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Bestie Belinda

Bestie Belinda

Titel: Bestie Belinda
Autoren: Jason Dark
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» Time over, Dungeon! Nichts geht mehr. Vorbei. Du bist so gut wie tot. Drei Morde in drei Staaten. Und ich habe dich erwischt!« Die Stimme klang kalt, ohne Emotionen, aber sie vibrierte leicht, ein Zeichen, dass der Sprecher doch nicht unberührt blieb.
    Dungeon, der Killer, der lange im Dschungel von Guatemala gelebt hatte und deshalb diesen Spitznamen besaß, grinste kalt aus seinem dunklen Bartgestrüpp hervor und gleichzeitig durch die Zwischenräume des Zellengitters.
    »Danke, Miller, du Arschloch. Aber du irrst dich!«
    »Ach ja?«
    Der Killer sprach weiter. »Ich lebe, Miller. Zwar beschissen, aber ich lebe. Du wirst bald tot sein, das spüre ich. Ich kann sie nicht sehen, doch fühlen. Sehr genau sogar, kenne mich da aus. Über deinem Kopf schwebt schon die Aura des Todes. Da hat der Sensenmann bereits seine Hand nach dir ausgestreckt. Im Wald lernt man das. Da ist man oft sehr allein und kann sich auf andere Dinge konzentrieren. Auf die Natur, ohne Menschen. Auf das, was dahinter steckt. Ich möchte nicht in deiner Haut stecken. Nicht um alles in der Welt.« Zum Abschluss nickte er und schlug wie zum Hohn ein Kreuzzeichen.
    Der FBI-Agent hatte alles gehört. Er verzog seinen schmallippigen Mund. »Spar dir deine Scheiße, Dungeon. So wie du redet nur jemand, der selbst Schiss hat. Dich wird es erwischen. Man macht dir den Prozess, und dann bist du reif. Kann sein, dass ich sogar zu deiner Hinrichtung komme, um mich zu amüsieren. Wenn du winselst, fange ich an zu lachen, Killer.«
    »Keine Chance, Miller, du stirbst vor mir!«
    Der G-man streckte den Mittelfinger der linken Hand in die Höhe, drehte sich um und ging. Er wollte Miller nicht mehr sehen, den man Dungeon nannte.
    Er ging durch den kahlen Gang und fühlte sich gut und stark. Es war geschafft. Er hatte Miller gestellt, und es war gar nicht mal schwer gewesen. Im Schlaf überrascht. Handschellen anlegen und vorbei. Miller hatte sich später auch nicht gewehrt. Fast schien er froh darüber gewesen zu sein, dass die Jagd nach ihm ein Ende hatte. Was nun folgte, kümmerte Miller nicht.
    Es war nur noch eine Zelle besetzt. Hinter dem Gitter hockte ein bulliger Kerl auf der Pritsche, dessen rechte Hand von einem Verband umwickelt war. Bei seiner Festnahme hatte es eine Schießerei gegeben. Eine Kugel hatte seine Hand durchschlagen.
    Hier in Texas ging es eben hart zur Sache, und Miller gehörte zu den Leuten, die diese Härte befürworteten. Weg mit dem Pack. Am besten für immer. Dass dabei auch Unschuldige hingerichtet wurden, störte ihn nicht.
    Der Sheriff wartete vorn in seinem Office. Er hatte die Beine hochgelegt und starrte auf den Monitor seines Computers, auf dem sich nichts abmalte. Als Miller ankam, drehte er sich gemächlich um.
    Der Sheriff war ein Mann um die 50. Klein, breitschultrig, ein Kraftpaket. Er hatte ein rundes Gesicht und kalte Augen.
    »Alles klar, Miller?«
    »Ja, abgehakt.« Der FBI-Agent ging zum Wasserbehälter und füllte ein Glas. Er setzte sich nicht, als er trank und schaute versonnen auf zwei alte Steckbriefe, die noch an der Wand klebten.
    »Wann fahren Sie wieder zurück nach Houston?«
    »Heute nicht mehr. Ich übernachte.«
    »Wo?«
    »In einem Motel.«
    »Ah ja.«
    »Warum?«
    Der Sheriff hob die Schultern. »War nur eine Frage. Es gibt auch Papierkram zu erledigen.«
    »Machen wir von Houston aus.«
    »Gut.« Eigentlich ärgerte sich der Mann mit dem Stern darüber, dass nicht er es gewesen war, der den Killer gestellt hatte. Das Schicksal hatte es anders gewollt. Da musste er sich fügen. Zudem mochte er Miller nicht. Das hatte nicht mal etwas Persönliches, sondern allgemein waren ihm die FBI-Bullen unsympathisch. Die traten immer auf, als gehörte ihnen die Welt. Obwohl der Sheriff sich in seinem Kaff nicht anders verhielt. Deshalb hatte er dem Mann auch nicht das Angebot gemacht, mit ihm ein Glas trinken zu gehen.
    »Wann wird er abgeholt?«
    »Später.«
    »Morgen?«
    »Nehme ich an.« Miller hatte den Becher leergetrunken und warf ihn in einen Papierkorb. Ein Mann mit flachsblonden Haaren, gar nicht mal groß, sogar recht unscheinbar, doch wer ihn näher kannte, dem fielen auch die kalten Augen auf. Für andere Menschen hatte Miller nur wenig übrig. Der Job war wichtig.
    »Ich fahre dann wieder!« Er nickte dem Sheriff zu. »Wir werden noch voneinander hören.«
    »Ja, denke ich auch.«
    Miller ging. Für ihn war dieser Job abgeschlossen. Ein neuer wartete bestimmt schon auf ihn. Der Mann war ein

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