Bücher online kostenlos Kostenlos Online Lesen

2386 - Die Diskrete DomÀne

Titel: 2386 - Die Diskrete DomÀne
Autoren: Unbekannt
Ads
keineswegs. „Wir haben ein Problem, für das wir nicht programmiert wurden. Und deswegen benötige ich deine Hilfe."
     
    *
     
    Der Rechner, der sich selbst Inkarnierter nannte, zeigte Überlastungserscheinungen.
    Er machte Fehler, die im stetigen Wechsel von der „Ich"- zur „Wir"-Ebene und zurück besonders deutlich wurden. Das Problem, von dem er sprach, musste selbst für eine Hochleistungsmaschine irritierend und tief gehend sein und für sie verwirrende Auswirkungen zeitigen. „Zum besseren Verständnis unserer Situation ist es nötig, dass ich dir die Geschichte der Telomon und ihrer Vorfahren erzähle. So wie bei dir liegt auch bei uns das Problem tief in der Vergangenheit verankert ..."
    Ich ließ mich in den Stuhl fallen und entspannte mich. Hatte ich die letzten 55.000 Jahre verschlafen, so brachte bereits der erste Tag meines neuen Lebens große Mengen an neuen Eindrücken und an überraschenden Erkenntnissen mit sich.
    Wurde ich denn, ohne es zu wollen, in den Mahlstrom einer Vielzahl von Ereignissen gesogen und stand in deren Fokus? „Es geschah vor hundertzehntausend Jahren deiner Zeitrechnung", fing Schalug an zu erzählen...
     
    7.
     
    „Das Volk der Andury hatte über lange Zeit ausgezeichnete Dienste im Sold der Superintelligenz ESTARTU geleistet. Es wirkte in einer Galaxis namens Siom Som, ging seinen Arbeiten mit dem Anspruch höchster moralischer Integrität und Ethik nach.
    Irgendwann versiegten die Kraftreserven der Andury. Müde und ausgebrannt waren sie, baten die Superintelligenz, in die Anonymität zurückfallen und von der kosmischen Bühne Abschied nehmen zu dürfen. Die Hohe Macht gewährte ihrem Volk diesen Wunsch, entließ es aus seinen Diensten.
    Doch die Andury wollten nicht gehen, ohne etwas zurückzulassen.
    War es Eitelkeit, war es ein Drang oder gar eine Sache der Notwendigkeit, die sie dazu bewegte, vor ihrem Verschwinden Kinder zurückzulassen? Solche, die ihnen vielleicht ähnelten, vielleicht aber auch nicht. - Darauf wissen wir keine Antwort.
    Die Telomon entstanden, erschienen, wurden geboren. Kinder, im wortwörtlichen Sinn der anduryschen Sprache. Wesen, die ein kleines Glück repräsentierten.
    Wir haben lange Zeit benötigt, um im Vergleich mit der Psyche anderer Völker Verständnis für diesen Schöpfungsvorgang zu entwickeln. Uns scheint, als wollten die Andury eine bleibende Erinnerung hinterlassen. Einen lebenden Abschiedsbrief, wenn du so willst.
    Sie wählten den abgelegenen Sternhaufen Orellana in der Galaxis Sporteph-Algir, fernab der Zwölf Galaxien ESTARTUS, als Refugium für ihre Kinder und errichteten dort das Mesoport-Netz. Eshandelt sich dabei um künstlich erzeugte lokale Verdickungen im natürlichen Psionischen Netz, an denen die Mesoport-Weichen, transmitterartige Haltestellen, angedockt wurden. Diese ermöglichten den Telomon einen raumzeitlosen Transport.
    Die Kinder bekamen in unmittelbarer Nähe zu den Weichen einfache Infrastrukturen zur Verfügung gestellt. Verborgene Dörfer, Lebensraum für jeweils nicht mehr als dreihundert Telomon.
    Um den Transport von einem. Dorf zum nächsten bewerkstelligen zu können, verfielen die Andury auf eine Lösung, die typisch für ihre Gedanken eines friedlichen Miteinanders zu sein scheint. Sie importierten die Stammväter einer höchst exotischen Tierart namens Kamhalox in die Orellana-Sternballung. Die stämmigen Tiere, deren Vertretern du bereits begegnet bist, verfügen über ein hyperfühliges Organ, das es ihnen erlaubt, sich frei im Mesoport-Netz zu bewegen.
    Ein sanfter Eingriff in die genetische Programmierung von sowohl Telomon als auch Kamhalox band die Kinder der Andury und die Tiere von nun an aneinander. Wir haben lange darüber nachgedacht, ob dieser Vorgang mit den hohen ethischen Ansprüchen der Andury vereinbar oder mit der Müdigkeit eines scheidenden Volkes zu erklären ist, haben aber zu keiner Antwort gefunden.
    Tatsache ist, dass das kleine Volk und die Kamhalox seitdem in einer Symbiose leben, die sie beide als äußerst bereichernd empfinden.
    Nach der Erschaffung des Mesoport-Netzes besorgten die Andury eine energetische Aufladung, die dessen Betrieb für die nächsten Jahrmillionen gewährleisten würde. Genügend Zeit also für ihre Kinder, sich selbstständig zu entwickeln und neue Wege zu beschreiten.
    Das alte Volk ließ seinen Kindern größtmögliche Freiheit und bot ihnen die Voraussetzungen, ohne Sorge in die Zukunft blicken zu müssen.
    Um problemlosen Nachschub

Weitere Kostenlose Bücher

Die guten Schwestern
Die guten Schwestern von Leif Davidsen
Opfer der Lust
Opfer der Lust von Henka Sandra
Requiem für eine Sängerin
Requiem für eine Sängerin von Elizabeth Corley
Ich will's heiß
Ich will's heiß von Alexa Adore