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Assassin's Creed: Revelations - Die Offenbarung (German Edition)

Assassin's Creed: Revelations - Die Offenbarung (German Edition)

Titel: Assassin's Creed: Revelations - Die Offenbarung (German Edition)
Autoren: Oliver Bowden
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breche ich jetzt auf. Bevor die Templer wieder zu Kräften kommen.“
    „Du tust also den ersten Schritt.“
    „So könnte man sagen.“
    Sie nahm sein Gesicht in ihre Hände. Er sah sie ein letztes Mal an. Sie war auch mit neunundvierzig Jahren noch eine umwerfend schöne Frau, ihr dunkles Haar war unverändert dunkel, ihr feuriges Wesen ungelöscht. Manchmal bedauerte er es, dass sie nach dem Tod ihres Gatten keinen neuen Mann gefunden hatte, aber sie widmete sich ganz ihren Kindern und ihrer Arbeit und machte kein Geheimnis daraus, dass sie gern in Rom lebte. Unter Papst Julius war Rom wieder zu einer fortschrittlichen Weltstadt und zu einem Mekka für Kunst und Religion geworden.
    Sie umarmten sich, dann stieg Ezio auf sein Pferd, das an der Spitze der kurzen Kavalkade für ihn bereitstand. Fünfzehn bewaffnete Reiter würden ihn begleiten, angeführt von Bartolomeo, der schon im Sattel saß und dessen Ross ungeduldig mit den Hufen stampfte und zum Aufbruch drängte. Auf einem Wagen transportierten sie Ausrüstung und Vorräte. Alles, was Ezio selbst brauchte, befand sich in zwei schwarzen Satteltaschen aus Leder. „Ich werde mich unterwegs mit Lebensmitteln versorgen“, sagte er zu Claudia.
    „Darauf verstehst du dich ja gut“, erwiderte sie mit einem Lächeln.
    Ezio ließ sich im Sattel nieder, hob eine Hand, wendete sein Pferd, und als Barto sein Tier neben ihn gelenkt hatte, setzten sie sich in Bewegung, am Ostufer des Flusses entlang, fort vom Hauptquartier der Assassinen auf der Tiberinsel, in Richtung des Stadttors und der langen Straße nach Süden.
    Sie brauchten fünfzehn Tage bis Bari, und kaum waren sie dort eingetroffen, verabschiedete sich Ezio eilig von seinem alten Freund, um gleich mit der ersten Flut auslaufen zu können. Er nahm ein Schiff, das zu der türkischen Handelsflotte unter der Führung von Piri Reis und seiner Familie gehörte. Als einziger Passagier an Bord bezog er die Heckkabine der Lateinersegel-Dau und nutzte die Gelegenheit, einmal mehr die Grundausrüstung zu überprüfen, die er mitgenommen hatte. Zwei verborgene Klingen, für jedes Handgelenk eine, seinen Metallschutz für den linken Unterarm, um Schwerthiebe abzuwehren, und die Federdruck-Pistole, die Leonardo für ihn angefertigt hatte, zusammen mit all seinen anderen Spezialwaffen, basierend auf alten Plänen, die er im Kodex der Assassinen entdeckt hatte.
    Ezio reiste mit leichtem Gepäck. In Wahrheit rechnete er damit, Masyaf – wenn er die Burg denn erreichte – verlassen vorzufinden. Zugleich gestand er sich jedoch ein, dass ihn die Dürftigkeit der Informationen über Aktivitäten der Templer in diesen scheinbar oder zumindest relativ friedlichen Zeiten beunruhigte.
    Was diesen zweiten Teil seiner Reise, der ihn nach Korfu führte, anging, wusste er, dass er kaum etwas zu befürchten hatte. Piri Reis galt unter den Osmanen als hervorragender Kapitän und war früher selbst einmal Pirat gewesen. Seine Männer wussten also, wie mit Seeräubern umzugehen war, wenn die Furcht vor Piris Namen allein sie nicht fernhalten sollte. Ezio fragte sich, ob er den großen Mann auch persönlich kennenlernen würde. Sollte dieser Fall eintreten, hoffte er, dass Piri, der nicht für seine Umgänglichkeit bekannt war, vergessen haben würde, dass die Bruderschaft einst gezwungen gewesen war, ihn von einigen seiner kostbaren Karten zu „befreien“.
    Die Osmanen selbst herrschten heute über Griechenland und einen großen Teil von Osteuropa, im Westen stießen ihre Territorien beinahe an die Venedigs. Nicht jedermann war glücklich mit dieser Situation oder über die Präsenz so vieler Türken in Europa. Doch Venedig hatte nach einem Patt weiterhin Handel mit seinen muslimischen Nachbarn getrieben, und La Serenissima hatte die Herrschaft über Korfu, Kreta und Zypern behalten. Ezio glaubte nicht, dass diese Konstellation von Dauer sein würde. Die Osmanen hatten bereits eroberungslüsterne Vorstöße nach Zypern unternommen. Für den Moment hielt der Frieden jedoch, und Sultan Bayezid war zu sehr mit internen Familienquerelen beschäftigt, um im Westen für Ärger zu sorgen.
    Das klobige Schiff mit dem gewaltigen Segel aus weißer Leinwand schnitt eher wie ein Breitschwert als wie ein Messer durchs Wasser, aber sie lagen trotz Gegenwind gut in der Zeit, und so dauerte die kurze Reise durch die Mündung der Adria kaum mehr als fünf Tage.
    Nach der Begrüßung durch den Gouverneur von Korfu, einem fetten Italiener namens Franco,

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