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BattleTech 19: Stahlgladiatoren

BattleTech 19: Stahlgladiatoren

Titel: BattleTech 19: Stahlgladiatoren
Autoren: James D. Long
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Rose mit einem bösartigen Grinsen zu sich. Rose kannte diesen pedantischen Typ zur Genüge. Er war der König dieses kleinen Reviers, und das würde er Rose jetzt spüren lassen. Dessen ungeschickter Auftritt hatte ihn beleidigt, und dafür würde der Ankömmling zahlen. Die Aussicht auf eine schnelle Abfertigung rückte in weite Ferne, als der Beamte betont langsam Rose’ Koffer durchsah, in denen es nichts Ungewöhnliches oder auch nur entfernt Verdächtiges zu finden gab.
    Rose war zum Krieger erzogen worden. Das sah man auch seiner Kleidung an. Das Kriegerleben war sein Erbe – und bis vor kurzem auch sein Beruf gewesen. Er war in dem Glauben, daß er diesen Beruf auch in Zukunft wieder ausüben würde, auf seine Heimatwelt zurückgekehrt. Wie die meisten Soldaten reiste er mit leichtem Gepäck. Die drei Overalls im ersten Koffer waren identisch mit dem, den er anhatte. Sein einziger formeller Anzug lag nach der Suchaktion des Zollbeamten zusammengeknüllt auf einem Haufen, aber das machte Rose nichts aus. Die Kleider waren während der gesamten Reise von Terra hierher eingepackt geblieben, und wenn der Beamte fertig war, würden sie auch weiter eingepackt bleiben, zerknüllt wie sie waren. Rasierzeug, Unterwäsche, Socken, Gürtel und Stiefel fanden sich bald darauf im selben Haufen wieder. Nach dreißig Minuten wandte der Mann sich schließlich dem zweiten Koffer zu. Ringsum hatte sich der Raum mit den Passagieren gefüllt, die Rose zu Beginn hinter sich gelassen hatte.
    »Soviel zum ersten, Sohnemann. Was haben wir denn in dem hier?« Der Beamte stellte den Koffer auf die Seite und versuchte, die beiden Verschlüsse zu öffnen. Trotz seiner Anstrengungen bekam er den Koffer jedoch nicht auf, obwohl dieser offensichtlich unverschlossen war. Rose lächelte, als der Mann zu ihm aufsah.
    »Sie gestatten.« Rose legte den Koffer vor sich hin und schob die Schlösser mit beiden Daumen auf. Dann drehte er den Koffer herum und trat etwas zurück. »Er ist auf meine Daumenabdrücke geeicht.« Der Beamte warf Rose einen bösen Blick zu. »Sorry.«
    Als er den Deckel des Spezialkoffers hob, konnte der Beamte seine Überraschung nicht verbergen. Im Innern des Koffers fand er eine einzelne Laserpistole mit drei Energiemagazinen. Ohne Rose anzusehen, hob er die Pistole heraus.
    »Hübsche Waffe hast du da, Sohnemann. Aber ein bißchen vorderlastig.«
    Rose zuckte die Achseln. Die Waffe war sein ganzer verbliebener Stolz. Sie war speziell für seine großen Hände und langen Arme angefertigt und besaß eine größere Reichweite und Durchschlagskraft als jede andere Laserpistole, die er je gesehen hatte. Sie war fast schon ein Lasergewehr mit verkürztem Griff.
    »Wozu brauchen Sie so eine Pistole?«
    »Ich wußte nicht, daß Pistolen auf Northwind verboten sind«, erwiderte Rose gleichmütig.
    »Das sind sie auch nicht. Außer für Leute, die Ärger machen wollen oder vorbestraft sind.«
    »Auf mich trifft keines von beiden zu.« Rose zeigte dem Mann die offenen Handflächen und ein entwaffnendes Lächeln. Der Beamte schien keineswegs überzeugt.
    »Das ist eine MechKriegerwaffe. Das Fabrikat kenne ich allerdings nicht. Halten Sie sich für einen MechKrieger?«
    Ja, Rose war ein MechKrieger, aber ohne Mech. Das machte ihn zu einem Entrechteten. Die Bemerkung des Beamten war schmerzhaft. Er starrte den kleinen Mann wütend an.
    »Sie sind also ein Mechjockey.« Der Mann legte die Waffe zurück in den Koffer und schloß den Deckel. »Papiere.«
    Selbst im modernen Zeitalter der Computer und Mikroprozessoren zogen die meisten Menschen für Ländereien und anderes wertvolles Eigentum Besitzurkunden auf Papier oder Plastik vor. Die Möglichkeit, einen bedruckten Bogen in der Hand zu halten und die Unterschrift darauf zu betrachten, gab dem Ganzen etwas Solides. Zusätzlich zu den elektronischen Daten nahmen die meisten Menschen Papiere über ihren wichtigsten Besitz mit, wenn sie umzogen.
    Der Zollbeamte wartete darauf, daß Rose ihm die Papiere für den BattleMech zeigte, den er an Bord des Landungsschiffes vermutete. Rose griff in die Innentasche seiner Lederjacke und warf ein Bündel Papiere auf den Waffenkoffer. Der Beamte nahm es auf und sah die Formulare durch.
    »Kein Mech?«
    Rose schüttelte den Kopf. Er sprach es nicht aus.
    »Entrechtet.« Die Stimme des Beamten durchschnitt den Lärm der Menge. Ringsum drehten sich die Köpfe in seine Richtung. Alle Augen waren auf den erstarrten Rose gerichtet. Hätte er die Menge

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