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Ach du lieber Schwesternschreck!

Ach du lieber Schwesternschreck!

Titel: Ach du lieber Schwesternschreck!
Autoren: Elisabeth Zöller
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DIESE BLÖDE KITTY
     
    Ich und Flo, wir wollen in diesem Jahr noch echte Erfinder werden.
    Flo ist ziemlich klein. Brille, Igelschnitt, Jeans. Gute Ideen im Kopf. Viele Fragen.
    Das bin ich:

     
    Ich habe meine Detektivkarte gezogen, denn es ist schwer, über sich selbst was zu sagen.

     
    M. O. = Modus Operandi = wie man vorgeht und arbeitet.
    Ich habe einen Pagenkopf und eine runde Brille, die immer kaputtgeht, aber ich hasse Streberbrillen mit Doppelbügel. Ich hasse Jeans, weil sie zu hart sind, liebe Cordhosen, weil man die Löcher nicht sieht. Ich trage nur Anoraks mit vielen Geheimtaschen, hasse neugierige kleine Schwestern, die Verbotsschilder an der Tür noch nicht lesen können. Meine Fingerabdrücke sind ziemlich langweilig. Ein leichter Bogen, keine Wirbel, keine Schleife. Kein Delta.
    Das bin ich. Oder? Ich bin natürlich noch mehr. Aber was? Aber wer?
    Wir haben einen Denkclub gegründet, wo wir über solche Fragen nachdenken. Zwei Mitglieder. Weitere Fragen: Hat einer die Welt erfunden? Was ist Erfinden? Was ist ein Urknall? Auch Liebe und so. Was ist Zeit? Was macht den Witz zum Witz?
     
    Als Erfinder muss man alles, was passiert, festhalten. Auf Zetteln. Tagebücher finde ich doof, weil das so Herz- und Schmerzklamotten sind, aber Zettel sind superklasse.
    Folgende Vorteile haben Zettel:
     
    1. Wenn ich sehr berühmt werde, wie Mozart oder Bach oder Benz (das ist der Mercedesmann!), dann kann man die Blätter sofort lose versteigern. Meine Fans werden sich drum reißen. Auch wenn ich nicht ganz so berühmt werde wie Mozart.
    2. Zettel kann ich überall mit hinnehmen und schleif nicht immer so ’n rosa Buch mit rum.
    3. Zettel eignen sich für kurze Notizen, Gedanken, Sprüche. Man kann verschiedene Farben nehmen. Rosa, wenn man über Mädchen schreibt, Gelb für alles Gute, Schwarz für Trauriges. Dann kann man anschließend auch gut sehen, wie viel traurige und wie viel fröhliche Tage man hatte.
    4. Überall, wo’s ein bisschen öde wird, kann ich - auch nachträglich - noch einen Witz dazuschreiben (grün).
     
    Ein alter abgedroschener Witz:
     
»Witz, komm raus, du bist umzingelt!«
»Ich kann nicht, die Tür klemmt!«
     
    Nachteil:
    Zettel kann man verlieren. Und das stört natürlich einen echten Erfinder.
     
    Meine Babyschwester heißt Kitty (2), die große Tutti (22) - natürlich nicht richtig. Und mein ganz großer Bruder Toto (24). Der wohnt auch nicht mehr zu Hause (so wie Tutti). (Der hat übrigens zwei Löcher in jedem Ohr. Natürlich nicht die, die jeder hat. Hab ich eventuell auch vor. Sieht cool aus.)
    Also, ich und Kitty, Tutti, Toto - das ist unsere Familie. Und die Eltern natürlich.
    Ich hab noch gar nicht erzählt, wie alt ich bin und in welche Klasse ich gehe. Also, ich bin hundert Jahre alt durch zwei, durch fünf, minus eins.
    Ich gehe in die zweihundert minus hundertsechsundneunzigste Klasse. Wir haben Sport in der Schule, Gitarre und Mathe und natürlich viel anderes Unwichtiges. Sogar Englisch haben wir! Wir sind nämlich eine Versuchsklasse. Englisch haben wir bei Heribert Cook. (Das spricht man Höribört Kuk. Witzig, was?)
    Ich singe in einem Chor, im Augenblick Bach und Händel. Die Pausen hab ich am liebsten (in der Schule), wenn richtig was los ist.
    Ich will Erfinder werden. Ich finde Jungen, die immer kloppen, saublöde, weil die nichts anderes in der Birne haben.
    Meine Hobbys sind Computer, Singen, Erfinden. Manchmal bin ich cool, manchmal nicht. Dann heul ich ganz schön und manchmal weiß ich auch gar nicht mehr, was Coolsein ist. Wir haben so ’nen Typen in der Klasse, der ist immer cool drauf, sagt er. Aber er ist ziemlich bescheuert und heißt Thomas Krach. Englisch finde ich gut. Bockspringen saublöd. Lesen ist in Ordnung. Besonders Comics.
    Hab jetzt einen Mickymausverleih in meiner Klasse aufgebaut. Besuche viele Flohmärkte. Verleihe die großen Mickybücher für 10 Cent pro Tag und kaufe mir von dem Geld auf dem Flohmarkt neue. Da wir aber einen Lehrer haben, der immer Taschenkontrolle macht und der meint, dass Mickymaushefte nicht so bilden und dass Comics die Augen verderben (Fernsehen übrigens auch), deswegen schichte ich die Hefte immer unten in die Schultasche, etwa drei Schichten, dann kommt eine Plastiktüte, danach die Schulbücher.
    Ich habe zwei Lieblingsbücher, richtige Bücher, meine ich. Die hab ich schon viermal gelesen.
    Ich und Flo haben einen Witzeclub gegründet. Wir wollen Witze machen und sammeln. Auch witzige Ideen.

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