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2200 - Der Sternenbastard

Titel: 2200 - Der Sternenbastard
Autoren: Unbekannt
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Der Sternenbastard
     
    Er ist der Sohn eines Terraners und einer Arkonidin – und verfügt über eine seltsame Gabe
     
    von Robert Feldhoff
     
    Kantiran ist eine Waise, seine Eltern hat er nie kennen gelernt. Doch der junge Mann, der auf dem Dschungelplaneten Creiff aufwächst, weiß, dass seine Mutter eine Frau vom Planeten Arkon war und sein Vater ein Terraner von der Erde.
    Das macht ihn zum Mischling - und das in einer Zeit, in der sich die Sternenreiche der Arkoniden und Terraner argwöhnisch belauern.
    In dieser Zeit zu Beginn des 14. Jahrhunderts Neuer Galaktischer Zeitrechnung - das entspricht dem Ende des fünften Jahrtausends „unserer Zeit" - stehen die bewohnten Planeten der Milchstraße vor großen Umwälzungen.
    Perry Rhodan, der die Menschheit im 21. Jahrhundert ins All geführt hat, will die Freiheit der Liga Freier Terraner verteidigen. Und Bostich I., der Imperator von Arkon, will seine Macht immer mehr ausweiten.
    In dieser spannenden Epoche wächst Kantiran auf, als Abkömmling zweier Völker und von seinen Altersgenossen misstrauisch beäugt. Für viele ist er nur DER STERNEN-BASTARD ...  
     
     
     
     
     
     
     
     
     
     
     
     
     
     
     
     
     
     
    PROLOG
     
    Spätsommer 1322 NGZ Planet Creiff
    „Wie viele Sterne gibt's denn eigentlich?"
    Mein Pflegevater neigte den haarlosen Kopf; Weigel mochte neugierige Jungs. „Unendlich viele, Kantiran!"
    „Mehr als zehntausend?"
    „Viel mehr. Man kann am Himmel aber nur ein paar tausend sehen, wegen der Atmosphäre."
    Ich versuchte, mir eine grenzenlose Zahl vorzustellen, nickte und gaffte trotzdem ratlos zu den Sternen hoch. „Arkon und sein Reich", schwärmte Weigel, das furchige Gesicht zum Himmel gekehrt. „Das ist alles unsere Heimat. Das Kristallimperium, Millionen Raumschiffe, Milliarden Raumfahrer. Ach was sag ich, Junge ..." Er legte mir eine Hand schwer auf die Schulter. „Du sollst mal alle Chancen haben. Eines Tages verlässt du den ganzen Mist hier und lernst die Schulen des Imperators kennen."
    „Ich geh nirgendwo hin! Bestimmt nicht nach Arkon."
    Creiff war kein „ganzer Mist", sondern mein Universum. Die Urwälder und die Farm, meine Freunde und die Schule in der Stadt. „Junger Mann", sagte Weigel streng, „du bist ein Arkonide. Wenn das Imperium ruft, wirst du dem Ruf Folge leisten."
    Ich duckte mich. Weil ich wusste, was gleich kommen würde: „Ich bin kein Arkonide. Ich bin ein Bastard."
    Weigel zuckte mit der Hand. „Ein was? Woher hast du das Wort?"
    „Aus der Schule. Weil ich halb Arkonide, halb Terraner bin."
    „Terranisches Blut ist kein Makel", belehrte er mich aufgebracht. „Denk dran, es kommt auf die Treue zum Imperium und zum Imperator an. Du bist ...
    Ach, ich will das Wort nie wieder hören!"
    „Ja, Weigel."
    Ich zählte noch mal die Sterne. Ihr Glitzern tauchte den Hügel, der hinter unserem Farmhaus stand, in ein ungewisses frühabendliches Zwielicht. Bei hundert verlor ich schließlich den Faden.
    Aus dem Lichtergleißen löste sich ein Fleck, der mit unglaublichem Tempo über den Himmel düste. „Sieh mal, Kantiran! Ein Komet."
    „Terraner dürfen sich dann was wünschen."
    „Was hast du mit deinen Terranern immer?"
    „Wir behandeln das derzeit in der Schule."
    Ich streckte eine Hand aus und griff spielerisch nach dem Sternenlicht. Es rutschte mir zwischen den Fingern durch. „Sind meine Eltern auch da oben?"
    „Klar."
    „Arachya sagt, ich bin schon zu groß, um daran zu glauben."
    „Du bist neun Jahre alt. Was du glaubst oder nicht, schreibt dir niemand vor. Ich sage, sie leben nicht mehr, aber sie sind immer bei uns."
    „Wenn ihr mir wenigstens sagen könntet, wer sie waren."
    „Hör auf damit! Ich will nicht ständig ... Wir haben sie doch selbst kaum gekannt."
    „Warum wurde ich dann an euch gegeben?"
    „Weil niemand anders da war. Und weil Arachya kein eigenes Kind bekommen konnte."
    In meinem Kopf gab es keine Erinnerung an ganz früher. Ich stellte mir meine Mutter als überirdisch schöne Erscheinung vor. Oben im Zimmer stand ein unscharfes Holo, das sie mit meinem Vater zeigte, einem Prospektor von Terra. Mehr besaß ich nicht.
    Und natürlich das Geld aus Versicherung und Erbe. „Kant! Weigel!" Die Stimme meiner Pflegemutter quietschte durch die Hintertür am Schuppen. „Was treibt ihr da draußen? Der Junge braucht seinen Schlaf!"
    Mit Arachya war nicht zu spaßen. „Kantiran! Um sieben kommt der Gleiterbus zur Schule! Und bring mir meinen nutzlosen Ehemann

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