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Aeternus - Eisiger Kuss: Roman (German Edition)

Aeternus - Eisiger Kuss: Roman (German Edition)

Titel: Aeternus - Eisiger Kuss: Roman (German Edition)
Autoren: Tracey O´Hara
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er.
    »Das erkläre ich dir, wenn wir hier herausgekommen sind«, antwortete sie und ließ seine Hand los. Sie seufzteund dankte still dafür, dass sie nun doch wieder eine Chance hatten. Das Ächzen der Kabel ertönte abermals im Schacht.
    »Wir sollten uns beeilen«, rief er durch den Lärm hindurch.
    Antoinette kletterte hoch, setzte einen Fuß über den anderen, ergriff eine Sprosse nach der anderen. Licht drang durch die Tür über ihr, die immer weiter aufgedrückt wurde. Sie kletterte noch schneller darauf zu, als Oberon den Kopf durch den Spalt steckte. Dann schob er die schweren Türen mit den Schultern weiter auseinander.
    »Nicht so langsam!«, rief er.
    In ihrer Hast verfehlte Antoinette die nächste Sprosse und rutschte aus, aber sie hielt sich mit den Händen fest, sodass sie nicht fiel. Als Christian die Leiter über ihrer Schulter packte und ihr den Arm um die Hüfte legte, atmete sie tief durch.
    »Sei vorsichtig, aber klettere weiter«, drängte er.
    Und genau das tat sie – mit überraschender Schnelligkeit.
    Das Peitschen von reißenden Kabeln und das ohrenbetäubende Quietschen von Metall erfüllten den Schacht. Antoinette warf einen Blick nach unten und sah, wie der Aufzug unter ihnen in die Tiefe raste. Er schlug unten auf und explodierte in einem Feuerball. Dadurch mussten alle Türen eingedrückt worden sein, denn nun stieg das Feuer rasch den Schacht hoch.
    Immer wieder warf Antoinette während des Kletterns einen Blick über die Schulter. Der Feuerball raste mit erstaunlicher Geschwindigkeit auf sie zu.
    Wir schaffen es nicht. Sie waren noch immer einige Fuß von der rettenden Tür entfernt. Einen halben Herzschlag später legten sich nach einer letzten ungeheuren Kraftanstrengung Oberons starke Hände um ihre Handgelenkeund zogen sie aus dem Schacht. Christian sprang hinter ihr heraus und schob Oberon beiseite, bevor er sie auf den Boden presste und ihren Körper mit dem seinen schützte, während die heißen Flammen durch die offene Tür drangen.

34    EIN SCHREI IN DER NACHT
    Die Flammen erstarben genauso schnell, wie sie in den Raum eingedrungen waren. Christians Gewicht drückte Antoinette zu Boden, und sie wagte weder sich zu bewegen noch zu atmen. Sein Gesicht war nur wenige Zentimeter von ihrem entfernt, und seine blauen Augen wurden dunkler, während er sie ansah und ihr mit den Fingerspitzen über Wangen und Lippen fuhr.
    »Alles in Ordnung mit dir?«, krächzte er.
    Ihr versagte die Stimme; sie konnte nur nicken.
    »Gut.« Sein Blick wurde matt, und er rollte von ihr herunter.
    Der Geruch nach verbranntem Fleisch und Haar überwältigte ihre Sinne und drehte ihr den Magen um. Sie setzte sich auf und drehte Christian auf den Bauch. Es schnürte ihr die Kehle zu, als sie sein geschwärztes Jackett sah, durch dessen Brandlöcher man versengte Haut erkennen konnte.
    »Mein Gott, Christian.« Ihre Stimme war zurückgekehrt.
    Oberon stemmte sich vom Boden hoch und kroch zu Antoinette herüber.
    Er betrachtete die Verbrennungen und beugte sich dicht über Christian. »Laroque, Sie wissen genau, wie man einen spektakulären Auftritt hinlegt.«
    Zu ihrer Überraschung kicherte Christian.
    »Wir sollten Sie von hier wegbringen.« Oberon griff unter Christians Arme und hob ihn hoch.
    Der Aeternus ächzte. Teile seines geschmolzenen Jacketts fielen auf den Boden. Sein Körper war bereits in den Heilungsprozess eingetreten, und neue, rosige, gesunde Haut zeigte sich.
    Ein Zittern unter Antoinettes Füßen wurde immer stärker, bis es das ganze Haus erschütterte, als würde es von einem Erdbeben durchgerüttelt.
    »Los!«, rief Christian, als er endlich wieder auf den Beinen stand und die Hand nach Antoinette ausstreckte.
    Die drei rannten durch das Gebäude, während es immer stärker bebte. Die Kronleuchter klirrten, Bilder fielen von den Wänden und Möbel stürzten um. Aber sie schafften es bis zur Tür und aus dem Haus und standen nun inmitten von Dutzenden Blitzlichtern und wilder Aktivität auf dem Rasen.
    Bianca Sin hatte sich über eine dünne Gestalt gebeugt und schaute auf, als die drei herauskamen. Sie sprach kurz mit dem Sanitäter neben ihr, bevor sie zu ihnen herüberkam.
    »Sie haben sie gefunden«, sagte sie.
    »Ich muss wissen, wo mein Vater ist«, sagte Antoinette und schaute sich unter den versammelten Leuten um.
    »Christian hat schlimme Brandwunden, und es wäre gut, wenn Sie sich ebenfalls untersuchen ließen, Antoinette«, sagte Oberon. »Bianca, können Sie ihnen

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