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1813 - Königin der Knochen

1813 - Königin der Knochen

Titel: 1813 - Königin der Knochen
Autoren: Jason Dark
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genau sagen. Man hatte sie gefunden und auch ihr Schwert. Das war mitgenommen worden, denn man schrieb ihm wahre Wundertaten zu.
    Es war irgendwann mal in Spanien aufgetaucht. Zusammen mit anderen Exponaten aus dieser Zeit. Sie waren dann als Wanderausstellung vorgesehen und sollten in vielen Städten Europas gezeigt werden.
    Auch in London.
    Und davon hatte natürlich Bill Conolly gehört. Eine derartige Ausstellung ließ er sich nie entgehen. Für ihn war wichtig, dass er bei seinen Besuchen in den Museen nicht von anderen Besuchern abgelenkt oder gestört wurde.
    Er hatte sich schon alles angeschaut. Zuletzt ging er noch mal zurück zum Schwert der Isabella. Es war das Prunkstück der Ausstellung. In einer Schmiede in Toledo hergestellt. Aus bestem Stahl und mit einem versilberten Griff versehen. Es hatte keine besonders lange Schneide. Man konnte es als handlich bezeichnen, was einer Frau entgegenkam.
    Bill war von der Waffe angetan. Anfassen konnte man sie nicht. Sie war durch schusssicheres Glas geschützt, sodass es aussah, als würde sie in einem Sarg liegen.
    Bill hätte das Schwert gern berührt oder mal in die Hand genommen, doch das war nicht möglich. Durch einen Alarm war es zusätzlich gesichert, und so musste sich Bill auf das Auge seiner Kamera verlassen. Er hatte die Erlaubnis erhalten, zu fotografieren, was er natürlich getan hatte und auch jetzt noch tat.
    Er knipste das Schwert von verschiedenen Seiten, aus immer anderen Winkeln und auch von oben. Er war in seine Arbeit vertieft und bekam nur am Rande den Aufruf mit, dass das Museum geräumt werden sollte, weil die abendliche Schließung kurz bevorstand.
    Das Schwert zog den Reporter in seinen Bann. Dass viel Blut an ihm klebte, war ihm nicht anzusehen. Man hatte es wunderbar wieder präpariert. Es sah aus wie neu oder wie aus der Schmiede gekommen. Auch der Griff aus Silber interessierte ihn. Er hatte einen breiten Handschutz, und wer genau hinschaute, der sah auch die kleinen Edelsteine, die den Griff verzierten.
    Das war eine Waffe!
    Bill stieß den Atem zischend aus. Er war noch immer hin und weg, und er nahm sich vor, mehr über die Besitzerin des Schwerts herauszufinden.
    Er richtete sich auf, atmete tief durch und rieb seinen Rücken, der ihn durch das lange Bücken leicht schmerzte. Aber er hatte alles im Kasten, was er wollte. Deshalb konnte er sich auf den Rückweg machen.
    Die Kamera ließ er in seinem kleinen Rucksack verschwinden, den er auf dem Rücken trug. Er freute sich schon auf die Auswertung der Fotos. Er hatte ja nicht nur das Schwert geknipst, sondern auch andere Gegenstände wie Schmuck oder die täglichen Dinge des Alltags während der Kreuzzüge.
    Isabella, die Königin der Knochen, was mochte sie für eine Gestalt gewesen sein?
    Sie war jemand, die sich selbst als eine Ritterin bezeichnete. An Selbstbewusstsein hatte es ihr nicht gemangelt, und sie war auch mit in den Kampf gezogen.
    Ihr Schwert existierte noch. Aber wo befand sich ihr Grab? Das war die große Frage. Da gab es verschiedene Theorien. Die einen hatten es eine Zeitlang im tiefen Spanien vermutet, andere wiederum in Schottland. Inzwischen war man sich sicher, dass man ihre Gebeine nach Schottland gebracht hatte.
    Durch das Schwert war Bill Conolly allerdings neugierig geworden. Er nahm sich vor, mehr über die Königin der Knochen zu erfahren. Möglicherweise verbarg sich hinter ihrem Namen ein Geheimnis, das es zu lüften galt.
    Sein Job hier war erledigt. Er konnte sich wieder anderen Dingen widmen. Nach Hause fahren und noch einen schönen und ruhigen Feierabend genießen.
    Die Kamera war verstaut, er konnte gehen und hatte sich soeben zwei Schritte von dem Schwert entfernt, da hörte er den Schrei. Es war der Schrei einer Frau. Danach drang der Fluch eines Mannes an seine Ohren und ein Stöhnlaut.
    Dann war es still.
    Er spürte plötzlich etwas Kaltes, das über seinen Rücken strich. Er war jemand, der schon einiges erlebt hatte, und obwohl er in diesem Fall nichts gesehen hatte, stand für ihn fest, dass etwas passiert sein musste. Möglicherweise etwas Schreckliches.
    Der Schrei wiederholte sich nicht. Es war auch kein Stöhnen mehr zu hören, und dennoch glaubte der Reporter, dass hier etwas nicht stimmte.
    Er lauschte weiter und dachte darüber nach, ob er nun zum Eingang gehen sollte oder nicht. Er entschied sich dagegen, auch deshalb, weil er plötzlich Laute oder Geräusche hörte, die nicht in diese Umgebung passten.
    Klang es blechern? Hörte

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