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1758 - Zombieland

1758 - Zombieland

Titel: 1758 - Zombieland
Autoren: Jason Dark
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Im Taxi funktionierte die Heizung nicht richtig. Es konnte auch sein, dass es einfach zu kalt war, aber das interessierte Karina nicht.
    Sie war froh, ihre dicke Daunenjacke nicht ablegt zu haben.
    Ab und zu warf sie einen Blick nach draußen. Es hatte geschneit, aber der Schnee machte die Stadt nicht freundlicher. Es gab auch Stellen, wo er geschmolzen war oder sich als gefrorener Matsch zeigte, da konnte der Winter dann nicht gefallen. Auf den Dächern jedoch lag er als eine weiße Schicht, die aussah wie dicke Watte.
    Karina wollte auf dem Friedhof einen Mann treffen, der sich ihr als Basil vorgestellt hatte. Nicht mehr und nicht weniger. Sie kannte ihn nur vom Telefon her und hatte eigentlich nicht vorgehabt, mit ihm zu reden, wenn da nicht zwei Begriffe gefallen wären, die Karina Grischin elektrisiert hatten.
    Zombieland und Rasputin!
    Das hatte ihr Interesse geweckt, und ihr war auch die Reise nach Riga nicht zu viel gewesen. Hier hatte sie sich in einem Hotel eingecheckt und auf einen weiteren Kontakt gewartet, der dann auch erfolgt war.
    Basil hatte sie erneut angerufen. Direkt nach dem Frühstück hatte sie der Anruf erreicht. Er war nur sehr kurz gewesen. Dieser Basil hatte ihr einen Treffpunkt angegeben, und das war eben dieser ihr fremde Friedhof, der mitten in der lettischen Hauptstadt lag.
    Es war ihr nichts anderes übrig geblieben, als zuzustimmen, und jetzt befand sie sich auf dem Weg.
    Der Fahrer war jemand, der gern Selbstgespräche führte. Es konnte auch sein Fahrgast gemeint sein, aber das interessierte Karina nicht. Sie hoffte, hier in Riga einen Erfolg erringen zu können, denn es ging um Rasputin, und dieser Name war für sie so etwas wie ein Trauma.
    Sie hatte ihn gejagt. Sie hätte ihn beinahe gehabt, aber er war ihr immer wieder entwischt, denn er hatte Hilfe bekommen von einer Organisation, die sich Rasputins Erben nannte und in seinem Sinne weitermachte.
    Rasputin war tot. Oder hätte es sein müssen. Vor rund hundert Jahren hatte man ihn getötet und bei St. Petersburg in die Newa geworfen. Aber er war nicht tot. Er hatte irgendwie überlebt. Er war jemand, der dem Tod ein Schnippchen schlagen konnte, und das hatten auch andere Menschen erfahren, die sich zu ihm hingezogen fühlten. Sie waren die Erben Rasputins, lebten in seinem Sinne und wollten das wieder aufbauen, was er damals nicht geschafft hatte.
    Es ging um Herrschaft. Es ging um Macht und das große Geld. Egal, wo man sich auf der Welt befand, gewisse Bedingungen waren eben immer gleich.
    War Rasputin ein Zombie?
    Karina Grischin ging davon aus, ohne sich hundertprozentig sicher zu sein. Jedenfalls war er in Verbindung mit einer gewissen Chandra, einer mörderischen Person, die kugelfest war und dafür gesorgt hatte, dass Karinas Partner, Wladimir Golenkow, jetzt halb gelähmt in einem Rollstuhl saß.
    Es war nichts daran zu ändern, obwohl er versuchte, die Lähmung zu überwinden. Durch immer neue Rehamaßnahmen und mit einem eisernen Willen versehen, quälte er sich. Gab nicht auf, auch wenn es ungeheuer schwer war. Er fluchte, er schrie oft genug seinen Frust raus und hoffte auf teilweise Fortschritte.
    An ihn, Chandra und Rasputin musste Karina Grischin immer wieder denken. Egal, ob am Tag oder in der Nacht. Die Bilder wollten ihr nicht aus dem Kopf.
    Wieder schaute sie aus dem Fenster. Dabei musste sie sich anstrengen, um etwas erkennen zu können, denn die Scheiben waren nicht eben blank.
    Noch immer sah sie die grauen Häuserzeilen. Diesmal standen sie nicht so eng. Es gab mehr Grünflächen zu sehen, die zu dieser Jahreszeit nur wenig von der Farbe zeigten. Ein schmutziges Weiß bedeckte sie. Vögel hockten im Geäst der Bäume.
    Der Fahrer drehte kurz den Kopf. Er wusste, dass sein Fahrgast Russin war, und sprach sie deshalb auch in ihrer Sprache an.
    »Wir sind gleich da.«
    »Ist schon klar.«
    Der Mann sprach weiter. Er trug eine Fellmütze, die er tief in den Nacken geschoben hatte. Sein Haar glänzte dabei so schwarz wie das Gefieder der Vögel. »Ich glaube nicht, dass bei diesem Wetter Beerdigungen durchgezogen werden. Die Böden sind zu tief gefroren. Das könnte auf dem Friedhof gleich auch der Fall sein. Wenn Sie wollen, kann ich warten. Dann schauen Sie sich erst mal um, ob die Beerdigung überhaupt stattfindet.«
    »Keine Sorge, ich komme schon zurecht.«
    »War ja nur ein Vorschlag.«
    »Für den ich mich bedanke.«
    Der Mann schwieg jetzt. Vor ihnen baute sich ein Kreisverkehr auf. In der Mitte des
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