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Anna Strong Chronicles 05 - Blutrotes Verlangen

Anna Strong Chronicles 05 - Blutrotes Verlangen

Titel: Anna Strong Chronicles 05 - Blutrotes Verlangen
Autoren: Jeanne C. Stein
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Jeanne C. Stein
    Anna Strong Chronicles 05 Blutrotes Verlangen
     
     
     
     
     
     
     
     
     
     
     
     
     
     
     
     
     
     
     
     
     
     
     
     
     
     
     
     
     
     
     
     
     
     
    Prolog
    Es war zu dunkel. Sie konnte nichts sehen. Sie rümpfte die Nase. Irgendetwas stank hier. Es stank nach Urin und Erbrochenem und…
    …Tod. Sie erkannte den Geruch, obwohl ihr das nicht möglich sein sollte. Vor vierundzwanzig Stunden hätte sie ihn noch nicht wahrnehmen können.
    Sie fürchtete sich. Er sollte doch hier sein. Er hatte ihr versprochen, dass er da sein würde. Sie trat näher an die Wand heran, weg von der Tür. Die Dunkelheit grapschte mit eisigen Fingern nach ihr. Sie war zu neu. Sie fühlte sich verletzlich und schutzlos. Ihr Blut, sein Blut, rann durch ihre Adern, doch es bot ihr keinen Schutz. Wo war die Kraft, die er ihr versprochen hatte? Die Freiheit von jeglicher Angst?
    Sie begann zu zittern. Sie war so hungrig. Sie musste trinken. Er hatte gesagt, er würde hier sein und ihr helfen. Ihr zeigen, was sie tun musste.
    Ein Geräusch, das Scharren von Krallen auf Beton, ließ sie zusammenfahren. Die Haut an ihrem Steißbein spannte sich. Hier drin waren Ratten. Er erwartete doch nicht, dass sie Ratten fraß, oder? Nein, er würde sie wieder bei ihm trinken lassen, wenn er nichts anderes geplant hatte. Sie würde niemals Ungeziefer fressen, ganz gleich, wie hungrig sie war.
    Kribbelnde Erregung breitete sich in ihr aus. Sie hatte es geschafft. Sie war ein Vampir geworden, gehörte nun zu den Mächtigen, den Unsterblichen. Sie war nicht so, wie sie erwartet hatte – die Verwandlung. Doch sie hatte die Schwelle überschritten und war auf der anderen Seite wieder hervorgetreten. Sie war jetzt ein Vampir.
    Warum kauerte sie dann verängstigt hier im Dunkeln wie ein Kind, nur weil er sich verspätete? Hatte er nicht gesagt, dass ihr Instinkt hervorbrechen würde, wenn es an der Zeit war, sich ihren ersten Menschen zu nehmen? Vielleicht hatte er mehr Zutrauen in ihre Fähigkeiten als sie selbst. Vielleicht hatte er beschlossen, sie allein auf die Jagd gehen zu lassen, weil er wusste, was sie konnte.
    Vielleicht stand er direkt hinter dieser Tür und wartete darauf, dass sie… Dass sie was?
    Sie spähte in die Dunkelheit. Hier war niemand. Es waren keine Menschen in diesem Gebäude, da war sie sicher. Sie roch nichts außer dem widerlichen Gestank des Verfalls. Sie hörte keinen Herzschlag, kein Atmen, Schnaufen oder Husten.
    Sie war allein. Mit den Ratten. Sie drückte auf einen Knopf an ihrer Armbanduhr. Die Anzeige leuchtete auf. Sie war seit dreißig Minuten hier. Noch fünf Minuten würde sie warten.
    Sie tastete sich an der Wand entlang zurück zur Tür. Kein Mondlicht durchbrach die Finsternis oder warf auch nur einen Schimmer durch die zerbrochenen Fensterscheiben. Ärger beschleunigte ihre Schritte. Warum hatte er behauptet, sie würden sich hier treffen? War das so eine Art dämlicher InitiationsScherz? Wenn ja, fand sie ihn gar nicht komisch. Das würde er schon bald merken.
    Sie stieß gegen die Tür, quietschend schwang sie auf. Er wartete draußen auf sie, und sein Gesicht wirkte im trüben Licht sehr blass.
    »Wo warst du denn?« Er lächelte und hob den Arm. Ein unsicherer Schauer kroch ihr den Rücken hoch. »Was ist das?« Er trat einen Schritt näher und schoss. Der Bolzen aus der Armbrust traf sie direkt unter der linken Brust. Ein Stich. Wärme.
    Und dann… Ich fahre im Bett hoch und sitze mit hämmerndem Herzen da. Himmel, was für ein seltsamer Traum.
    Kapitel 1
    Einige Eigenschaften eines Vampirs sind in meinem Beruf recht praktisch. Dieser Abend zeigt es mal wieder.
    Ich bin Kopfgeldjägerin. Die Frau, auf die ich es abgesehen habe, sitzt drei Meter von mir entfernt an der Bar und lässt sich mit billigem Bier und Whiskey volllaufen. Sie lehnt an der Schulter ihres Losers von einem Freund, der Hank heißt. Das weiß ich, weil ich den Alkoholdampf rieche, ihre vom Suff vernebelten Augen sehe und jedes Wort hören kann, das sie sagen. Wann sie gehen wollen und wohin, wen sie dort treffen wollen und wie viel Geld sie wohl zählen werden, wenn sie den Supermarkt überfallen haben.
    Sie hat keine Ahnung, dass jemand lauscht. Wie könnte sie auch? Der Lärm in diesem Schuppen hat so viel Dezibel wie ein Düsenjet. Aber ich höre sie. Ich höre alles.
    Sie lässt sich von dem Barhocker rutschen und landet schwankend auf den Füßen. Ihr Name ist Hilda. Sie wird wegen schwerer

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