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Blutige Verfuehrung 1

Blutige Verfuehrung 1

Titel: Blutige Verfuehrung 1
Autoren: Ina Cult
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würde ich heute Nacht mein Ding machen. Das hatte ich fest vor.
    Während mir diese Gedanken durch den Kopf schwirrten, hatten meine Hände unbeirrt meine Frisur fertig gestellt und mein Make-up war perfekt gelungen, obwohl ich mir nicht viel Mühe gegeben hatte. Ich hatte darin viel Übung und meine Haut war so perfekt, dass es genügte, etwas Rouge aufzulegen und die Augen dramatisch zu betonen. Darin war ich wirklich gut. Ich begutachtete mich noch Mal ausführlich im Spiegel, dann sprang ich schnell wieder die Treppen hinauf, um mir eine frische Jeans zu holen.
    Es war den ganzen Tag sehr heiß gewesen und ich zog deshalb nur ein dünnes gelbes Hemdchen an, das mit Glitter überzogen war. Dieses Teil brachte meine gebräunte Haut besonders gut zur Geltung. Dann schnappte ich mir meine schwarze Umhängetasche und verließ so leise wie möglich die Wohnung. Meine Großmutter behandelte mich noch immer wie ein Schulmädchen und fragte mich ständig wohin ich denn ginge. Aber die Antworten darauf blieb ich ihr meistens schuldig oder ich ging erst weg, wenn sie im Bett war, so wie heute Abend.
    Ich fuhr mit der U-Bahn in die Innenstadt, denn mein Ziel war eine Kneipe, in der viele Männer verkehrten, die dort nach Büroschluss ein paar Bierchen tranken. Das Lokal hatte eine lange Theke, an der immer interessante Typen saßen oder standen, die auf der Suche nach gutaussehenden Frauen waren. Ich hatte vor einer Woche dort einen Typen kennengelernt, der nur wenig älter war als ich. Er hatte bereits sein viertes Semester hinter sich und suchte Anschluss, da er aus Hamburg nach München gezogen war und noch niemanden kannte. Ich war seine erste Bekanntschaft. Gleich am ersten Abend gingen wir in eine Disco und Achim stellte sich als fantastischer Tänzer heraus. Eigentlich war er mir etwas zu kindisch, doch er sah nicht nur gut aus, er hatte auch perfekte Manieren. Er hielt mir die Türe auf und bestellte mir den teuersten Cocktail auf der Karte. Außerdem roch er so gut, dass ich es genoss, mich an ihn zu drücken, besonders wenn er vom Tanzen leicht verschwitzt war. Achim war das dann ziemlich peinlich, aber ich beruhigte ihn und versicherte ihm, dass mir das besonders an ihm gefiel.
    Das Lokal war an diesem Abend brechend voll und ich schob mich an der Theke entlang. Viele Köpfe drehten sich nach mir um und einige anzügliche Bemerkungen bekam ich auch zu hören. Dann entdeckte ich Achim im hinteren Bereich des Lokals an einem kleinen Tisch mit einem blonden Mädchen. Ich blieb überrascht stehen und versteckte mich hinter einer Gruppe von jungen Leuten. Ich beobachtete Achim, wie er ungeniert mit der Blonden flirtete. Mein Magen krampfte sich zusammen. Ich war maßlos enttäuscht. Was hatte ich nur falsch gemacht, er hatte mir doch mehrmals versichert, dass er mich ganz toll fand. Wir waren zwar für diesen Abend nicht direkt verabredet gewesen, aber ich war sicher, dass ich ihn hier wiederfinden würde. Und jetzt vergnügte er sich mit einer anderen. Ich ging wieder hinaus und zündete mir eine Zigarette an. Meine Hände zitterten, aber nicht vor Angst, sondern vor Zorn. Wie konnte er so unverfroren sein und sich ausgerechnet hier mit der Blonden treffen? Wenn er doch einfach weggeblieben wäre. Ich dachte angestrengt nach. Er gefiel mir, ich hatte mich fast ein wenig in ihn verliebt. Ich würde ihn nicht so einfach abgeben, das war mir schnell klar. Ich brauchte nur eine passende Strategie.
    Ich sah an mir herunter. An meinem Aussehen gab es nichts auszusetzen. Die hohen Stiefeletten zu meiner hautengen Jeans sahen super aus und mein Top glitzerte auch in allen Schattierungen. Ich kramte in meiner Tasche. Dort waren noch große Kreolen-Ohrringe vergraben, die ich herausholte und in meine Ohrläppchen fädelte. Dann erneuerte ich meinen Lippenstift. Ein paar Spritzer meines Lieblingsparfüms versprühte ich auf meinen Halsansatz und ging dann hoch erhobenen Hauptes wieder in die Kneipe. Achim sah mich nicht kommen, er hatte den Arm um die kleine Blonde gelegt, als ich mich vor ihn stellte und mich zu ihm hinunterbeugte. Ich hauchte ihm einen angedeuteten Kuss auf die Wange und sagte: "Hallo Darling, schön, dass ich Dich hier treffe. Hast Du meine SMS nicht bekommen?" Achim fasste sich an die Wange, die ich soeben geküsst hatte und sah mich mit aufgerissenen Augen an.
    "Aber…", begann er stammelnd, "ich habe nicht ge…", doch ich schnitt ihm den Satz ab und ergänzte:
    "Du hast nicht gedacht, dass ich Deine

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