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Alfred - König der Angel-Sachsen

Titel: Alfred - König der Angel-Sachsen
Autoren: Albrecht von Haller
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Albrecht von Haller
Alfred
König der Angel-Sachsen
    Mit allergnädigsten Röm. Kaiserl. Churfürstl. Sächsischer und der löbl. Schweiz. Eydgenoss. Freyheiten.
    Göttingen und Bern 1773.
bey Abraham Vandenhöks seel. Witwe und Emanuel Haller.
    Dem Allerdurchlauchtigsten und
Großmächtigsten Herrn,
Herrn
Georg dem Dritten,
    Könige von Großbritannien, Frankreich
und Irland, des Heil. Römischen
Reichs Erz-Schazmeistern und
Churfürsten
    Daß ein Monarch auf dem schönsten Thron der Welt sizt, der in ununterbrochener Reyhe das Blut der Plantageneten, der Normänner und der Angel-Sachsen vereinigt, der zu Seinen Ahnherren den Alfred, den Kerdik, und fast jenseits der Geschichte den Wodan zählet, den wegen seiner großen Thaten vergötterten Wodan, sind allerdings auch unter den höchsten Häuptern der Welt seltene Vorzüge.
    Daß aber dieser Enkel Alfreds, wie sein großer Urahnherr, Gott und die Tugend über alles liebt, daß Er Sein einziges Vergnügen in Wohlthaten suchet, daß Er die Triebe der Rache niemahls in Seinem Herzen hat keimen lassen, daß Er die schimmernden Triumphe Seiner Siege willig dem Seinem Volke heilsamern Frieden aufopfert, daß Er die Wissenschaften kent, und liebet, und die Künste beschüzt und aufmuntert, daß Er die strengsten Geseze der Gerechtigkeit, die Richtschnur Seiner Thaten seyn läßt, daß Er als König, als Gemahl, als Sohn, als Vater, in der Erfüllung dieser erhabenen Pflichten gleich groß ist, dieses sind unschäzbare Vorzüge, die Ihm eigen sind, die Ihn unter allen Monarchen, als den würdigsten Gegenstand der Liebe und der Verehrung auszeichnen.
    Möge doch diese für Millionen von Menschen segenreiche Aehnlichkeit Georgen des Dritten mit dem großen Alfred auch für den jezigen Beherrscher von Großbritannien eben die glorreichen Früchte tragen, die Alfreds Tugenden in seinen spätern Jahren belohnt haben! Mögen doch Seine glüklichen Völker den gütigen, den gerechten, den tadellosen Beherrscher würdig verehren, den ihnen die gnädige Vorsicht geschenkt hat! Möge doch die algemeine Ruhe, der Flor aller Theile Seiner Staaten, die Aufnahm aller nüzlichen Beschäftigungen, und die Verbesserung der Sitten, Seinem Alter zur verdienten Belohnung gereichen!
    Mögen endlich Seine Enkel, wie der Enkel des weisen und großmüthigen Alfreds, nach Tausenden von Jahren mit zunehmendem Glanze auf dem Britischen Throne sizen, und wie Georg der Dritte , zu ihrer Unterthanen Glüke groß, und zum Beyspiel aller Fürsten tugendhaft seyn!

Vorrede
    Es wäre nun zu späte verschweigen zu wollen, daß beym Usong mein Zwek gewesen ist, einen Versuch zu machen, ob eine despotische Regierung nicht erträglicher werden könte, wann der Fürst ein solches Gleichgewicht in den verschiedenen Zweigen der Staatsverwaltung einführte, daß durch seine Diener niemand leicht vergewältigt, und der Wahrheit zum Throne der Zugang offen gehalten werden könte. Den Sitz dieser despotischen Herrschaft habe ich am liebsten in den Morgenländern genommen, wo sie von den ersten Zeiten her allein bekant gewesen ist. Und man muß alle die Einschränkungen der despotischen Macht, als in Persien geschehen, betrachten, sie mögen denn, wie die meisten, aus der chinesischen Staatsverfassung, oder aus einer andern Quelle hergenommen seyn. Auf eine Europäische despotische Regierung muß man sie nicht anwenden: die kan durch Landstände, durch Parlemente und durch andre Mittel gemildert werden, die in den Morgenländern nicht möglich sind. Das wenige Gedichtete hat wohl zur deutlichen Absicht, einige Leser anzuloken, die ein bloß ernsthaftes Buch niemahls in die Hände genommen hätten.
    Diesesmahl habe ich die gemäßigte Monarchie beschrieben, und dasjenige was völlig wahr ist, von demjenigen abgesondert, was ich geglaubt habe, zur Erhaltung meiner Absicht hinzufügen zu sollen. Im vierten Buch ist die heutige Staatsverfassung von Engelland mit wenigen Aenderungen beschrieben, die doch auch ihren Grund in der Geschichte haben; denn ehemals waren sowohl die jährlichen Einkünfte eines Wählenden, als eines Wahlfähigen bestimt, obwohl in späteren Zeiten auf beydes nicht mehr gesehen wird.
    Das fünfte Buch ist in soweit historisch, daß bloß Othars Reise auf die Küste von Ost-Grönland und des kleinen Spizbergen zu seyenden würklichen Reisen dieses Normannes hinzugekommen ist. Aber beyde Beschreibungen sind würklich wahr, ob ich sie wohl nicht aus Othars Nachrichten habe.
    Das sechste Buch hat eben

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