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auf toedlichem Kurs

auf toedlichem Kurs

Titel: auf toedlichem Kurs
Autoren: Ben Nevis
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Chaos im Karteikasten
    Justus Jonas hatte soeben den Campingwagen abgeschlossen, als er seinen Onkel Titus, bei dem Justus seit dem Tod seiner Eltern wohnte, auf sich zueilen sah. Auf den ersten Blick hin war Titus anzusehen, dass etwas passiert sein musste, das ihm nicht gefiel.
    »Wartet einen Moment!«, wies Justus seine Freunde Peter und Bob an, die sich bereits ihre Fahrräder geschnappt hatten.
    Kaum war Titus Jonas in Hörweite, platzte er auch schon heraus: »Justus! Hast du etwa in meinem Karteikasten gestöbert? Da herrscht eine totale Unordnung! Du sollst mich doch fragen, wenn du etwas wissen möchtest!«
    »Ich habe nichts angerührt!«, antwortete Justus wahrheitsgemäß. »Ehrenwort!«
    »Dann war es Mathilda! Ich kann es einfach nicht leiden, wenn im Karteikasten so ein Durcheinander herrscht wie ... wie ...«
    »Wie auf deinem Schrottplatz!«, vollendete Justus schmunzelnd den Satz. Das war etwas frech und er musste sich geschickt ducken, um dem Öllappen auszuweichen, den Onkel Titus nach ihm geworfen hatte. Warum lag auch immer so viel Kleinzeug auf dem Schrottplatz herum. »Vielleicht war es ja ein Einbrecher!«, fügte Justus hinzu, als er sich wieder aufgerichtet hatte. »Schließlich notierst du auf den Kärtchen, wer bei uns den ein oder anderen verdächtigen Gegenstand gekauft hat, dessen Herkunft dir nicht ganz klar war!«
    Jetzt musste Onkel Titus doch lachen. »Dass du auch immer gleich einen Fall für die drei ??? wittern musst! Ich wette, der wahre Grund für die Unordnung in meinem Kästchen ist: Deine Tante war mit dem Staubtuch unterwegs. Sie hat nämlich gerade die Putzwochen ausgerufen!«
    » Gerade ist gut«, murmelte Bob in sich hinein. »Putzen ist doch ihre Dauerleidenschaft!«
    Das war das Stichwort. »Wer von euch Jungs möchte beim Aufräumen helfen?«, drang plötzlich die kräftige Stimme von Tante Mathilda aus dem geöffneten Küchenfenster hervor. Wenn es um Arbeit auf dem Schrottplatz ging, witterte sie die drei ??? Meilen gegen den Wind. »Wo steckt ihr schon wieder?«
    »Nichts wie weg!«, drängelte Peter nervös zum Aufbruch. »Es ist unhöflich, wenn wir bei Kommissar Reynolds zu spät kommen. Sonst wird ihm das Eis noch kalt!«
    Die drei Detektive lachten, schwangen sich auf ihre Fahrräder und riefen Titus Jonas, der sich murmelnd nach dem Öllappen bückte, noch einen Abschiedsgruß zu. »Und verrate uns nicht!«
    Schnell passierten sie das Ausfahrtstor. Die nächsten Minuten traten sie erst einmal kräftig in die Pedale. Erst als sie Rocky Beach fast durchquert hatten, drehte sich Bob zu Justus um, der hinter ihm radelte. »Ich dachte immer, Titus macht sich keine Notizen darüber, wem er etwas verkauft hat«, rief er seinem Freund zu.
    Justus schreckte aus seinen Gedanken und schloss zu Bob auf. »Das stimmt«, gab er Bob Recht. »Normalerweise notieren wir uns nicht, an wen wir etwas verkaufen. Das ist viel zu aufwändig. Manchmal wird Onkel Titus jedoch etwas angeboten, dessen Herkunft zumindest zweifelhaft ist. Wenn Titus ahnt, es könnte sich um Diebesware handeln, lehnt er das Geschäft sowieso ab. Aber auch ein so erfahrener Händler wie er kann nicht immer sicher sein. Deshalb schreibt er sich bei manchen Gegenständen auf, an wen er sie verkauft, so dass bei späteren Nachfragen der Weg verfolgt werden kann.«
    »Und wo steckt die Kartei?«
    »Onkel Titus bewahrt sie in einem kleinen Schränkchen neben der Kasse auf. Normalerweise ist es abgeschlossen, aber das Versteck für den Schlüssel ist nicht besonders originell: Er liegt hinter dem linken vorderen Fuß des Schränkchens.«
    Bob nickte und bremste das Fahrrad ab. Die drei ??? hatten Rocky Beach inzwischen verlassen. Jetzt standen sie vor der gefährlichen Aufgabe, über den viel befahrenen Pacific Coast Highway zu gelangen, ohne dafür mit dem Leben zu zahlen. Nach minutenlanger Warterei sprang die Fußgängerampel endlich für einige Sekunden auf Grün und die drei ??? konnten in die kleine Stichstraße rollen, die zu einer luftig gebauten Wohnanlage führte. Dort hatte sich Kommissar Reynolds nach seiner Pensionierung von seinen Ersparnissen eine hübsche kleine Wohnung gekauft. Sie lag im zweiten Stock und Reynolds musste sein gesamtes Geld in die Wohnung gesteckt haben. Von der Terrasse aus konnte man sogar das Meer sehen, das ein Stück weit unterhalb der Anlage unaufhörlich gegen die Felsen von Kalifornien stieß. Ein traumhafter Anblick, zumindest wenn nicht gerade mal wieder der Nebel

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