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1813 - Königin der Knochen

1813 - Königin der Knochen

Titel: 1813 - Königin der Knochen
Autoren: Jason Dark
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er vielleicht ein Scheppern?
    Bill wartete. Eine innere Stimme riet ihm, sich ein Versteck zu suchen, und das so schnell wie möglich.
    An Verstecke hatten die Erbauer des Museums damals nicht gedacht. Es gab nichts, wohin er hätte flüchten können, abgesehen von einer Säule, die, zusammen mit anderen, die breite Decke stützte.
    Also weg.
    So schnell wie möglich.
    Zudem hörte Bill die Geräusche deutlicher, weil sie näher kamen.
    Sie hatten ein Ziel. Sie wollten dorthin, wo Bill sich aufhielt.
    Er huschte weg. Dabei duckte er sich und hoffte, dass er noch rechtzeitig genug hatte fliehen können, um sein anvisiertes Versteck zu erreichen.
    Bill glitt hinter die Säule, blieb dort stehen und presste sich mit dem Rücken gegen das harte Gestein. Das war geschafft. Er holte tief Luft, schloss die Augen und bekam sich wieder schnell in den Griff.
    Er schaute an der Säule vorbei, sah aber noch nichts. Dafür hörte er die Geräusche. Und sie hatten sich nicht verändert. Wieder war dieses blechern klingende Scheppern zu hören. Sehen konnte er noch nichts, aber das änderte sich.
    Jemand kam und geriet in sein Blickfeld, und Bill glaubte, seinen Augen nicht trauen zu können.
    Es war nicht nur eine Person, es waren drei, und es waren Menschen, die aus der Zeit gefallen zu sein schienen, und Bill schüttelte den Kopf.
    Was er da sah, waren drei Ritter, die mit gezogenen Schwertern nebeneinander her gingen und sich auf ein ganz bestimmtes Ziel zu bewegten.
    Das sah Bill. Darüber dachte er aber nicht länger nach, denn sofort fing es hinter seiner Stirn an zu arbeiten.
    Er musste etwas tun.
    Dass er gegen die dreifache Übermacht nicht ankommen würde, lag auf der Hand. Darum ging es im Endeffekt auch gar nicht. Er brauchte Beweise, und die konnte er nur bekommen, wenn er ein paar Fotos schoss. Es ärgerte ihn, dass er die Kamera schon hatte verschwinden lassen. Sie musste wieder hervorgeholt werden.
    Bill ging in die Knie. Behutsam ließ er seinen Rucksack vom Rücken gleiten. Prinzipiell brauchte er nicht mehr so leise zu sein, die drei Ritter machten genügend Krach.
    Trotzdem riss sich der Reporter zusammen. Während er den Rucksack öffnete, fragte er sich, mit wem er es hier wohl zu tun hatte. Eine Antwort wusste er nicht. Wer konnte sich hinter dieser Verkleidung verbergen? Es gab keine Hinweise, aber er hatte die Umhänge gesehen, und auf ihnen war deutlich das Tatzenkreuz zu sehen gewesen.
    Das Kreuz der Templer!
    Bill schluckte, als er daran dachte. Den Gedanken daran schob er vorerst zur Seite, weil andere Dinge wichtiger waren. Er musste zuerst den Blitz wegnehmen. Da würden die Aufnahmen zwar nicht so perfekt sein, aber im Museum gab es Lichter, die genügend Helligkeit abgaben.
    Bill richtete sich wieder auf. Die Kamera hielt er schussbereit. Er versuchte sich zu entspannen, bevor er das erste Foto schoss. Es war nicht einfach für ihn, das stand fest, aber er musste es zumindest versuchen.
    Die drei Ritter umstanden das Schwert der Isabella, das in diesem Glassarg lag.
    Sie taten noch nichts.
    Das gab Bill Conolly die Gelegenheit, das erste Foto zu schießen. Das zweite auch.
    Und dann traten die drei Ritter im Aktion. Ihre Waffen hatten sie angehoben.
    Das blieb nicht so.
    Jetzt jagten sie nach unten und schlugen mit gewaltiger Wucht auf das Glas ein …
    ***
    Bill knipste alles. Er drückte dabei immer wieder auf den Auslöser und schoss die Fotos, die er haben wollte.
    Durch ihre Aktion hatten die drei Ritter mit den offenen Visieren die Alarmanlage ausgelöst, und es gab wirklich Alarm. Sie stammte noch aus der alten Zeit, war aber sehr wirkungsvoll und wurde sicherlich im ganzen Haus gehört.
    Die räuberischen Ritter kümmerten sich nicht darum. Sie wollten das Schwert, und ihre Waffen waren stark genug, um das Sicherheitsglas zu zerstören.
    Es brach.
    Bill knipste.
    Die Männer in den Rüstungen mussten ihre Waffen noch mal einsetzen, um auch den Rest zu zertrümmern.
    Und das gelang.
    Bill fotografierte.
    Die Alarmanlage heulte und schrillte. Sie gab nicht auf, als wollte sie dafür sorgen, dass die Einbrecher endgültig verschwanden.
    Die Ritter hatten es geschafft.
    Das Schwert lag griffbereit vor ihnen.
    Zwei griffen danach.
    Vier Hände hoben es an.
    Bill schoss ein Foto.
    Dass die drei Ritter nur Augen für ihre Beute hatten, kam ihm gelegen, niemand von ihnen wandte seinen Blick ab. Zudem war die Arbeit getan. Das Schwert befand sich in ihrem Besitz, und jetzt konnten sie gehen, was

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