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197 - Odas Wiedergeburt

197 - Odas Wiedergeburt

Titel: 197 - Odas Wiedergeburt
Autoren: A.F.Morland
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Vielleicht konnte er sie forttragen. Nur ein ganz kleines Stück. Nur so weit, daß sie vor diesen schwarzen Teufeln sicher war.
    Um besser Halt zu finden, nahm sie wieder ihre weiße Magie zu Hilfe. Gab es keinen Halt, schuf sie einen, der sich nach wenigen Sekunden wieder auflöste.
    Der Tafelberg war sehr hoch. Er schien in den Höllenhimmel hineinzuragen. Regi-Teida kletterte unermüdlich weiter. Als ihre Verfolger den Fuß des Bergs erreichten, hatte das nackte Mädchen bereits mehr als die halbe Höhe zurückgelegt.
    »Sie ist sehr schnell«, stellte Daramm fest.
    »Das nützt ihr gar nichts. Wir kriegen sie trotzdem!« knurrte Yekall. Er hob den goldenen Dolch auf und schob ihn wie eine kostbare Beute in seinen Gürtel.
    »Was will sie dort oben?« Hidarch schüttelte verständnislos den Kopf. »Wenn sie hier unten weitergelaufen wäre, hätten wir sie nicht eingeholt. Auf dem Plateau ist sie gefangen.«
    Yekall lachte rauh. »Sie wird bald merken, daß es ein Fehler war, da hinaufzuklettern. Wir werden sie dort oben auf dem hohen steinernen Altar der Hölle nehmen. Einer nach dem anderen.«
    »Und dann?« fragte Daramm.
    Yekall zuckte die Achseln. »Anschließend werfen wir sie in die Tiefe. Oder sie muß uns noch eine Weile zur Verfügung stehen. Das hängt davon ab, wie es uns mit ihr gefällt.«
    Die Teufel kletterten hinter dem Mädchen her. Sie waren sicher, daß ihnen die Nackte nicht entkommen konnte.
    ***
    Wir befanden uns in Steward Huntingtons Schloß, weil wir erfahren hatten, daß er ein Zauberschwert besaß, mit dessen Hilfe man - möglicherweise -den Parapsychologen Lance Selby und die weiße Hexe Oda trennen konnte.
    Mit dem Geisterschwert war es angeblich möglich, Lance zu einer eigenen Seele und Oda zu einem eigenen Körper zu verhelfen. Zur Zeit lebte Odas Geist ja im Körper unseres Freundes und hielt ihn so am Leben.
    Wir wollten die Chance, die beiden wieder zu eigenständigen Personen zu machen, nicht ungenützt lassen.
    In meiner Tasche befand sich ein Blankoscheck von Tucker Peckinpah. Ich war bereit, jeden Betrag, den Huntington für das Schwert haben wollte, zu akzeptieren, doch der Schloßbesitzer machte sich nichts aus Geld.
    Er fand die Aussicht nicht verlockend, sein Schloß damit renovieren zu können.
    Huntington stellte uns eine verrückte Bedingung: Er behauptete, trinkfester zu sein als Daryl Crenna und ich zusammen. Sollte es uns gelingen, ihn gemeinsam unter den Tisch zu trinken, wäre er bereit, uns das Schwert zu verkaufen, im anderen Fall würden wir ohne die Waffe abziehen müssen.
    Widerstrebend willigten wir ein, und Steward Huntington glich einem Faß ohne Boden. Er trank den Wein wie Wasser, und während der ganzen Zeit erzählte er uns von Jennifer, seiner toten Frau, die für ihn nach wie vor lebte. Er hatte uns in seiner Verrücktheit sogar in Aussicht gestellt, daß wir sie kennenlernen würden. Allerdings nur dann, wenn sie es wollte.
    Um Mitternacht schwankte Huntington hinaus, und als er wiederkam, trauten Daryl und ich unseren Augen nicht, denn der Schloßbesitzer hatte seine tote Frau mitgebracht!
    Ein penetranter Verwesungsgeruch ging von ihr aus.
    »Sieh nur, Jennifer«, sagte der Verrückte. »Wir haben Gäste. Es ist lange her, seit wir zum letztenmal Besuch hatten, nicht wahr?«
    Die häßliche Frau verzerrte ihren Mund, bleckte die Zähne und ließ ein dumpfes Stöhnen hören. Sie starrte mich mit ihren eng beisammenstehenden Augen durchdringend an.
    »Wir trinken um das Druidenschwert«, erklärte Huntington seiner Frau. Es schien sie nicht zu interessieren. Sie stöhnte wieder, und ihre Hände ballten sich zu Fäusten.
    »Jennifer hat Hunger«, sagte Huntington.
    »Was hält sie am Leben?« wollte Daryl Crenna wissen.
    »Als sie auf der Treppe zu Tode stürzte, wollte ich ihren Tod nicht akzeptieren«, antwortete Huntington. »Ich konnte mit dem Zauberschwert verhindern, daß sie ganz von mir ging. Sie wissen, daß ich ohne sie zugrunde gehen würde. Ich brauche Jennifer, und Jennifer braucht mich.«
    Wir hatten den Mann als harmlosen Verrückten eingestuft, aber das schien er ganz und gar nicht zu sein.
    Die nach Verwesung stinkende Frau neben ihm jagte mir eine Gänsehaut über den Rücken. Sie hatte dünnes, schütteres Haar, eine hohe, weit nach vorn gewölbte Stirn und einen bösen, grausamen Blick.
    Obwohl sie abstoßend häßlich war, liebte Huntington sie. In seinen Augen war sie sogar schön, das hatte er selbst gesagt.
    Ich erinnerte

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