich Physik studiert und recht beachtliche Erfolge aufzuweisen hat - oder muss man sagen, hatte? Seit einem dreiviertel Jahr hat sich ihr Leistungslevel nicht erhöht, wie Beer sofort bemerkte.
    - Er ging auf eine Reise an dem Abend. In die andere Welt. Die Regierung hat für die nächsten drei Wochen Regen bestellt wegen der Abgase, er wollte n bisschen Sommer erleben.
    - In einer Parallelwelt? Ziehen Sie sich den Dream3000-Anzug an und Sie erleben es, ohne diese Welt verlassen zu müssen.
    - Das ist fake. Das ist doch alles nicht echt! Er wollte die Sonne am Himmel, nicht die künstliche in einer Traumwelt. Das Gras, die Bäume, alles muss echt sein. Alex will keine Kopie davon. Er hasst Kopien. Deshalb liebt er auch das Ghetto. Hier ist das Leben noch echt, noch wild, noch ...
    Beer winkt ab, bringt sie zum Schweigen.
    - Was machen Sie auf dem Mond, Herr Hong?
    - Das wissen Sie doch.
    - Sie bauen eine Stadt für die Touristen.
    - Das Geschäft boomt. Jeder will weg von der Erde. Und sei's auch nur für zwei Tage.
    - Ist es nicht deprimierend hier?
    - Keinesfalls.
    - Ein paar falsche Einstellungen und man kriegt zuviel Strahlung ab.
    - Es wird wunderbar hier, ich kann Sie herumführen, wenn Sie sich nicht mit der virtuellen Präsentation begnügen wollen.
    - Wie oft sind Sie auf der Erde, Herr Hong?
    Hong holt tief Luft, scheint sie aber nicht wieder auszuatmen, scheint die Luft anzuhalten. Er starrt Beer an, bis dieser seinen Blick nicht länger erwidert und in Gedanken die Stewardess verführt, aber der Moment, da sie nackt vor ihm steht und sich als Roboter präsentiert, zerstört seine Erektion in wenigen Sekunden.
    - Ich habe meinen Sohn nicht vernachlässigt, wenn Sie das meinen. Ich liebe meinen Sohn. Und er liebt mich.
    Beer sieht auf den Bildschirm, beobachtet Michaelas Reaktion, aber sie scheint gar nicht zuzuhören. Je länger er sie betrachtet, desto attraktiver erscheint sie. Könnte deine Tochter sein, denkt er sich, du alter Sack. Doris sieht Beer an, und als dieser schweigt, übernimmt sie das Wort.
    - Niemand unterstellt Ihnen das, Herr Hong. Außerdem war Alex alt genug, mit den heutigen Möglichkeiten ist es doch egal, ob man auf der Erde oder auf dem

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