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197 - Odas Wiedergeburt

197 - Odas Wiedergeburt

Titel: 197 - Odas Wiedergeburt
Autoren: A.F.Morland
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Unterholz. Wie Panther bewegten sie sich. Regi-Teida hörte und sah sie nicht.
    Erst als es Hidarch und Daramm wollten, bemerkte sie sie. Wie ein aufgescheuchtes Reh ergriff sie die Flucht. Genau dorthin, wo Yekall auf sie geduckt wartete.
    Mit lautem Knurren und Wolfsgebell machten die schwarzen Teufel dem Mädchen angst. Regi-Teida federte mit langen Sätzen über den Waldboden, flog förmlich über jedes Hindernis hinweg.
    Yekall schoß im allerletzten Augenblick hoch. Ein Ausweichen war unmöglich. Regi-Teida prallte in vollem Lauf gegen seinen breiten Brustkorb, und seine Arme schlossen sich um sie wie riesige Fangeisen.
    Ein heiserer Schrei entrang sich ihrer zugeschnürten Kehle.
    ***
    Das alte Schloß hieß Dark Stone Castle und gehörte einem Mann namens Steward Huntington, der von allen gemieden wurde. Die einen nannten ihn einen merkwürdigen Eigenbrötler, die anderen einen Verrückten, vor dem man sich in acht nehmen mußte. Was wirklich mit ihm los war, wußte jedoch niemand.
    Das Schloß war dem Verfall preisgegeben, denn der alte Huntington hatte weder Lust noch die Mittel, Dark Stone Castle zu renovieren.
    Er fand, daß er nicht mehr lange genug lebte, um aus - einem instand gesetzten Schloß noch Nutzen ziehen zu können. Überleben würde ihn Dark Stone Castle auf jeden Fall, und das reichte dem rätselhaften Sonderling.
    Hinter den hohen Mauern seines verfallenen Schlosses verbarg sich ein grauenvolles Geheimnis, das nur er kannte.
    Niemandem, der ihn kannte oder zumindest von ihm gehört hatte, wäre es in den Sinn gekommen, unbemerkt in sein Schloß zu gelangen.
    Niemandem - außer einem: Morron Kull!
    Mit Rachegedanken im Herzen kletterte der Dämon an der Mauer hoch, denn im Schloß hielten sich Tony Ballard und sein Freund Daryl Crenna alias Pakka-dee, ein Mann aus der Welt des Guten, auf.
    Kull wollte mit ihnen abrechnen, nachdem er in Tucker Peckinpahs Haus um ein Haar sein Leben verloren hätte. Glück für ihn, daß ihn Tony Ballards Dämonendiskus nicht voll getroffen, sondern nur seine Haut aufgeschlagen hatte.
    Seither zierte seine Stirn von der Nasenwurzel bis zum Haaransatz eine häßliche Narbe, die violett leuchtete. Er versuchte die Wunde mit seiner Magie zu schließen, doch es wollte seiner dämonischen Kraft nicht gelingen, weil sich an den Wundrändern noch Spuren der starken Diskuskraft befanden.
    Unbemerkt überkletterte Morron Kull die Mauerkrone.
    Tony Ballard, der Dämonenjäger, sollte diese Nacht nicht überleben!
    ***
    Der Schreck produzierte ein Abwehrfeld, das die Umklammerung des schwarzen Teufels geringfügig lockerte. Regi-Teida sackte nach unten, schnellte zur Seite und setzte die Flucht fort. Wie im Reflex zog sie den kleinen goldenen Dolch.
    Yekalls Krallen durchbohrten ihr braunes Lederkleid, schlitzten es auf und rissen es ihr vom Körper.
    Die schwarzen Teufel stimmten ein wüstes Geheul an. Sie besaßen lange Lederschnüre, an deren Ende sich ein Knochen befand.
    Diesen drehten sie mehrmals über ihren gehörnten Schädeln, bevor sie sie hinter der Kundschafterin herschleuderten. Daramms Knochen verfehlte das gazellenschnelle Mädchen.
    Hidarch und Yekall hatten mit ihrem Wurf mehr Glück. Hidarchs Lederschnur schlang sich um Regi-Teidas linkes Bein. Yekalls Knochen wirbelte mehrmals um den Hals des Mädchens.
    Sie rissen Regi-Teida zu Boden, doch ihr Triumphgeheul kam zu früh, denn das Mädchen schnitt sich mit dem Dolch frei, sprang auf und hetzte weiter.
    »Ihr nach!« brüllte Yekall. »Ich will sie haben! Jetzt erst recht!«
    Regi-Teida verließ den Vegetationsgürtel und jagte über das Aschenfeld. Ihre nackten Fußsohlen schmerzten, doch sie schenkte dem keine Beachtung.
    Sie wußte, daß diese schwarzen Unholde sie schänden würden, wenn sie sie erwischten. Lieber wollte sie sterben als diese Schmach ertragen.
    Endlos weit schien der Tafelberg entfernt zu sein. Ob ihr die schwarzen Teufel auch da hinauf folgert würden? Ohne stehenzubleiben, schaute sie zurück.
    Die Verfolger waren noch da, aber die schnelle Regi-Teida hatte sich einen kleinen Vorsprung verschafft, den sie noch vergrößern würde.
    Ihre unglaubliche Schnelligkeit hatte ihr schon so manches Mal das Leben gerettet. Wer Regi-Teida fangen wollte, mußte fast so schnell wie der Blitz sein.
    Schwer keuchend erreichte das nackte Mädchen den Fuß des Tafelbergs. Da ihr der Golddolch beim Klettern hinderlich war, ließ sie ihn fallen.
    Oben, auf dem Plateau, würde sie Loggeph rufen.

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