Bücher online kostenlos Kostenlos Online Lesen

2386 - Die Diskrete DomÀne

Titel: 2386 - Die Diskrete DomÀne
Autoren: Unbekannt
Ads
ich stehen geblieben? - Ach ja. - Wir bergen also Ama Zurn. Weil wir uns denken, dass er von ultrahochfrequenten Ortungen und so Zeugs eine Ahnung hat. Schließlich leidet das Mesoport-Netz unter Problemen in ähnlichen oder denselben Energiebereichen, nicht wahr? Wir bringen den Großen hierher, werden während des Transports fast ins Nichts gerissen."
    Erschöpft holte sie Luft. „Und jetzt? Und jetzt? Jetzt stehst du da und ignorierst unsere Warnungen. Willst uns abwimmeln.
    Hältst uns nicht für reif genug, die Stadt zu betreten, wie? Was bist du bloß für ein miserabler Wächter!"
    Alexim nahm seine ganze Kraft zusammen, packte sie und zog sie ein paar Schritte zur Seite. „Halt endlich den Mund!", fuhr er sie mit neu gewonnenem Mut an. „Du verbesserst unsere Situation nicht unbedingt. Wir können die Dinge ohnehin nicht ändern. An dem Sturkopf kommen wir nicht vorbei, wenn er es nicht will."
    „Na und?" Sie blickte ihn an, schöpfte Atem und grinste plötzlich. „Zumindest konnte ich mich abreagieren. Und dem stummen Fisch da haben die paar Boxhiebe sicherlich nicht geschadet."
    Alexim schüttelte den Kopf. „Dafür weiß man in der Stadt nun, dass wir Ama Zurn, einen völlig Fremden, von dem wir nichts wissen, auf einen durch nichts begründeten Verdacht hin hierher gebracht haben. Zum geheimsten Standort des Mesoport-Netzes!
    Weißt du, wie sich das anhört: >Weil wir uns denken, dass er von ultrahochfrequenten Ortungen und so Zeugs eine Ahnung hat<." Er äffte ihre Stimme nach, fühlte nun selbst Zorn in sich hochsteigen. „Selbst wenn die Sache gut geht und Ama Zurn zu uns zurückgeschickt wird; man wird uns für unsere Naivität strafen. Ich kann bloß hoffen, dass uns Taggilla vor einem schlimmen Urteil beschützt."
    „Du wirst aber auch jeden Tag blöder mit deinem Gottheitsglauben, Mann!" Lemaha seufzte, wirkte nun wieder vollends entspannt. „Setzen wir uns und warten ab, was weiter geschieht. Schlimmer kann's ohnehin nicht mehr werden."
    „Dein Gemüt möchte ich haben ..."
    „Weißt du, dass du mich ganz schön anmachst, wenn du dich so energisch benimmst wie gerade eben? Hm? Komm, setz dich zu mir, und rück ein wenig näher.
    Noch näher!"
    „Lass das Finger gefälligst dort, wo sie hingehören, Lemaha! Der Pförtner sieht uns zu ..."
    „Und wem will er bitte schön was sagen?
    Also bitte! Zieh gefälligst deine Weste aus und zeig mir noch einmal, wie männlich du sein kannst ..."
    „Aber Lemaha ...
     
    6.
     
    Ich war ein Aktivierungswächter. Ich lebte, um zu dienen. Um über die Transmitteranlagen von Neu-Lemur zu wachen. Um dieses Transportsystem, das mithilfe zweier konträrer Techniken entwickelt und erbaut worden war, für alle Zeiten vor Gefahren zu schützen.
    Meine Hyperfühligkeit, die mir die Installateure der Spektralen Technik angezüchtet hatten, half mir bei meiner Aufgabe.
    Bis ...
    Ja - bis eine Situation eintrat, mit der ich nicht fertig wurde. Die den biogenetischen Kodes, die in mir steckten, allzu deutlich widersprachen und eine Art Fluchtreflex auslösten.
    Es waren nicht die Schwarzen Bestien, die Unglück über das Leben unter den roten Zwillingssonnen des Gulver-Duos gebracht hatten. Mit einer derartigen Situation hätte ich umzugehen gewusst, hätte die notwendigen Hilfs- und Evakuierungsmaßnahmen eingeleitet und liebend gerne mein Leben dafür gegeben, die mir Anvertrauten zu retten.
    Vor meinen Augen kämpfte jedoch Bruder gegen Bruder, Lemurer gegen Lemurer.
    Aus unbekannten Gründen fielen sie in Raserei übereinander her; suchten die Kontrolle über den Sonnentransmitter zu gewinnen.
    Meine Fragen konnten oder wollten sie nicht beantworten. Sie sprachen von Rivalitäten. Von unterschiedlichen politischen Ansichten und unüberbrückbaren Differenzen.
    Schwindelten, logen und schmeichelten, um mich für ihre Seite und „die gute Sache" zu gewinnen.
    Sie bekämpften einander im Weltall und auf den Planeten, gaben niemals Ruhe, über Jahre hinweg nicht.
    Ich fühlte mich außerstande, die Gemetzel länger mit anzusehen. Derartige Dinge, undurchschaubar und von mir unbekannten emotionellen Aufwallungen durchdrungen, durften sich nie und nimmer über die Transmitterstrecke bis hin zu den Sphero verbreiten.
    Ich tat, was zu tun war. Vermittels Spektraler Aggregattechnik blockierte ich die Möglichkeit zum Weitertransport Richtung Sphero, zum Sonnentransmitter Jiapho-Duo und zu den Spektralen Inselstaaten. Eilends zog ich mich dann in den

Weitere Kostenlose Bücher

Attentage
Attentage von W Bartl
Loslassen
Loslassen von Sarah McCarty
Cathares
Cathares von Patrick Weber
Schwarzes Fieber
Schwarzes Fieber von Wolfgang Burger
Kopfgeld auf Han Solo
Kopfgeld auf Han Solo von Kevin J. Anderson