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Barcelona. Eine Stadt in Biographien: MERIAN porträts (MERIAN Digitale Medien) (German Edition)

Barcelona. Eine Stadt in Biographien: MERIAN porträts (MERIAN Digitale Medien) (German Edition)

Titel: Barcelona. Eine Stadt in Biographien: MERIAN porträts (MERIAN Digitale Medien) (German Edition)
Autoren: Wolfhart Berg
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Doch erst sein Sohn
Alfons I
führt als Graf von Barcelona den Titel König von Aragón und Barcelona und verlegt seinen Herrschersitz ans Meer. Bis ins 13 . Jh. kann so die Konföderation aus Aragón, Barcelona und den fränkischen Grafschaften Carcassonne, Avignon sowie Montpellier die zentralistischen Herrschaftsansprüche der kastilischen Könige in Madrid sowie die Mauren in Schach halten.
    Bis Jaume I an die Macht kommt. Zum König von Catalunya und Aragón wird er zwar schon als Fünfjähriger gekrönt. Aber erst als Volljähriger, nämlich mit 16  Jahren, löst er sich aus dem Erziehungskorsett des Templerordens und entzieht sich der Bevormundung des nach dem Tod seiner Eltern eingesetzten Kronrats.
    Der junge König ist ein tapferer Krieger mit heißem Herzen und kühlem Kopf. Der Chronist und Zeitzeuge Bernard Desclot beschreibt ihn so: »Jaume war der stattlichste Mann der Welt. Er war eine Handbreit größer als alle anderen Männer und in jeder Hinsicht wohlgestaltet. Das Gesicht eindrucksvoll, die Nase lang, der Mund groß, die Zähne perlweiß. Die Augen funkelten, das rote Haar schien wie von Gold durchwirkt, die Schultern waren breit. Er war geschickt im Umgang mit Waffen, mutig, großherzig und freundlich zu allen. Aber all sein Sinnen und Trachten war allein darauf gerichtet, gegen die Sarazenen Krieg zu führen.«
    Mit 21 hat König Jaume I schon einige Scharmützel hinter sich; er gilt als guter Staatslenker und noch besserer Militärstratege. Für sein Barcelona sieht er zwei große Probleme: Der Hafen versandet zu schnell und bremst dadurch den Handel bzw. die internationale Schifffahrt. Vor allem die tief liegenden Karavellen können oft nicht richtig beladen werden. Jaume lässt deswegen über Jahrzehnte die Hafeneinfahrt bis zur Mole am heutigen Passeig de Colom von Schiffen mit Seilwinden ausbaggern. Außerdem ordert er in den Werften, den Vorgängern der berühmten
Drassanes Reials
( ▶ G 7 ) hinter dem Kolumbus-Denkmal 21 ( ▶ G/H 6 ) , Kriegsschiffe mit weniger Tiefgang.
    Sein zweites großes Problem sind die Mauren, die immer noch in Valencia und vor allem auf den Balearen herrschen und den Seehandel empfindlich stören. Da die größeren Schiffe mit Kurs aufs weite Mittelmeer noch nicht dicht am Wind segeln und somit Mallorca, Menorca und Ibiza nicht umfahren können, machen die Kaufleute von Barcelona Druck.
    Auch König Jaume I will es jetzt wissen: Mit den Goldmünzen reicher christlicher und jüdischer Handelshäuser sowie mit militärischer Hilfe aus Aragón, Marseille und Tarragona stellt er 1229 eine Flotte aus 500  Schiffen mit 1000  Matrosen und über 5000  Soldaten zusammen und greift die Mauren auf den Balearen an. In nur fünf Jahren hat er 1234 die Araber nach über 300 -jähriger Herrschaft von den Inseln vertrieben. So rühmt sich der Conqueridor selbst: »Als ich Mallorca eroberte, da gelang mir mit Gottes Hilfe die ruhmreichste Waffentat, die ein Mensch in den vergangenen hundert Jahren vollbracht hat.« Das ist gar nicht mal übertrieben. Dann schickt sich der siegestrunkene Jaume 1234 an, Sardinien zu erobern, und er siedelt danach katalanische Verwalter und Bauern an der Nordwestküste der Insel an. Noch heute sprechen die sardischen Einwohner von Alghero Català.
    Ab 1236 jagt er die Mauren auch noch aus Valencia davon. Genua, Sizilien und Neapel ergeben sich Barcelonas Übermacht bis ins 18 . Jh. hinein. Sogar Athen bittet um Hilfe aus Barcelona – und ordnet sich unter.
    Das »mare nostrum« ist nun Barcelonas Handels- und Herrschaftsimperium. Das katalanische Königreich erstreckt sich von der Provence über Barcelona bis nach Valencia. Seine Schiffe können ungehindert bis Byzanz fahren, 80 katalanische Konsulate werden im Mittelmeerraum eröffnet, Barcelonas Gesetze gelten als internationale Rechtsbasis. Matrosen und Kaufleute tragen das Català rund um das Mittelmeer. Die Sprache ist es, die in den nächsten 250  Jahren die katalanische Nation ausmacht. Wichtigster Identitätsstifter ist der Poet, Philosoph und christliche Vordenker Ramón Llull, der mit seinen Schriften sogar den deutschen Philosophen Gottfried Wilhelm Leibniz beeinflusst.
    Llulls Eltern hatten König Jaume die Kriege vorfinanziert; sie bekamen dafür große Ländereien auf Mallorca. Ihr Sohn Ramón wird in der zweiten Hälfte des 13 . Jh. der wichtigste Berater für Jaume I bis zu dessen Tod im Jahr 1276 .
    Der Herrscher ordnet zuvor sein reiches und mittlerweile

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