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Assassin's Creed: Revelations - Die Offenbarung (German Edition)

Assassin's Creed: Revelations - Die Offenbarung (German Edition)

Titel: Assassin's Creed: Revelations - Die Offenbarung (German Edition)
Autoren: Oliver Bowden
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in Versuchung zu führen, mit weiteren Verbesserungsideen aufzuwarten. Aber Leonardo hatte auch schon im Jahr zuvor gesagt, als er sie zuletzt überarbeitet hatte, dass sie nun nicht mehr zu verbessern seien.
    Das würde sich erweisen, wenn sie das nächste Mal auf die Probe gestellt wurden.
    Machiavelli hatte mit anderen Neuigkeiten aufgewartet, als er ihn in Florenz besuchte, einer Stadt, die Ezio noch immer nur voller Trauer betrat, so heftig stürzten dort die Erinnerungen auf ihn ein. An seine verlorene Familie und sein vernichtetes Erbe wie auch an seine verlorene Liebe, die erste und vielleicht einzig wahre seines Lebens, Cristina Calfucci. War es wirklich schon zwölf Jahre her, seit sie durch die Hand der fanatischen Anhänger Savonarolas ums Leben gekommen war? Und nun hatte es wieder einen Todesfall gegeben. Machiavelli hatte ihn zögernd davon unterrichtet. Die treulose Caterina Sforza – die in Ezios Leben ein ebenso großer Fluch gewesen war wie Cristina ein Segen – war unlängst gestorben, als verhärmte alte Frau von sechsundvierzig Jahren, vergessen und verarmt, ihre Vitalität und ihr Selbstvertrauen längst erloschen.
    Als er so durchs Leben ging, gewöhnte Ezio sich an den Gedanken, dass die beste Gesellschaft, die er je haben würde, wohl seine eigene war.
    Aber er hatte keine Zeit zum Trauern und Grübeln. Die Monate flogen nur so dahin, und schon bald war es Weihnachten, und es gab noch so vieles zu erledigen.
    Zu Beginn des neuen Jahres, am Tag des Heiligen Hilarius, war er dann endlich bereit gewesen, und es wurde ein Tag für seine Abreise aus Rom festgelegt. Sein Weg sollte ihn über Neapel in die südliche Hafenstadt Bari führen, begleitet von einer Eskorte, die Bartolomeo organisierte, der auch selbst mit ihm reiten wollte.
    In Bari wollte er die Reise dann per Schiff fortsetzen.

4
    „Gott sei mit dir, Bruder“, hatte Claudia an seinem letzten Morgen in Rom zu ihm gesagt. Sie waren vor Anbruch der Morgendämmerung aufgestanden. Sobald die Sonne aufging, wollte Ezio sich auf den Weg machen.
    „Du musst dich während meiner Abwesenheit hier um alles kümmern.“
    „Zweifelst du an mir?“
    „Nicht mehr. Hast du mir denn noch immer nicht verziehen?“
    Claudia lächelte. „In Afrika gibt es ein großes Tier namens Elefant. Man sagt, es vergäße nie etwas. Genauso ist es mit den Frauen. Aber sorge dich nicht, Ezio! Ich werde mich bis zu deiner Rückkehr um alles kümmern.“
    „Oder bis wir einen neuen Mentor brauchen.“
    Darauf erwiderte Claudia nichts. Ihre Miene wurde ernst. Sie sagte: „Warum gehst du allein auf diese Mission? Warum hast du so wenig davon erzählt, wie wichtig sie ist?“
    „,Wer allein reist, reist schneller‘“, antwortete Ezio mit einem Zitat. „Und was die Einzelheiten angeht, so hinterlasse ich die Papiere unseres Vaters in deiner Obhut. Öffne sie, falls ich nicht zurückkomme! Und über Masyaf habe ich dir alles gesagt, was du wissen musst.“
    „Giovanni war auch mein Vater.“
    „Aber mit dieser Verantwortung hat er mich betraut.“
    „Du hast sie dir genommen, Bruder.“
    „Ich bin der Mentor“, erwiderte er schlicht. „Es ist meine Verantwortung.“
    Sie sah ihn an. „Gute Reise also! Und schreib mir!“
    „Das werde ich. Bis ich in Bari eingetroffen bin, brauchst du dich auch nicht um mich zu sorgen. Barto wird mich bis dorthin begleiten.“
    Sie wirkte trotzdem bekümmert. Es rührte Ezio, dass die starke Frau, zu der seine Schwester herangewachsen war, in ihrem Herzen immer noch eine empfindsame Stelle hatte, die nur ihm galt. Seine Reise auf dem Landweg würde ihn durch die südlichen Gebiete Italiens führen, die unter der Herrschaft der Krone von Aragón standen. Doch König Ferdinand hatte nicht vergessen, was er Ezio schuldig war.
    „Wenn ich auf Abenteuer aus bin“, sagte er zu seiner Schwester, deren Gedanken er erriet, „werde ich keine erleben, bis ich Segel setze. Aber mein Kurs verläuft zu weit nördlich, als dass ich mir wegen Seeräubern Sorgen machen müsste. Nach Korfu bleiben wir dicht an der griechischen Küste.“
    „Ich mache mir vor allem Sorgen darüber, dass dir gelingen könnte, was du dir vorgenommen hast. Nicht weil ich mich um dich selbst sorge … “
    „Ach, nein? Na, vielen Dank!“
    Sie grinste. „Du weißt doch, wie ich es meine. Nach allem, was du mir erzählt hast, und das war so gut wie nichts, die Heilige Veronika ist meine Zeugin, ist ein guter Ausgang wichtig für uns.“
    „Und darum

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