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Als Lassiter die Furie zähmte

Als Lassiter die Furie zähmte

Titel: Als Lassiter die Furie zähmte
Autoren: Jack Slade
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Er hätte es ihr gern gesagt, aber er wollte nicht mit der Tür ins Haus fallen, obwohl ihr Blick ihm sagte, dass sie dafür durchaus bereit war.
    »Ist Mister Chaff da?«, fragte er.
    »Was wollen Sie von ihm?«
    Er grinste schmal. Typische Frauenantwort, dachte er.
    »Ist Mister Chaff da?«, wiederholte er. »Das ist eine einfache Frage, die mit einem Ja oder Nein beantwortet werden kann.«
    Ihre Augen schienen noch größer zu werden. Er hatte erwartet, dass Zorn darin aufblitzen würde, doch sie errötete nur und sagte: »Entschuldigen Sie, Mister Lassiter, Mister Chaff musste kurzfristig zum Richter.«
    »Sie kennen mich?«
    Die Röte in ihrem etwas pausbäckigen Gesicht wurde stärker. »Ich führe Mister Chaffs Terminkalender. Ich weiß, dass er heute Nachmittag mit Ihnen verabredet war.«
    »Okay, Miss …«
    »Daniele«, sagte sie schnell. »Meine Freunde nennen mich Danny.«
    »Wir haben uns zwar erst eben kennengelernt«, erwiderte er mit einem schmalen Lächeln, »aber es würde mich freuen, wenn ich Sie auch Danny nennen dürfte.«
    Sie nickte. »Wollen Sie hier warten, Mister Lassiter? Es kann allerdings länger dauern, hat Mister Chaff gesagt.«
    »Lassen Sie das ›Mister‹ ruhig weg, Danny«, sagte er. »Ich habe eine lange Eisenbahnfahrt hinter mir und würde mich gern etwas ausruhen. Ich bin im Gila Hotel abgestiegen. Geben Sie mir bitte Bescheid, wenn Mister Chaff Zeit für mich hat.«
    Sie sieht mich an, als würde sie etwas Besonderes an mir suchen, was es bei anderen Männern nicht gibt, dachte er. Dann nickte er ihr noch einmal zu, wandte sich ab und verließ das Office des Obersten Anklägers des Staates Arizona, der im Nebenjob den Mittelsmann der Brigade Sieben spielte.
    Tucson war zu einer brodelnden Stadt geworden, seit Gokhlayeh, den die Weißen Geronimo nannten, wieder einmal aus der San-Carlos-Reservation ausgebrochen war und sich mit seinen Chiricahuas nach Mexiko in die Sierra Madre zurückgezogen hatte. Dadurch beschränkte sich die Gefahr von Überfällen auf das Grenzgebiet zu Sonora.
    Er war vom Bahnhof mit einem Kutschwagen in die Stadt gekommen. Da er nicht wusste, wie sein neuer Auftrag der Brigade Sieben lauten würde, wollte er damit noch warten, sich ein Pferd und die passende Ausrüstung zu besorgen, und sich erst einmal um sich selbst kümmern. Müde war er nicht, wie er der jungen Lady in Chaffs Office gesagt hatte, denn er hatte fast die ganze Zugfahrt von Lordsburg nach Tucson trotz der ewigen Rüttelei schlafend verbracht. Seine Reisetasche befand sich bereits in seinem Zimmer im Gila Hotel in der Glendale Street, wo er als Erstes ein Bad nehmen wollte.
    Dann sah er den Barbierladen auf der anderen Straßenseite, der ebenfalls Bäder anbot, und entschloss sich, die Gelegenheit zu nutzen.
    ***
    Er fühlte sich wie neugeboren, als er den Barbierladen verließ. Es war inzwischen dunkel geworden. Die Stepwalks und die Straße hatten sich geleert. Nur noch vereinzelt fuhren Wagen vorbei.
    Lassiter erinnerte sich daran, dass er auf dem Weg vom Gila Hotel in der Glendale Street bis zu Chaffs Office an einem großen Saloon vorbeigekommen war, und er entschloss sich, dort einen Drink zu nehmen.
    Als er in die Glendale Street einbog, sah er die Menschenansammlung vor der großen, aus Steinen errichteten Town Hall, in der sowohl das Sheriff’s und das Marshal’s Office als auch das Jail untergebracht waren. Die Menge war aufgebracht. Ein Mann mit einem Stern an der Weste stand auf dem etwas erhöhten Vorbau und machte mit den Armen Bewegungen, um die Leute zu beruhigen.
    Der große Mann blieb auf der anderen Straßenseite. Er verspürte nicht das geringste Verlangen, sich in irgendeine lokale Sache hineinziehen zu lassen. Er brachte die Town Hall schnell hinter sich und sah schon die hell erleuchtete Fassade des Nugget Saloons vor sich, der schräg gegenüber vom Gila Hotel lag. Lassiter beschleunigte seine Schritte, und als er sich anschicken wollte, die Straße zu überqueren, um zum Nugget Saloon zu gelangen, sah er die schattenhafte Bewegung in dem dunklen Durchgang neben sich. Er spürte, wie sich ihm die Nackenhaare aufstellten. Mit einem schnellen Schritt war er im Durchgang und presste sich an die Wand des einen Hauses. Hinter sich hörte er das Gebrüll aus Männerkehlen. Er schob den Kopf um die Hausecke und sah, dass die Menge vor der Town Hall in Bewegung geraten war. Ein zweiter Sternträger war auf dem Vorbau erschienen und fuchtelte mit einem Gewehr

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