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Caesar und die große Verschwörung - Die Zeitdetektive ; 30

Caesar und die große Verschwörung - Die Zeitdetektive ; 30

Titel: Caesar und die große Verschwörung - Die Zeitdetektive ; 30
Autoren: Ravensburger
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Julian steht zur Wahl

Julian steht zur Wahl
    „Na, wer meldet sich, wer will Klassensprecher werden? Oder wer möchte jemanden vorschlagen?“, fragte Herr Tebelmann in die Runde. Der Lehrer stand vor der Tafel und ließ seinen Blick über die versammelten Schüler gleiten. Tebelmann war ihr Geschichts- und zugleich ihr Klassenlehrer.
    „Ich schlage Joshua vor!“, rief der schmächtige Tobi.
    Och nö!, dachte Kim. Ausgerechnet Joshua! Joshua war neu in ihrer Klasse, weil er sitzen geblieben war. Der Junge überragte alle anderen um mindestens einen halben Kopf und hatte zwei Hobbys: prügeln und pöbeln. Er war allgemein gefürchtet und Kim vermutete, dass Tobi sich bei Joshua einschleimen wollte.
    Tebelmann schrieb Joshuas Namen an die Tafel. Der große Junge grinste zufrieden und auch schon ein wenig siegessicher.
    „Und wer noch?“, fragte der Lehrer, nachdem er sich wieder der Klasse zugewandt hatte. Kim pikste Julian, der zwischen ihr und Leon saß, in die Seite.
    „Das ist doch was für dich“, sagte sie zu ihm.
    „Ich kann mich ja schlecht selbst vorschlagen“, antwortete der Junge.
    „Kein Problem, das mache ich gerne“, erwiderte Kim und wollte auch schon den Finger heben.
    Doch Julian bremste sie. „Lass mal, ich weiß nicht, ob ich der Richtige dafür bin …“, zierte er sich.
    „Klar, der bist du“, sagte Kim.
    „Da hat Kim völlig Recht“, unterstützte Leon sie.
    Aber Julian blieb unschlüssig.
    „Na, kommt schon!“, ermunterte Tebelmann die Schüler. „Das ist doch ein tolles Amt! Schon bei den alten Römern war ein Amt äußerst wichtig. Römische Politiker haben alles dafür gegeben, ein Amt zu ergattern. Sie haben dafür sogar Kriege geführt, Zweckehen geschlossen oder sich hoch verschuldet – wie Julius Caesar . Caesar war der Mann mit den höchsten Schulden in ganz Rom . Eine Zeit lang durfte er die Stadt nicht verlassen, weil seine Gläubiger Angst hatten, dass er fliehen könnte, um seine Schulden nicht zurückzahlen zu müssen!“
    Kim schaute zu den Jungs. „Caesar im Schuldensumpf? Habt ihr das gewusst?“
    Leon und Julian schüttelten die Köpfe.

    „Und warum hatte Caesar solche Schulden?“, fuhr Tebelmann fort. „Weil er sich das Wohlwollen und somit die Stimmen der Bürger erkaufen wollte!Tja, das ist ihm ja auch gelungen, aber seine Konkurrenten haben ihm das Leben sehr, sehr schwer gemacht. Es gab böse Intrigen gegen Caesar, seine Gegner wollten unbedingt verhindern, dass er an die Macht kommt! Und dann …“ Mitten im Satz brach er ab. „Äh, zurück zu unserer Klassensprecherwahl“, besann er sich. „Ihr braucht natürlich nur Engagement mitbringen, kein Geld!“
    Tanja hob die Hand.
    Der Lehrer strahlte. „Prima!“ Er schrieb ihren Namen unter Joshuas.
    „Los jetzt!“, drängte Kim Julian erneut. „Wer weiß, ob Tanja genug Stimmen bekommt. Willst du wirklich diesen Joshua als Klassensprecher?“
    Als Julian immer noch zauderte, meldete sich Kim kurzerhand und schlug ihn vor.
    „Bist du bereit?“, Tebelmann sah Julian fragend an.
    Julian nickte.
    Da es keine weiteren Vorschläge mehr gab, schritten die Schüler zur Wahl. Jeder schrieb einen Namen auf ein Zettelchen und gab ihn bei den beiden Schülern ab, die sich als Wahlhelfer zur Verfügung gestellt hatten. Dann machten die Wahlhelfer pro Stimme einen Strich hinter die Namen an der Tafel.
    Kim starrte gebannt nach vorn. Zunächst ging Joshua in Führung und sein Grinsen wurde noch breiter. Doch dann holten Julian und Tanja auf.
    „Ha!“, rief Kim, als die beiden Joshua überholten.
    Der große Junge warf ihr einen düsteren Blick zu, der Kim jedoch nicht im Geringsten beeindruckte.
    Joshuas Miene wurde noch finsterer, als das Endergebnis feststand. Julian hatte knapp vor Tanja gewonnen.
    „Glückwunsch“, sagte Tebelmann. „Ihr beide werdet das Amt gemeinsam bekleiden.“
    Joshua winkte nur ab. Er war sichtlich sauer.
    „Gut, dass der uns als Klassensprecher erspart bleibt“, flüsterte Kim.
    Julian nickte. Er wirkte fast ein wenig verlegen, weil er die Wahl gewonnen hatte.
    „Julians Wahl muss gefeiert werden. Wir sollten ins Venezia gehen, in die beste Eisdiele der Welt!“, sagte Leon zu seinen beiden Freunden, als wenig später die Schule zu Ende war und sie sich auf den Heimweg gemacht hatten. Es war ein warmer Tag und über ihrem malerischen Heimatstädtchen Siebenthann war kein Wölkchen zu sehen.
    „Okay“, stimmte Julian zu. „Ich gebe einen aus – jeder bekommt eine

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