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Ball der Traeume

Ball der Traeume

Titel: Ball der Traeume
Autoren: Trish Morey
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1. Kapitel
     
    Was für ein Tag! Bis jetzt hatte er schon zwei Lieferanten gefeuert, die ihn versetzt hatten, hatte seinem EDV-Fachmann die Hölle heiß gemacht, weil er das neue Softwareprogramm immer noch nicht geliefert hatte, und hatte sich mit seinem Geschäftsführer gestritten, der jedem Angestellten der Firma einen Weihnachtsbonus zukommen lassen wollte. Einen Weihnachtsbonus, der so hoch war, dass man davon bequem ein ganzes Dritte-Welt-Land hätte ernähren können.
    Nicht einmal elf Uhr, und er hatte schon an allen Fronten Krieg geführt.
    Nicht einmal elf Uhr, und es sah ganz so aus, als würde dies ein perfekter Tag.
    Damien lehnte sich in seinem ledernen Bürosessel zurück, verschränkte die Hände hinter dem Nacken, legte die Füße auf den Schreibtisch und atmete tief durch. Das Bürogebäude seiner Firma stand in der Collins Street, und das große Panoramafenster bot einen fantastischen Blick auf die Skyline von Melbourne. Damien schloss die Augen und ging im Geist noch einmal die turbulenten Ereignisse des Morgens durch.
    Er galt als schwierig, skrupellos und als ein Mann, den man fürchten musste. Damien DeLuca wurde allgemein als der härteste Konzernchef südlich des Äquators angesehen. Offensichtlich hatte er heute wieder einmal alles getan, um diesen Ruf zu verdienen.
    Das war ihm nur recht. Ja, er war sogar stolz darauf. Schließlich hatte es Jahre gedauert, dieses Image aufzubauen. Als jüngster Sohn einer italienischen Einwandererfamilie gehörte er in Australien zur ersten Generation. Seine Eltern waren vor über fünfunddreißig Jahren hierher gekommen, um ihr Glück zu machen. Er hatte sehr hart arbeiten müssen, um sich seinen Platz in der Geschäftswelt zu erobern, und ganz unten angefangen. Als Junge hatte er seinen Eltern in ihrem Gemüseladen geholfen, danach mit Hilfe eines Stipendiums eine der besten Universitäten des Landes besucht und sein Studium mit Auszeichnung abgeschlossen – mit einem Diplom als Betriebswirt und als Managementexperte. Dann hatte er die Wahl unter vielen Angeboten gehabt.
    Nach einem kurzen Gastspiel in einem größeren Konzern hatte er nach nur zwei Jahren seine eigene Firma für Softwareentwicklung gegründet. Schon bald waren sie zu einer ernsthaften Konkurrenz auf diesem Sektor geworden.
    Nach weiteren zwei Jahren hatte er zwei seiner Konkurrenzfirmen übernommen und galt seitdem in der ganzen Branche als innovativer Unternehmer. Seine Firma wurde als Erfolgsmodell angesehen, das viele zu kopieren versuchten. Aber eigentlich war sein Erfolg kein Geheimnis. Er hatte Delucatek nicht dadurch groß gemacht, dass er zu allen nett war. Er hatte sein Ziel dadurch erreicht, dass er höchste Ansprüche an seine Mitarbeiter und an sich selbst stellte.
    Und er hatte alles aus eigener Kraft erreicht. Damien hatte keine Zeit für Partner, es lag ihm nicht, die Kontrolle mit jemand anderem zu teilen. Er war der Boss, nicht mehr und nicht weniger. So lebte er sein Leben, geschäftlich wie privat. Die Frauen, mit denen er sich für kurze Zeit einließ, mussten das akzeptieren, selbst wenn manche von ihnen glaubten, ihn ändern zu können. Aber in dieser Hinsicht sahen sie sich getäuscht. Er brauchte sie nicht.
    Damien DeLuca brauchte niemanden.
    Er schwang die Füße vom Schreibtisch, blickte auf seine Rolex und runzelte die Stirn. Enid Crowley, seine Assistentin, sollte nach ihrer Pause jeden Moment mit einem Kaffee für ihn erscheinen. Und sein Geschäftsführer Sam Morgan kam zu spät, um ihm die internationale Marketingkampagne für ihr neues Softwareprodukt zu präsentieren.
    Viel zu spät!
    Ärgerlich stand Damien auf. Was fiel Sam nur ein? Er brauchte schließlich seine Zustimmung für die Kampagne, die mehrere hunderttausend Dollar kostete. War ihm die Sache nicht wichtig genug, um wenigstens pünktlich zu erscheinen? Das war kein gutes Zeichen für die Kampagne.
    Noch weniger war es ein gutes Zeichen für Sam.
     
    Was für ein Tag! Das brauchte sie nicht. Nicht heute!
    Eve Summers drückte die Mappe mit den Unterlagen für die Kampagne an sich und versuchte, die Tränen zurückzudrängen, aber ihre Kehle war wie zugeschnürt. Ausgerechnet heute war sie mit einer schwierigen Aufgabe betraut worden, die sie mit der Konzernspitze konfrontieren würde.
    Ausgerechnet heute musste Sam eine Erkältung bekommen!
    Normalerweise hätte sie sich sehr über die Gelegenheit gefreut, dem gefürchteten Boss ihre Vorschläge präsentieren zu können. Schließlich war

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