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1744 - Der lebende Alptraum

1744 - Der lebende Alptraum

Titel: 1744 - Der lebende Alptraum
Autoren: Jason Dark
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Das musste sie instinktiv gespürt haben. Sofort schlug ihr Herz schneller. Eigentlich war das Verschwinden ihres Mannes aus dem Bett kein Problem. Viele Menschen standen in der Nachtmitte oder den Nachtstunden auf, um zur Toilette zu gehen, aber bei Elton Brown war das nicht so.
    Er war in der letzten Zeit des Öfteren in der Nacht aufgestanden oder aufgestanden worden, wie er immer behauptete. Albträume hätten ihn dazu gebracht. Aber er war stets zurückgekehrt und wieder ins Bett gestiegen.
    Darauf wartete seine Frau auch jetzt. Zudem horchte sie auf die Toilettenspülung, aber auch da war nichts zu hören. Es blieb alles still.
    Je mehr Zeit verging, desto größer wurde die Besorgnis der Frau. Sie dachte nicht nur über Eltons Verschwinden nach, ihr fiel auch wieder ein, dass sich sein Verhalten in letzter Zeit geändert hatte. Er war so furchtsam geworden, besonders in den Nächten. Er hatte jedoch nie eine Antwort auf ihre Fragen gegeben und war immer sehr still und bedrückt gewesen.
    Monica Brown stieg aus dem Bett. Es ärgerte sie, dass sich ihr Herzschlag beschleunigt hatte. Eigentlich war sie kein so furchtsamer Mensch, in diesem Fall allerdings wuchsen ihre Sorgen an, die allein ihrem Mann galten.
    Die Frau ging zur Tür. Dabei schaute sie aus dem Fenster, das gekippt worden war. Dahinter lauerte die Nacht, die schon recht kühl geworden war.
    Die Schlafzimmertür stand offen, und die Frau fragte sich, ob sie vergessen hatte, die Tür zu schließen, oder Elton, nachdem er gegangen war.
    Es spielte auch keine Rolle. Vom Schlafzimmer aus gelangte sie in den Flur der Wohnung, in den das Licht aus dem Schlafzimmer fiel.
    So konnte sich die Frau umschauen und war enttäuscht, dass sie ihren Mann nicht sah, denn es hatte Nächte gegeben, da hatte er sich hier aufgehalten. Auf dem Boden sitzend und jammernd. In dieser Nacht nicht, und die Furcht der Suchenden steigerte sich, weil sie befürchtete, dass Elton womöglich die Wohnung verlassen hatte.
    Bevor sie sich mit dem Gedanken näher beschäftigte, wollte sie die restlichen Zimmer durchsuchen. Viele waren es nicht. Es gab den Wohnraum, das Bad, die Küche und auch die Kammer nahe der Wohnungstür. Sie war nur ein in die Wand eingebauter Schrank.
    Und da hörte sie das Geräusch!
    Oder war es ein Ton? Ein Jammerlaut? Abgegeben von einem Tier. So hörte er sich zumindest an, aber daran konnte sie nicht so recht glauben. Es hätte auch ein menschlicher Laut sein können, und in Monica Brown stieg eine Ahnung hoch.
    Irgendwie wollte sie nicht, dass sich diese Ahnung bewahrheitete. Trotzdem war sie froh, dass sie den Laut hörte, der von einem Menschen stammte.
    Sie musste sich einen Ruck geben, um zu ihrem Ziel zu gelangen. Es war die geschlossene Tür des Einbauschranks. Als sie davor stand, nahm sie das Jammern deutlicher wahr und wusste nun, dass es die Stimme eines Menschen war, ihres Mannes.
    Sie zog die Tür auf – und starrte auf ein Bild des Jammers.
    Elton hatte sich in die Kammer hineingequetscht. Er hockte dort zwischen Putzmitteln, Besen und Eimern. Die Beine hatte er eng an den Körper gezogen. Den Kopf hielt er gesenkt, die Stirn hatte er gegen die Knie gedrückt und aus seinem Mund drang dieses jammervolle Stöhnen.
    Monica Brown atmete erst mal tief durch. So stark hatte ihr Mann noch nie reagiert. Er jammerte weiter und er schien sich kaum beruhigen zu können.
    Sie senkte den Blick und sprach ihn an.
    »He, Elton, was ist los? Was hast du?«
    Er schüttelte den Kopf.
    »Bitte, du bist nicht mehr in deinem Bett, sondern ganz woanders. Ich habe dich in unserer Abstellkammer gefunden, und jetzt würde ich gern wissen, wie du hierher gekommen bist und was dir so große Angst einjagt.«
    Erneut schüttelte ihr Mann den Kopf. Er jammerte weiter. Er zog dabei die Nase hoch und seine Frau sah, dass er anfing zu zittern und so etwas wie einen Schüttelfrost erlitt.
    Monica Brown war klar, dass es so nicht weitergehen konnte. Wie so oft musste sie ihrem Mann helfen und ihn wieder zurück ins Bett bringen.
    »Komm, steh auf, Elton.«
    »Nein...«
    »Warum nicht?«
    Ihr Mann zog die Schultern hoch, bevor er sprach. »Er ist noch da«, flüsterte er, »ja, er ist noch da.«
    »Und wer?«
    »Der Albtraum.«
    Monica verdrehte die Augen. Sie war nicht überrascht, denn von seinen Albträumen hatte Elton schon öfter gesprochen. Okay, sie konnten schlimm sein und einen Menschen belasten, aber Träume waren auch Schäume, das hatte sie ihrem Mann immer wieder

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