Bücher online kostenlos Kostenlos Online Lesen

1830 - Der IQ-Dimmer

Titel: 1830 - Der IQ-Dimmer
Autoren: Unbekannt
Ads
einige Auserwählte des Wachpersonals blieben alle an Bord zurück.
    Einzige Abwechslung war der Anblick der monumentalen GILGAMESCH. Ein Zwölfflächner als Raumschiff mit einem Durchmesser von zweieinhalb Kilometern, das sich in dreizehn autarke Flugkörper aufsplittern konnte! Fast für jeden Zellaktivatorträger eines.
    Aber auch an dem spektakulärsten Objekt kann man sich mit der Zeit satt sehen. Der Versuch unserer Ortungsspezialisten, die GILGAMESCH auszuspionieren, fiel, wie schon zuletzt im Solsystem, wieder fehl.
    Aber sie waren wenigstens beschäftigt. Wir anderen konnten nur Daumen drehen - und Schach spielen.
    Die Mission auf Raglund war ein voller Erfolg. Die Völker des Forums Raglund und die Cameloter schlossen mit der LFT einen Beistandspakt gegen die Invasoren aus der Galaxis Tolkandier, die Tolkander. Alle feierten den Arkoniden Atlan als Vater dieses Bündnisses.
    Danach ging es nicht etwa zurück ins Solsystem - ich wäre noch rechtzeitig zu den Meisterschaften gekommen -, sondern in den Einsatz. Ziel war das Scarfaaru-System mit dem Planeten Lokvorth und dem Humanidrom, das von den Tolkandern besetzt und in das für Galaktiker unpassierbare Tanglefeld gehüllt worden war.
    Am sogenannten Point Survive sammelte sich eine Flotte aus fünftausend Raumschiffen. Dreitausend hatte die LFT beigesteuert, zweitausend stellte das Forum Raglund zur Verfügung. Die Cameloter beteiligten sich mit der GILGAMESCH und fünfzig Kreuzern.
    Man mußte sich fragen, was dieser Flottenaufmarsch sollte, obwohl es sowieso keine Möglichkeit gab, Lokvorth und das Humanidrom zurückzuerobern. Die Antwort gab der Tagesbefehl, der in knapper Amtssprache besagte, daß es unsere Aufgabe sei, Igelschiffe zu zerstören, Tolkander gefangenzunehmen und Vivoc zu erbeuten.
    So einfach, wie es sich sagte, war das aber nicht.
    Der Sturm aufs Scarfaaru-System wurde von der gesamten Flotte vorgenommen, wenn der Großteil der Raumschiffe jedoch auch nur eingesetzt wurde, um einigen wenigen Einsatzschiffen Feuerschutz zu geben. Das Unternehmen wurde zum Desaster. Wir bezahlten den Angriff mit einigen Wracks und hohen Verlusten an Leben. Gefangene machten wir dagegen keine und kehrten unverrichteter Dinge zum Point Survive zurück.
    Dort angekommen, machte uns Atlan in einer Durchsage neue Hoffnung. Er erklärte, daß auf Camelot an einem Mittel - er sagt Mittel und nicht Gerät oder Waffe - gegen den Tangle-Scan gearbeitet würde und wir mit diesem Schutz zum Humanidrom und nach Lokvorth vordringen könnten.
    Das wäre natürlich eine feine Sache.
    Aber bis es soweit ist, können wir nur warten und - Schach spielen.
     
     
     
    1.
     
    Sara-Ti-H’ay, eine Kartanin aus Dao-Lin-H’ays traditionsreichem Familienclan, war die Kommandantin der SIORSA. Der Diskus war von Hangay in die Milchstraße unterwegs, um Informationen über die Tolkander-Invasion zu sammeln.
    In Hangay kursierten die tollsten Gerüchte, und niemand war in der Lage, Fakten und Erfindung auseinanderzuhalten.
    Sara‘E-H’ay fragte mich: „Alles in Ordnung mit dir?"
    „Ja", behauptete ich. „Ich bin okay" Aber das stimmte nicht ganz. Ich wurde immer noch von dem Alptraum verfolgt, der eigentlich vor drei Wochen zu Ende gegangen war. Ich mußte das Problem schleunigst bewältigen.
     
    *
     
    Da war nur Schwärze. Und ein Nichts. Leere im Gehirn.
    Das Vakuum füllte sich allmählich mit Informationen. Bruchstückhaft und signalartig. Vereinzelt blitzten Namen und dazugehörige Bilder auf.
    Amos-Tar-Ney. Der „Totengräber", wie alle ihn nannten. Ein fetter, schmieriger Kartanin aus dem Volk der Karaponiden, der offiziell ein Bestattungsunternehmen auf dem Planeten Sumac führte. Egal, welcher Religion man angehörte oder welcher Abstammung man war, Amos-Tar-Ney warb damit, daß er für jede gewünschte Bestattungsart sorgen konnte. Sei es Einäscherung, Beisetzung im Planetenboden oder im Vakuum, oder eine exotischere Art der Bestattung, wie sie viele Kansahariyya-Völker von Hangay verlangten.
    Tatsächlich war das bloß Tarnung. Amos-Tar war einer der Köpfe einer Verbrecherorganisation, die ihr Netz über ganz Hangay ausgeworfen hatte. Es hieß, daß er auch schon Kontakte mit den Galactic Guardians geknüpft hatte.
    Ich war nahe daran, ihm das Handwerk zu legen ... Und da setzte die Erinnerung aus.
    Mein Gehirn war wie ausgelaugt. Mein Körper wie tot. Ich konnte mich nicht bewegen. Ja, ich war mir nicht einmal sicher, ob ich atmete. Meine Sinnesorgane

Weitere Kostenlose Bücher

Kaeuflich
Kaeuflich von Luca B Seger
Schoen wie Kaesekuchen
Schoen wie Kaesekuchen von Emily van Hill