Bücher online kostenlos Kostenlos Online Lesen

2200 - Der Sternenbastard

Titel: 2200 - Der Sternenbastard
Autoren: Unbekannt
Ads
wird andernfalls dafür sorgen, dass du nicht meine Zeit verschwendest."
    Ascari streckte eine Hand aus, deutete auf den Gleiter - und fixierte mich durchdringend.
    Weigel rückte mit gesenktem Haupt beiseite. Ich suchte Blickkontakt, aber er starrte nur den Boden an.
    Mit einem für mich selbst fremden Gehorsam setzte ich mich in Bewegung. Nervös stieg ich hinten in den Gleiter, Ascari setzte sich neben mich.
    Der Riese mit den weißen Augen übernahm den Pilotensitz. „Cel'athor", kommandierte sie, „zur Hauptstadt!"
    Und dann ging der wilde Ritt ab. Eine Sekunde, und die Farm lag winzig klein unter uns. Eine zweite, und Shallowain schnitt mit einer halsbrecherischen Kurve die obere Kuppel des Imperiumskreuzers.
    Ich vergaß alles, was ich vorher sagen wollte. „Hoo!
    Wahnsinn!"
     
    *
     
    Ascari weigerte sich, ein einziges Wort über meine Eltern preiszugeben. Ich drängelte mehr als einmal, unter bösen Blicken Shallowains. Mit dem Gefühl, als wäre sie meine große Chance und als ließe ich die Chance verstreichen, nur weil ich die Lippen nicht auseinander bekam. Aber sie gab nicht ein einziges Detail preis.
    Aus einem nicht erfindlichen Grund prüfte sie lediglich die Umstände meines Lebens. Meine Schule und die Lehrer; das Trainingszentrum, in dem mich Weigel zum Piloten schulen ließ. „Seid Ihr hier", fragte ich schließlich, „um mich nach Arkon mitzunehmen, Erhabene?"
    Die große Frau lachte. „Was solltest du wohl mit dreizehn Jahren auf der Welt des Imperators?"
    Sie weiß mein Alter! „Es ist nur ... Mein Pflegevater Weigel redet oft so was. Ich will sowieso nicht weg."
    Sie fixierte mich mit einem intensiven Blick. Mit einer Geste lenkte sie meine Aufmerksamkeit auf das Land draußen. „Du nennst das hier dein Zuhause?"
    „Klar."
    „Sieh noch mal hinaus!"
    Shallowain steuerte über eine von Felsbrocken durchzogene Hügellandschaft. Die ärmliche Behausung eines Farmers zog vorbei. Dann kam lange nichts, bis die verwaisten Reserveflächen am Hafenrand das Grün und Grau verdrängten. „Ich bin hier, um darüber nachzudenken, Kantiran.
    Wann du nach Arkon kommen sollst."
    Wir verbrachten miteinander den Tag. Immer wieder ließ ich kleine Bemerkungen los, die mit meinen Eltern in Verbindung standen. Doch es gelang mir nicht, die Besucher aus der Reserve zu locken.
    Ascaris strahlende Erscheinung ließ alle anderen Arkoniden schäbig erscheinen. Der gewaltige Shallowain folgte wie ein Schatten. Sein schwarzer Mantel, das geschuppte Leder, seine Füße in den schweren schwarzen Stiefeln, das alles wirkte auf mich wie eine Rüstung. Verstohlene Blicke folgten uns, wohin wir kamen. Einmal glaubte ich bei den Prallfeldbussen Valizon zu sehen, doch sein Gesicht verschwand schneller als ein Lichtstrahl.
    Am Ende des Tages setzten Ascari und Shallowain mich an Weigels Farm ab.
    Ascari öffnete eine Klappe neben ihrem Sitz und entnahm dem Seitenfach ein Etui. Sie brachte ein seltsames Utensil zum Vorschein. „Was ist das denn?"
    „Sollte ich dich überschätzt haben?", gab sie mit amüsiertem Sarkasmus zurück. „Das ist mein Geschenk an dich."
    Verblüfft nahm ich das Ding, das sich als eine Art Sonnenbrille entpuppte. Ich probierte sie im Gleiter auf. Die Brille war zu groß. „In ein paar Tagen passt sie dir", behauptete Ascari.
    Sie reichte mir das Etui. „Eine Manufaktur am Sha'shuluk-Binnenmeer produziert sie als Einzelstücke. Der Imperator lässt ebenfalls dort arbeiten."
    Ich hielt die Brille unschlüssig in der Hand - und dachte dennoch nur an Arkon und an meine Eltern. „Wann?", fragte ich sie noch mal. „Wenn du vierzehn bist", bestimmte sie. „Vierzehn ist Paragetha-Alter."
    „Paragetha ...?" In meinem Kopf überschlug sich alles. „Aber vierzehn, Erhabene, das ist schon sehr ..."
    „Verschwinde jetzt! Wir sehen uns auf Arkon wieder."
    „Können wir nicht ...?"
    Shallowain kam aus seinem Sitz hoch.
    Meine Augen, weit geöffnet und vor Aufregung nass, wollten Ascari nicht mehr loslassen. Das Tränensekret der Erregung, diese arkonidische Eigenart.
    Ich tupfte meine Wangen trocken. Die Gleitertür neben mir stand plötzlich offen, und Shallowain mit den weißen Augen schob mich ohne sichtbare Kraftanstrengung hinaus. „Ich will das nicht!"
    Der Gleiter raste in die Höhe. „Ich will nicht!"
    Bis der Sog des startenden Imperiumskeuzers mir den Atem nahm. Ich setzte schnell die Brille auf und verfolgte durch das Blau der Gläser, wie die Kugel ein gewaltiges Loch in die Wolken

Weitere Kostenlose Bücher

Planet am Scheideweg
Planet am Scheideweg von Hans Kneifel
0161 - Zamorras Sarg
0161 - Zamorras Sarg von Werner Kurt Giesa
Julia Extra Band 0318
Julia Extra Band 0318 von Melanie Milburne , Maggie Cox , Cara Colter , Jennie Lucas