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BattleTech 48: Truegerische Siege

BattleTech 48: Truegerische Siege

Titel: BattleTech 48: Truegerische Siege
Autoren: Loren Coleman
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Mech ein bedrohliches Aussehen, stellte Michael fest, obwohl er wusste, dass Mechcockpits in Wahrheit düstere, enge Löcher waren, die nur vom gedämpften Licht der Instrumentenkonsolen, ein paar Monitoren und verschiedenen Warnzeichen und lämpchen erhellt wurden, auf deren Anblick jeder Krieger mit Freuden verzichtete. Effekthascherei, stufte er die rote Beleuchtung ein. Passend zur metallisch blauen Lackierung des Standbilds und dem blinkenden Neonschriftzug ›DIE SPIELE SIND ERÖFFNET‹, der darüber von der Decke hing.
»Ich frage mich, was für ein BattleMech das ist.« Die Frau schaute in den Lauf des linken Gaussgeschützes. Sie schauderte. »Er sieht jedenfalls tödlich genug aus.«
Der Ehemann sah zum Cockpit hoch. »Kreuzritter vielleicht? Du erinnerst dich, wie der in dem AllardLiao-und-Cox-Teamkampf gegen das Skye-TigerTeam vor ein paar Jahren...« Seine Stimme verklang unschlüssig.
Michael hätte fast laut gelacht. Wenn man das Gewicht um zwanzig Tonnen reduzierte und die Offensivbewaffnung auf Raketen statt Direktfeuerwaffen umstellte, dann konnte man diese Maschine mit reichlich Phantasie möglicherweise für einen Kreuzritter halten... einen auf dem modernen Schlachtfeld veralteten Mechtyp.
»Es ist ein Kanonenboot«, stellte er gelassen fest. »Typenkennzeichnung KNB-1 Doppel-O T. Überschwerer BattleMech, fünfundachtzig Tonnen. Zwei Gaussgeschütze in den Armen und vier Laser auf den Schultern.«
Die beiden musterten ihn mit plötzlichem Interesse. Ihre Blicke wanderten über seine Ausgehuniform, der man seine Herkunft deutlich ansah. Die weiße Jacke, die blaue Hose mit den gold-roten Litzen und die dunkelblaue Schärpe stammten unübersehbar aus den Vereinigten Sonnen, der Davion Hälfte der kürzlich zerbrochenen Steiner-Davion-Allianz. Auf das Cape hatte er verzichtet, weil es ihm im Zwischendeck deplatziert erschienen wäre, aber er war zu stolz gewesen, um seine Uniform aufzugeben.
Und warum sollte er auch? Seine offizielle Entlassung wurde erst in ein paar Monaten rechtskräftig, und auch wenn sie in den Unterlagen als NE erschienen - nicht ehrenhaft -, würde Michael selbst nie akzeptieren, was geschehen war. Sein Mech war auf New Canton durch Überhitzung ausgefallen, trotz der Kleinmütigkeitsverdächtigung durch seinen damaligen Kommandeur, was nicht mehr war als eine hochtrabende Umschreibung für Feigheit vor dem Feind. Bei dem bloßen Gedanken daran stieg ihm ein Kloß in die Kehle. Die Wunde war noch zu frisch.
»Lieutenant Michael Searcy«, stellte er sich vor. Er hatte entschieden, dass er besser anfing, die Menschen in seiner neuen Heimat kennenzulernen. Er plante, hier auf Solaris VII einen neuen Anfang zu versuchen.
Die Frau wandte sich mit einem hörbaren Naserümpfen ab. »Ein Davionist«, stellte sie leise fest und verriet damit ebenso deutlich, wem ihre Loyalität gehörte. Dieses Paar stammte mit Sicherheit aus der Lyranischen Allianz, dem ehemaligen Schwesterstaat der Vereinigten Sonnen. Bis vor kurzem hatten diese beiden großen Nationen gemeinsam das Vereinigte Commonwealth gebildet, aber inzwischen hatten sie sich entzweit, und jedes Sternenreich bevorzugte seinen Vertreter der regierenden Steiner-Davion-Linie, Archon Katherine - für ihre Untertanen Katrina - in der Allianz und Prinz Victor im Commonwealth, respektive den Vereinigten Sonnen. Zwischen beiden herrschte reichlich böses Blut.
»VCS, ej?« Dem Mann schien die politische Einstellung seiner Gattin egal zu sein. »Sind Sie gegen die Clans zum Einsatz gekommen?« Eine naheliegende Frage, da Prinz Victor und das VerComMilitär derzeit einen Vergeltungsschlag gegen die Clanner anführten. Ein Feldzug, der echtes Schlagzeilenmaterial darstellte, und vermutlich der einzige Grund, aus dem er Michael überhaupt eines Wortes würdigte.
»Nein, Sir, leider nicht. Nur die Kämpfe auf New Canton gegen die Liao-Marik-Offensive von '57.« Er versuchte, sich nichts anmerken zu lassen. »Ich erhielt meine Entlassung, bevor der Hauptfeldzug gegen Clan Nebelparder begann.« Er verzichtete darauf zu erwähnen, dass er vor einem Kriegsgericht gestanden und seinen Mech verloren hatte, ein Entrechteter geworden war - für jeden MechKrieger ein Schicksal, schlimmer als der Tod.
Aber der Mann schien sich nicht für '57 zu interessieren und noch viel weniger für bescheidene MechKrieger. Nicht hier auf Solaris VII. Er grunzte irgendetwas nicht näher zu Bestimmendes und ließ sich von seiner Frau weiterziehen.
Michael drehte

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