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Breakfast on Pluto

Breakfast on Pluto

Titel: Breakfast on Pluto
Autoren: Patrick McCabe
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schwergefallen sein muß, denn machen wir uns nichts vor, wegen der berühmten Unterwäsche und anderer Episoden, auf die ich hier nicht näher eingehen will, wurde es im Lauf der Zeit immer klarer, daß ich nicht gerade »der beliebteste unter den Jungen« der Stadt werden würde! Nicht, daß es Charlie was auszumachen schien! »Ach, ist doch egal, Braden!« sagte sie. »Je schneller sie die Klitsche in die Luft sprengen, desto besser!«
    Etwas, das gar nicht so lange auf sich warten zu lassen schien, jetzt, wo wir ein bißchen älter waren und angefangen hatten, von solchen Dingen Notiz zu nehmen, denn jedesmal, wenn man Zeitung las, war wieder jemand erschossen oder zum Krüppel gemacht worden. Für mich war das natürlich nicht wichtig, denn wie ich zu Charlie sagte, sehr viel länger wollte ich hier sowieso nicht rumhängen. »Da hast du verdammt recht«, sagte sie. »Und wenn ich meine Prüfung hinter mir habe, verdufte ich auch!«
    Charlie machte gerade ihre Zwischenprüfung, und ich war im letzten Schuljahr in der Sankt-Fickfack-Schule für Taugenichtse. Sie und Irwin waren die einzigen, die mir irgendwie wichtig waren. »Bei dir ist ja wohl ‘ne Schraube locker!« sagte Irwin. »In Läden einzubrechen, um Schminke zu klauen! Du bist doch ein Blödmann, Braden!«
    »Na so was«, sagte ich. »Bestimmt kommen bald deine Freunde von der Provisorischen IRA und zeigen mir, wo’s lang geht.«
    »Zerbrich dir wegen der Provos nicht den Kopf!« sagte er. »Die Provisorische IRA hat Besseres zu tun, als sich mit unehelichen Schmachtlappen wie dir zu befassen, Braden!«

Siebentes Kapitel
    Ein richtiger Soldat und
    die Abgabe eines Kunstwerks
     
     
     
    Wie Irwin es hingekriegt hatte, daß er sich wie ein richtiger Soldat vorkam, muß als eines der großen ungelösten Rätsel unserer Epoche eingestuft werden, denn der dumme, kleine Hornochse hätte keine Krähe erschießen können! Aber jetzt gab es für ihn natürlich kein Halten mehr, wo man doch das Jahr 1971 schrieb und in Nordirland so richtig die Bombe hochgegangen war; es war seine verdammte Pflicht und Schuldigkeit und seine Chance, endlich ein richtiger Soldat zu werden und mit dem Ruf: »Ich scheiß auf jeden, der mir in die Quere kommt!« zu den Waffen zu greifen. Wenn er erst mal loslegte, war er zum Piepen!
    Ich war natürlich viel zu sehr mit meiner eigenen Revolution beschäftigt, um mich mit solchen Trivialitäten abzugeben. Wie mein lieber Vater bald herausfinden sollte, als ich beschloß, vom schönen Tyreelin ein für allemal Abschied zu nehmen, und in seinem Briefkasten einen meiner jüngsten Aufsätze, sorgfältig komponiert (und zweifellos ziemlich zwanghaft!), hinterließ.

Achtes Kapitel
    Das Frühstück steht bereit
     
     
     
    »Ah, Gott segne uns, du bists!« bemerkte der geile alte Bock,Vater Bernard, eines schönen regenfeuchten Tages im Februar, als er dem jungen Mädchen, das vor seinem Pfarrhaus stand und eine verblüffende Ähnlichkeit mit einem äußerst berühmten Filmstar hatte, die Tür öffnete. »In der Tat«, erwiderte das Mädchen. Weil sie gekommen war, um für den Gemeindepfarrer des Orts zu arbeiten, dessen Schwengel, wie sie wußte, sich bei der geringsten Ermunterung nur allzu begierig regen und zu Dummheiten aufgelegt sein würde, hatte sie sich alle Mühe gegeben, Vorsichtsmaßnahmen getroffen und sich getarnt – mit dem Ergebnis, daß sie wie irgendeine alte Haushälterin irgendeines Priesters wirkte, die man mit ihrem Einkaufskorb die Straße entlangschlappen oder einen Teller Eier mit Speck zu ihrem Arbeitgeber hinübertragen sah. Jedenfalls ganz und gar nicht wie die parfümbesprühte Erscheinung namens Mitzi Gaynor mit einem Schopf voll herrlicher Krussellocken, bei deren Anblick sich das Geschlechtsteil eines jeden Mannes – dong! – ganz von selbst aufrichten würde, ganz zu schweigen von dem eines armen, einsamen Geistlichen!
    Trotz ihrer mangelnden Erfahrung sah die neue Angestellte unseres Gottesmannes der Stellung, die sie antreten sollte, ziemlich gelassen entgegen. Ihre Lage war weniger schwierig, als man hätte annehmen können, weil man damals, geradeso als gäbe es irgendwo einen bei der Kirche angestellten Quartiermeister, bei dem man eine Standarduniform beantragen konnte, keinerlei Schwierigkeiten hatte, sich einen verwaschenen blaßblauen Hauskittel mit Ringlaschenreißverschluß {} , ein Paar gelbbraune Strümpfe (als hätte man einen Teebeutel an die zwanzig Jahre lang in der Tasse gelassen)

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