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Blut und Kupfer

Blut und Kupfer

Titel: Blut und Kupfer
Autoren: C Wilken
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Buch
    1617: Am Vorabend des Dreißigjährigen Krieges wird in Prag der gelehrte Alchemist Bernardus Sallovinus ermordet. Außerdem werden bei ihm Kupferstiche mit alchemistischen Motiven gestohlen, die als Vorlage für vier Tischplatten aus Stuckmarmor, dem sogenannten Scagliola, dienten. Auf Gut Kraiberg bei München trifft derweil die jung verwitwete Marie von Langenau ein. Ihr verstorbener Ehemann hat ihr nichts als Schulden hinterlassen, und Maries Bruder, Albrecht, setzt alles daran, einen neuen Ehemann für seine Schwester zu finden. Weder Albrecht noch dessen bigotte Ehefrau, Eugenia, sind allerdings über Maries Aufenthalt auf dem Gut erfreut. Einzig Remigius von Kraiberg, Maries Oheim, der zurückgezogen im Turm des Gutes rätselhaften Studien nachgeht, kümmert sich um die einsame Witwe. Doch Marie findet bald heraus, dass Remigius ein dunkles Geheimnis hütet. Anscheinend besitzt er eine der kostbaren Scagliola-Tafeln und ist verzweifelt auf der Suche nach den anderen drei.
    Marie, die ihrem Oheim bei der Jagd nach den Marmortafeln hilft, gerät in tiefe Verwirrung, da mehrere Männer ihr den Hof machen: der Advokat Kranz, der attraktive Berater Severin von Tulechow und der mysteriöse Böhme Ruben Sandracce, ein Freund des ermordeten Sallovinus. Marie weiß nicht, welcher der Männer lautere Absichten hat und wer sie nur benutzen will, um an die Scagliola-Tafel ihres Onkels zu kommen. Zu Ruben fühlt sie sich bald hingezogen. Aber kann Marie ihm trauen?
    Autorin
    Constanze Wilken, geboren 1968 in St. Peter-Ording, wo sie auch heute wieder lebt, studierte Kunstgeschichte, Politologie und Literaturwissenschaften in Kiel und promovierte an der University of Wales in Aberystwyth. Constanze Wilken wurde als Autorin großer Frauenromane bekannt, bevor sie mit »Die Tochter des Tuchhändlers« ihren ersten, sehr erfolgreichen historischen Roman geschrieben hat. Weitere Titel der Autorin sind bei Goldmann in Vorbereitung.
    Von Constanze Wilken außerdem bei Goldmann lieferbar:
    Die Malerin von Fontainebleau. Roman (46686)
    Die Lautenspielerin. Roman (47300)

Constanze Wilken
    Blut
    und Kupfer

    Historischer Roman

1. Auflage
    Originalausgabe April 2012
    Copyright © 2012 by Wilhelm Goldmann Verlag,
    München, in der Verlagsgruppe Random House GmbH
    Umschlaggestaltung: UNO Werbeagentur München
    Umschlagfoto: © Trevillion Images/Jitka Saniova;
    FinePic, München
    Redaktion: Regine Weisbrod
    BH · Herstellung: Str.
    Satz: omnisatz GmbH, Berlin
    ISBN: 978-3-641-06752-6

    www.goldmann-verlag.de

Zum Einen kommt man nicht durch einen Sprung.
    Und auch nicht ohne Irrwege.
    Amos Comenius, »Das Labyrinth der Welt«, 17. Jh.

I
    • •
    Prag, December 1616

    Ursach’, Prinzip und Eines immerdar,
    Woraus Bewegung fließt und Sein und Leben,
    Das weit und breit sich ausdehnt, tief und eben,
    Vom Himmel und der Erd’ zur Hölle gar.
    Giordano Bruno,
    »Über die Ursache, das Prinzip und das Eine«, 1585

    S eit zwei Tagen fielen dicke Flocken und hüllten die Stadt an der Moldau in jungfräuliches Weiß. Langsam wuchs die Schneedecke, und die Schritte der Stadtbewohner knirschten auf der kristallinen Schicht. Der alte Mann, dessen weißer Bart auf ein zerschlissenes Wams fiel, zog sich vom Fenster zurück und rieb sich die knochigen, vernarbten Hände.
    »Wo bleibt er nur?«, murmelte er. Er trommelte mit den Fingern auf einen der vielen Bücherstapel, die aus den Regalen quollen, die Ecken des schmalen Raumes füllten und sogar als Tischbeine dienten.
    Auf dem riesigen Arbeitstisch im Zentrum des Studierzimmers standen ein Destillationsapparat, Mörser, Schalen in verschiedenen Größen und eine Phiole, in Bechern staken Löffel, Nadeln und Messer, dazwischen lagen Zeichnungen und ein aufgeschlagenes Buch, in dem der Gelehrte die Ergebnisse seiner Experimente notierte.
    Bernardus Sallovinus hatte seine besten Zeiten unter Kaiser Rudolf II. erlebt. Gott sei der armen, gequälten Seele gnädig, dachte er und zog fröstelnd seinen Mantel enger.
    Das Feuer im größeren der beiden Öfen, dem Athanor, war fast ausgegangen. Kopfschüttelnd nahm er die letzten Holzscheite aus dem Korb und steckte sie in die Glut. Eine der Grundregeln der Alchemie war das ständige Befeuern des Dauerbrandofens. Ich werde nachlässig oder einfach nur alt, dachte Sallovinus. Sein Blick glitt über die Bücher. Es half nichts, er musste sich erneut von einigen trennen. Ruben konnte das übernehmen, wenn er aus der Werkstatt kam. Der Alte sah zu,

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