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Beruf - Herzensbrecher

Beruf - Herzensbrecher

Titel: Beruf - Herzensbrecher
Autoren: Aimee Carson
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1. KAPITEL
    Hunter Philips stand breitbeinig mit verschränkten Armen vor dem Fernseher im Green Room des Fernsehsenders WTDU in Miami und beobachtete seine Kontrahentin. Carly Wolfe lächelte ins Publikum und zum Talkshow-Moderator. Die Wichtigtuerin war hübscher, als er gedacht hatte, mit langem braunen Haar, das ihr über die Schultern fiel. Ihre Beine waren elegant übergeschlagen. Ihr Kleid mit Leopard-Druck wirkte verspielt, war verführerisch kurz und passte zu ihren mörderischen Stöckelschuhen. Ein perfekter Look für die mitternächtliche Live-Talkshow. Doch vor allem, um Männer zu ergebenen Zombies zu machen.
    Wahrscheinlich klebte jeder Mann im Sendegebiet gerade am Bildschirm.
    Der blonde Talkmaster war ihr offensichtlich schon verfallen. Brian O’Connor lehnte sich hinter seinem Mahagoni-Schreibtisch zurück und lächelte Carly Wolfe an, die ihm schräg gegenübersaß. „Ich fand es hinreißend, wie Sie in Ihrem Blog, wie soll ich sagen … auf kreative Weise versuchen, Hunter Philips zu einem Kommentar zu bewegen, bevor Sie Ihre Geschichte im Miami Insider veröffentlichten. Als Besitzer einer nationalen Sicherheitsfirma hat er wohl keine Zeit für die Presse.“
    Ihr Lächeln war warm und offen. „Man sagte mir, er sei sehr beschäftigt.“
    „Wie oft haben Sie ihn kontaktiert?“
    „Ich habe sechs Mal mit seinem Sekretariat telefoniert.“ Carly Wolfe verschränkte ihre Finger um ihr Knie und lächelte ihren Gesprächspartner verschmitzt an. „Sieben, wenn Sie meinen Versuch mitzählen, bei seiner Firma ein Virenschutzprogramm für mein soziales Netzwerk zu kaufen.“
    Der Moderator lachte mit dem Publikum. Er war offensichtlich von seinem Gast verzaubert, was Hunter spöttisch lächeln ließ. Carly Wolfe hatte das Publikum mit ihrer lebensfrohen Art um den kleinen Finger gewickelt.
    „Ich bin mir zwar nicht sicher“, sagte Brian O’Connor in seiner sarkastischen Art, die ihn bei seinem jungen Publikum so beliebt gemacht hatte, „aber ich glaube, Hunter Philips’ Firma kümmert sich normalerweise um kompliziertere Fälle als die Sicherheit Ihrer Webseite.“
    Ihre Augen funkelten schelmisch. „Das hat mir seine Sekretärin auch zu verstehen gegeben.“
    Hunter konnte sich von diesen bernsteinfarbenen Augen und ihrer gebräunten Haut nicht losreißen. Gutes Aussehen hatte er gelernt zu ignorieren, doch in den letzten Wochen hatte ihn ihre Art, ihn um einen Kommentar zu bitten, mehr und mehr fasziniert. Unglücklicherweise waren ihr Sex-Appeal und ihre geistreiche Art eine fast unwiderstehliche Kombination.
    Hunter mahnte sich zur Ruhe, während er seine Optionen durchging. Jahre zuvor war er darauf trainiert worden, nicht zu agieren, bis sich der Adrenalin-Level in seinem Körper gesenkt hatte – egal, welche Gefahr drohte. Wie banal, dass die Bedrohung nun in Form einer hübschen Reporterin kam.
    Hunter zwang sich, weiter zuzuhören.
    Brian O’Connor fuhr fort. „Miss Wolfe, würden Sie den wenigen Menschen in Miami, die Ihre Artikel noch nicht kennen, erzählen, warum Sie so wütend auf Hunter Philips sind?“
    „Er hat eine Schluss-Mach-App für Handys entwickelt. Also ein Programm, das automatisch eine Nachricht per Handy versendet, in der dann steht, dass Schluss ist. Den ‚Laufpass-Geber‘“, antwortete sie. Das Publikum lachte erneut, und Hunter grinste selbstzufrieden. Sein Partner Pete Booker hatte da wirklich einen guten Namen gewählt. „Per Anrufbeantworter, Textnachricht, sogar via E-Mail“, fuhr sie fort. „Wir alle haben schon einmal einen Korb bekommen.“ Sie wandte sich dem Publikum zu. „Stimmt’s, oder hab ich recht?“
    Eine Runde Applaus und Gejohle vom Publikum folgte als Antwort. Hunter verzog sein Gesicht. Er hatte begonnen, nebenher Apps zu designen, weil er ruhelos war – nicht , um seiner Firma ein PR-Problem zu bereiten. Vor allem nicht mit einem Programm, welches er vor über acht Jahren entworfen hatte.
    Hunter zwang sich zurück ins Hier und Jetzt und hörte, wie der Talkmaster Carly eine Frage stellte. „Möchten Sie sich noch immer mit Mr Philips unterhalten?“
    „Selbstverständlich“, sagte Carly Wolfe. „Ich sehne mich danach, ihn zu treffen – sei es auch nur für eine Minute.“ Sie wandte sich erneut dem Publikum zu. „Was denkt ihr? Soll ich Mr Philips weiter hinterherlaufen und um einen Kommentar bitten?“
    Das Publikum wollte Hunter hängen sehen, so viel war klar, und seine Muskeln spannten sich, als er das Gejohle

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