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173 - Die Rache des Hexers

173 - Die Rache des Hexers

Titel: 173 - Die Rache des Hexers
Autoren: Dämonenkiller
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Dämonengestalten auf dem Rücken warfen sich wie wild hin und her und streckten dünne Schlangenarme nach den ausgespähten Opfern aus.
    Tirso stolperte und kippte schwer mit der Schulter gegen eine Steinplatte. Burian stieß einen bayerischen Fluch aus und ließ Martins Hand los. Er bückte sich, seine Hand tastete nach einem kantigen Stein. Der Kondor stieß ein langgezogenes Krächzen aus und änderte seine Flugrichtung. Er stürzte auf Wagner zu. Seine Flügelspitzen berührten den Stein und wirbelten Staub und Sand auf und trockenes Laub.
    „Weg mit dir, Bestie!" schrie er und schleuderte den Stein. Der Ring an seinem Finger brannte wie Feuer. Er ignorierte den Schmerz. Der Stein flog am kantigen Knochenschädel des Vogels vorbei und traf die Schulter eines Dämons. Das dünnleibige Ding schrie auf, und zusammen mit dem Laut, der aus der Vogelkehle kam, hallte ein gräßlicher Doppellaut durch die Schlucht. Tirso bedeckte sein Auge mit beiden Händen und sackte zusammen.
    Der Kondor erreichte ihn.
    Er hackte mit seinem wuchtigen Schnabel nach Burian. Mit einer Klaue packte er den Zyklopenjungen. Die Dämonen kletterten halb vom Vogelkörper herunter und zerrten Tirso zu sich hoch.
    Martin arbeitete sich zwischen zwei Steinblöcken hindurch und hastete auf den Wagen zu.
    Fluchend schleuderte Burian einen weiteren Stein. Er pfiff am Flügel des Kondors vorbei und zerplatzte am Fels. Der Kondor schwebte fast senkrecht herunter und schlug wie rasend mit den Schwingen. Mit dem rechten Flügel schlug er schwer gegen die Brust Burians und warf ihn zwischen das Geröll.
    Die Krallen schlossen sich um den Arm Martins und zerrten ihn in die Höhe. Wieder zerrten die dämonischen Geschöpfe an dem Körper und schafften es, ihn zu sich auf den Rücken des Vogels zu wuchten.
    Ohne sichtbaren Kraftaufwand schwang sich der Kondor in die Höhe. Das letzte Sonnenlicht wurde von der Gewitterwolke verschluckt. Der Vogelkörper legte sich in eine leichte Kurve, glitt in den warmen Luftstrom und peitschte einige Äste mit den Flügelspitzen. Zwei Steinbrocken, die ihm Burian hinterherschleuderte, trafen den Aasvogel nur mit halber Kraft.
    „Verdammte Dämonen", würgte Burian hervor und versuchte, so schnell wie möglich die Geröllmassen hinter sich zu lassen und zum Wagen zu gelangen. Fassungslos stand Fenton neben der offenen Fahrertür und sah dem Kondor nach. Der Vogel verschwand hinter dem Pinienwäldchen, das das Tal abschloß.
    Taumelnd und mit zerrissener Kleidung, voller Blut und mit einer Schramme quer über die Stirn kam Burian Wagner auf Virgil zu.
    „Ich konnte nicht eingreifen", murmelte Fenton. „Schnell zurück zum Castillo."
    „Natürlich. Wohin sonst. Aber Coco weiß es sicher schon. Auf ihre Art."
    Er lief um den Kühler herum und stöhnte auf, als er sich zum Sitz hochzog. Virgil biß die Zähne aufeinander und fuhr los. Über den kaum sichtbaren, schmalen Pfad, der nur hin und wieder die festgefahrenen Spuren erkennen ließ, jagte er in immer größerer Geschwindigkeit bis hinunter auf die Schotterstraße und schleuderte im Zickzack und mit zwei Rädern haarscharf neben dem Graben. „Bring uns nicht um", knurrte Burian und hielt sich mit beiden Händen fest.
    Der Wagen raste über die Schotterstraße. Immer wieder drehten die Räder durch und schleuderten das scharfkantige Geröll nach allen Seiten. Die Steine prasselten dröhnend gegen die Wagenunterseite. Schweigend und konzentriert steuerte Fenton den schweren Wagen. Sein treuherziges Gesicht war verkniffen, das braune Haar klebte an der schweißnassen Stirn. Vor dem Haupteingang drückte er auf die Hupe. Vor der steingemauerten Garage bremste er in einer aufwallenden Staubwolke. Das rechte Tor schwang langsam auf; Dorian Hunter kam auf den Wagen zugerannt.
    „Einzelheiten", verlangte er, als Fenton den Motor ausschaltete und die Handbremse festriß. „Coco weiß nur, daß ein Kondor…"
    Burian und Fenton berichteten, was vorgefallen war. Sie liefen ins Castillo hinein und gingen schnell durch die Halle mit den Bestiensäulen. Kurze Zeit später waren alle Bewohner der Burg in der Bibliothek versammelt.
    Abi Flindt kam als letzter. Er hob die Hand und unterbrach das Gespräch.
    „Die Bergbauern werden rebellisch. Sie werden aufgehetzt von einem, der sich Vater Arias nennt. Ich würde am liebsten mit aller Gewalt gegen sie vorgehen. Aber da gibt es sicherlich noch komplizierte Zusammenhänge, die wir noch nicht kennen."
    „Das ist im Augenblick

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