Bücher online kostenlos Kostenlos Online Lesen
Al Wheeler und das unheimliche Haus

Al Wheeler und das unheimliche Haus

Titel: Al Wheeler und das unheimliche Haus
Autoren: Carter Brown
Ads
Wagen sieht nicht aus, als hätte er in den letzten dreißig
Jahren die Garage verlassen.«
    »Hat er auch nicht«, sagte ich.
»Der erste Besitzer hat sicherheitshalber den Motor entfernt.«
    »Oh, Mann«, gluckste Murphy.
»Ich wette, Sie werden nicht herausfinden, daß der Tote eine unverheiratete
Tante hatte, die seinerzeit gelernt hat, auf seiten der Araber mit allen
dreckigen Mitteln an Seite von Lawrence von Arabien in der Wüste zu kämpfen,
Dumdumgeschosse eingeschlossen.«
    »Doc«, sagte ich mit Nachdruck,
»scheren Sie sich zum Teufel. Ja?«
    Er ging, noch immer boshaft vor
sich hin kichernd, hinaus und prallte fast mit Polnik zusammen, der hereinkam.
Murphy verhinderte um Haaresbreite, von der Masse des Sergeanten flachgedrückt
zu werden und schnarrte: »Kretin!« während er sich mit einem verzweifelten
Seitensprung rettete.
    »Ich weiß nicht, Doc«, sagte
Polnik höflich. »Vielleicht, vielleicht auch nicht. Kennen Sie diesen Burschen
— Kret..., Lieutnant?«
    »Nein«, sagte ich
wahrheitsgemäß, während Murphy, nur die höchsten Töne seines gequälten Geheuls
hinterlassend, in der Dunkelheit verschwand. »Was ist im Haus los?«
    »Pop Livvy hat alle, die in dem
Bums wohnen, ins Wohnzimmer zusammengeholt«, sagte er mit unterdrückter Stimme.
»Sie werden sich mächtig zusammenreißen müssen, Lieutnant, bevor Sie da
hineingehen.«
    »Wieso?« fragte ich.
    Er schüttelte bedächtig den
Kopf. »Die reine Klapsmühle, kann ich Ihnen sagen. Die ganze Bande sieht aus,
als wäre sie gerade aus einem meiner Comic-Hefte rausgekommen.« Er grinste
einfältig. »Nicht, daß ich Comics lese, Lieutnant. Verstehen Sie?«
    »Klar«, sagte ich. »Sie sehen
sich nur die Bilder an.«
    »Hm.« Er starrte mich bewundernd
mit offenem Mund an. »Woher wissen Sie das?«
    »Warum gehen wir nicht ins Haus
und reden mit den übrigen Verrückten?« sagte ich. »Es sieht ganz so aus, als ob
es ohnehin eine lange Nacht würde.«
    Pop Livvy wartete am
Vordereingang auf uns und begleitete uns ins Wohnzimmer. Ein schneller Blick
auf die herumsitzenden Figuren reichte aus, um zu bestätigen, daß Polnik keinen
Spaß gemacht hatte — Klapsmühle war der richtige Ausdruck.
    »Das ist Lieutnant Wheeler,
Kinder«, sagte Pop zu ihnen. »Ich glaube, ich stelle Ihnen am besten der Reihe
nach alle vor, Lieutnant.«
    »Das wäre sehr nett«, sagte ich
düster.
    »Celeste Campbell kennen Sie ja
schon.«
    Ich blickte zu dem
dunkelhaarigen Mädchen in dem scharlachroten Trikot hinüber, das sich jetzt auf
einem Sessel verdrehte. Ihre Knie waren in Richtung der Rücklehne auf dem Sitz,
während alles übrige nach hinten gebeugt war, so daß ihr Kopf auf dem Boden
ruhte. Ihr umgekehrtes Gesicht lächelte mir in beiläufigem Wiedererkennen zu,
und ich überlegte, daß diese Position für jedes Mädchen zumindest in einer
Beziehung von Vorteil war — sie brauchte keinen Büstenhalter.
    »Und das ist Antonia«, fuhr Pop
fort.
    »Die Große«, fügte ein
vibrierender Baß hinzu.
    Die Besitzerin der Stimme stand
auf, und groß war sie, das konnte ich jederzeit und überall bestätigen. Eine
Amazone, die meine 183 Zentimeter um gut und gern 12 bis 13 Zentimeter
überragte. Ihr dichtes lohfarbenes Haar hing ihr bis zur Taille über den Rücken
hinunter. Sie trug ein prachtvolles Trikot aus Leopardenfell, das sie
vermutlich eines Tages im Dschungel einem vorbeistreifenden Leoparden abgezogen
hatte, während sie hinter Tarzan herjagte. Grob geschätzt waren ihre Maße
112—67—115. Insgesamt reichte sie für drei starke Männer aus, und vielleicht
noch einen eifrigen Jugendlichen obendrein.
    »Das ist Sebastian«, murmelte
Pop. »Der mystische Magier.«
    Sebastian war ein magerer
Hering, der ungefähr meine Größe hatte. Er trug eine weiße Krawatte und einen
weißen Frack, der durch einen schwarzen Mantel mit scharlachrotem Saum vervollständigt
wurde. Vielleicht war das schwarze Haar ein ganz klein wenig gefärbt, aber es
paßte ausgezeichnet zu dem dünnen Moustache und dem Spitzbart. Er stellte das
vollendete Modell eines altmodischen Satans dar — der es ein wenig satt hatte,
Tag für Tag Anspruch auf all diese Seelen zu erheben, aber durchaus noch in der
Lage war, einen Höllenkrach zu inszenieren, wenn sich die Gelegenheit dazu
ergeben sollte. Er verbeugte sich und lächelte, wobei er blitzende weiße Zähne
entblößte, wandte sich dann Polnik zu und streckte die rechte Hand aus. Der
Sergeant gab ihm automatisch seine Rechte und

Weitere Kostenlose Bücher

lebt gefaehrlich
lebt gefaehrlich von Dorothy Gilman
Suehne
Suehne von Leif GW Persson
Transit
Transit von Anna Seghers