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Blutige Verfuehrung 1

Blutige Verfuehrung 1

Titel: Blutige Verfuehrung 1
Autoren: Ina Cult
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Weg. Es war noch immer sehr warm und viele Menschen saßen in Biergärten auf der Straße. Überall herrschte buntes Treiben. Allmählich wurde meine Laune wieder besser. Die kleine Bar hatte tatsächlich geöffnet, doch es gab nur Musik vom Band. Trotzdem suchten wir uns eine kleine Nische, in der wir es uns gemütlich machten. Ich ließ mir von Achim einen tollen Cocktail bestellen und er trank sein obligatorisches Weißbier. Seit er in Süddeutschland war, hatte er dieses Getränk für sich entdeckt. Ich fand es widerlich.
    Ich wollte das Thema Ingeborg nicht mehr erwähnen, deshalb fragte ich ihn:
    "Wo wohnst Du eigentlich? Das hast Du mir noch nicht verraten."
    Achim trank von seinem Bier und wischte sich den Schaum vom Mund. Dann sah er mich verlegen an:
    "Eigentlich habe ich noch keine richtige Wohnung. Im Moment wohne ich in einem kleinen Hotel nicht weit von hier."
    "In einem Hotel?", fragte ich irritiert.
    "Das ist doch wahnsinnig teuer?"
    "Wenn man es für einen ganzen Monat mietet, bekommt man einen Sonderpreis", antwortete er und ergänzte:
    "Außerdem sehe ich mir morgen ein Zimmer in einer Wohngemeinschaft an. Ich musste eben zum Semesterbeginn hier sein und Wohnungen sind wirklich schwer zu finden. Außerdem hatte ich mich noch in anderen Städten beworben. Der Zuschlag für München kam sehr kurzfristig." Wenn wir schon beim Ausfragen sind, dachte ich mir, werde ich noch weiter nachhaken.
    "Was machen Deine Eltern eigentlich?" Achim sah mich erstaunt an:
    "Soll ich Dir einen Lebenslauf schicken?", fragte er stattdessen ironisch.
    "Du kannst es für Dich behalten!", sagte ich schnell. Hatte er etwas zu verbergen? Es war einfach albern, so zu reagieren. Ich gab es auf, ihn weiter zu fragen und trank von meinem Cocktail. Das was ich heute Nacht von Achim wollte, hing nicht von seiner Abstammung ab.
    Wir kannten uns jetzt seit zwei Wochen, aber Achim war für mich noch ein unbeschriebenes Blatt. Ich wusste nur, dass er aus Hamburg kam und in einem Hotelzimmer einquartiert war. Er studierte wie ich BWL, doch schon im vierten Semester. Und ich hatte seine Handynummer. Am Anfang hatte er mir total gut gefallen, wegen seiner guten Manieren und seinem angenehmen Geruch. Ich stand einfach auf Männer, die animalisch rochen. Außerdem war er wirklich ein genialer Tänzer, der auf jeder Tanzfläche schnell zum Mittelpunkt wurde, weil er sich bewegte wie ein Gott. Er hatte ein fein geschnittenes Gesicht mit einer etwas dominanten Nase. Seine Augen waren hellblau und von dichten gebogenen blonden Wimpern umrahmt. Er trug einen schmalen Oberlippenbart und hatte blonde kurzgeschnittene Locken. Ein richtiges Nordlicht eben. Er war sehr schlank und schlaksig und trotz seines furiosen Tanzstils vermisste ich an ihm entsprechende Muskeln. Seine Oberarme waren dünner als meine, ich fühlt mich ihm körperlich überlegen. Seit dem Treffen mit Ingeborg, wusste ich plötzlich nicht mehr, ob ich mich vielleicht doch in ihm getäuscht hatte.
    Achim saß etwas verlegen in der Ecke, er spürte instinktiv, dass der Abend nicht ganz so lief, wie es sein sollte. Nachdem wir wohl keine Disco zum Tanzen mehr aufsuchen würden, bestellte ich mir einen zweiten Cocktail, diesmal wollte auch Achim etwas anderes als Bier. Er trank einen doppelten Whiskey. Das Lokal war inzwischen brechend voll und nach unserem zweiten Getränk, schlug Achim vor, dass er mir sein Hotelzimmer zeigte. Bei dem Vorschlag mussten wir beide lachen. Wie albern: was gibt es denn in einem Hotelzimmer zusehen? Es war ja gleich um die Ecke. Ich ließ mich gerne darauf ein, denn mir klar war, worauf es hinauslaufen würde. Auch nach dem zweiten Cocktail ging mir die Geschichte mit Ingeborg nicht ganz aus dem Kopf. Obwohl in meiner Magengrube noch der Ärger saß, stellte ich mir vor, wie es mit Achim im Bett sein würde. Ein Kribbeln lief meine Wirbelsäule hinunter und mir wurde heiß und kalt, wenn ich daran dachte, dass ich ihn schon in ein paar Minuten verführen konnte. Ich fühlte, dass er genau so heiß darauf war wie ich. Ingeborg spielte jedenfalls im Moment keine Rolle mehr. Seine Ausstrahlung war unglaublich erotisch. Er roch nach Sandelholz und einer tropischen Frucht, die ich nicht bestimmen konnte. Vor meinen Augen tanzten rote Flecken. Er törnte mich unheimlich an.
    In der Hotellobby standen viele Leute herum. Achim begrüßte zwei junge Männer und stellte mich den Beiden als Lucy vor. Ich verbesserte ihn und sagte: "Lucy-Ferry, bitte." Die beiden

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