Bücher online kostenlos Kostenlos Online Lesen
Bujold, Lois McMaster - Die magischen Messer 2

Bujold, Lois McMaster - Die magischen Messer 2

Titel: Bujold, Lois McMaster - Die magischen Messer 2
Autoren: Der magische Dolch
Ads
Besinnung, mit Fawn quer über seiner Brust liegend, keuchend und lachend. »Dag! Das war, das war … konntest du das schon die ganze Zeit? Hast du es nur als Hochzeitsg e schenk zurückgehalten, oder was? «
    »Ich habe keine Ahnung «, gestand er. »Ich habe nie zuvor etwas Ähnliches getan. Ich bin mir nicht mal s i cher, was ich getan habe. «
    »Nun, es war ziemlich … ziemlich nett. « Sie setzte sich auf und schob ihr Haar zurück, um diese Worte wohlüberlegt klingen zu lassen. Dann aber brach sie wi e der in haltloses Gelächter aus.
    »Mir ist schwindelig. Fühle mich, als könnte ich jeden Auge n blick umkippen. «
    »Du legst dich doch gerade hin. «
    »Was für ein glücklicher Zufall. «
    Sie ließ sich in seinen linken Arm fallen und schmie g te sich eine ganze Zeit lang schweigend an ihn. Dag schlief nicht ganz ein, aber er hätte seinen Zustand auch nicht als »wach « b e zeichnet. Betäubt, womöglich.
    Schließlich raffte sie sich weit genug auf, um sie beide zu sä u bern und ihnen Kleidung für die Nacht anzulegen. Die bläul i chen Schatten um sie her, die von Osten zw i schen die Bäume sickerten, wurden allmählich kühler. Als sie sich wieder neben ihn kuschelte, diesmal unter der Decke, war er vollständig wach und blickte nach oben zwischen den Blättern hindurch auf die ersten Ste r ne.
    Ihre schlanken, kleinen Finger folgten den Furchen über seinen Augenbrauen. »Geht es dir gut? Mir geht es jedenfalls gut. «
    Er brachte ein Lächeln zustande und küsste die Finger, als sie in seine Reichweite kamen. »Ich gebe zu, ich bin ein wenig aus dem Gleichgewicht. Du weißt ja noch, wie mitgenommen ich nach dieser Sache mit der Glasschü s sel war. «
    »Oh, du hast dich doch hoffentlich nicht wieder krank g e macht? «
    »Eigentlich nicht. Auch wenn das hier nicht annähernd so a n strengend war. Eher ziemlich, äh, anregend. Die Sache ist die … in jener Nacht, in der ich die Schü s sel repariert habe, wurde ich das erste Mal mit dieser, dieser – nennen wir es Geisterhand konfrontiert. Ich habe später noch mehrmals versucht, sie wi e der hervorzulocken, ganz im Geheimen. Aber es ist nichts pa s siert. Ich habe es einfach nicht hinbekommen. Damals, in der St u be, warst du so bestürzt, und ich ebenfalls. Ich wollte … ich weiß nicht. Alles in Ordnung bringen. Diesmal war ich nicht bestürzt, aber, äh, in gehobener Stimmung. A b gehoben. Nur dass ich jetzt wieder herabgefallen bin, und die Geisterhand ist wieder fort. «
    Dag blickte auf und stellte fest, dass Fawn auf einen Ellbogen gestützt dalag. Sie betrachtete ihn mit demse l ben, interessierten Ausdruck wie immer. Ihr Blick wirkte glücklich – nicht e r schrocken oder entsetzt oder abgestoßen. »Es stört dich gar nicht, wie, ähm, seltsam das alles ist? «, fragte er. »Für dich ist es dasselbe wie all die and e ren Dinge, die ich so tue, nicht wahr? «
    Nachdenklich runzelte sie die Stirn. »Nun, du rufst Pferde he r bei und lässt Mücken zurückprallen. Du fe r tigst Laternen aus Glühwürmchen und tötest Übel, und du weißt auf eine Meile Umkreis genau, wo sich jemand aufhält. Was du gestern Abend mit Reed und Rush angestellt hast, weiß ich nicht, aber das E r gebnis heute war gewiss Zauberei. Und was du für mich tust, kann ich auch nicht annähernd beschreiben, nicht angemessen jedenfalls. Wie kannst du sicher sein, dass es nicht wirklich dasselbe ist ? «
    Dag machte den Mund auf und schloss ihn wieder. Er blinzelte, als er seine Frage so unvermittelt herumgedreht sah.
    Fawn legte den Kopf schräg und fuhr fort: »Das Es s enzgespür der Seenläufer kommt nicht auf einen Schlag, hast du gesagt, und wenn sie jünger sind, ist es sogar gar nicht vorhanden. Vie l leicht ist das hier nur etwas, was du schon längst hättest haben sollen und was sich nur ein wenig verspätet hat? Oder vielleicht ist es etwas, was du jetzt haben sollst und was sich ganz pünk t lich entw i ckelt? «
    »Das ist ein neuer Gedanke. « Dag legte sich zurück und starrte finster in den unschuldigen Abendhimmel. In letzter Zeit war sein Leben voller Veränderungen. Ma n che davon waren neue Probleme, aber dafür waren auch viele der ermüdenden, eint ö nigen alten Probleme gründlich davongespült worden. Allmä h lich ’ hegte er den Ve r dacht, dass es nicht nur der gebrochene rechte Arm war, der diese bizarre Entwicklung ausgelöst hatte. Dieses Bauernmädchen pflügte anscheinend seine Essenz um. Wie hieß es nochmal? Neues Land

Weitere Kostenlose Bücher

110 - Herrin der Seelen
110 - Herrin der Seelen von Dämonenkiller
Der kranke Gesunde
Der kranke Gesunde von Andreas von Pein , Hans Lieb