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1679 - Mandragoros Geisterfrau

1679 - Mandragoros Geisterfrau

Titel: 1679 - Mandragoros Geisterfrau
Autoren: Jason Dark
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schon aus einer gewissen Entfernung zu erkennen, aber erst, als wir nahe an der leblosen Gestalt standen, da sahen wir, um wen es sich handelte.
    »Gütiger Himmel«, flüsterte Maxine, »das ist Dave Zanuck!«
    Ich sagte nichts. Ich spürte den Sonnenschein auf meinem Rücken und begann trotzdem zu frieren. Über meinen Rücken rann ein Schauer und ich hatte das Gefühl, in einem Eiskeller zu stehen.
    Es war auch schlimm zu sehen, wie dieser Mann getötet worden war. Man hatte ihn erstickt. Mit Pflanzen, Blättern und kleinen Zweigen. Das alles war brutal in seinen Mund und die Kehle gestopft worden und hatte bei ihm für einen schlimmen Tod gesorgt.
    »Das ist der zweite«, sagte Carlotta.
    »Hast du dich mit der Geisterfrau unterhalten können?«, fragte ich. »Ja.«
    »Und?«
    »Sie will, dass alle sterben und muss also noch vier Morde begehen. So sieht es aus.«
    Ich presste die Lippen zusammen und dachte daran, dass es jetzt noch wichtiger geworden war, mit Mandragoro Kontakt aufzunehmen. Aber ich stand leider mit leeren Händen vor ihm, was nicht gut war.
    Maxine übernahm wieder das Wort. »Auf der Fahrt hierher ist mir einiges durch den Kopf gegangen. Ich habe an die Geisterfrau gedacht, die wir ja recht deutlich sahen, und da ist mir ein Gedanke gekommen. Ich glaube, dass ich sie doch kenne.«
    »Sie heißt Tabea«, sagte ich.
    »Das meine ich nicht, ich gehe davon aus, sie in einem normalen Zustand gesehen zu haben.«
    »Und weiter?«
    »Tabea war eine junge Aktivistin und Veganern, die nur für die Umwelt lebte. Sie wollte in die Wälder gehen, um dort mit den Naturgeistern Kontakt aufzunehmen. Sie war nahezu besessen von dieser Idee, und sie hat es auch getan.«
    »Und ist an Mandragoro geraten«, vollendete ich.
    »Ja, John. Da haben sich zwei getroffen, die auf einer Linie lagen. Er hat sie übernommen und sie hat bestimmt nichts dagegen gehabt. Das hat sie sicher alles freiwillig getan.«
    »Okay, aber das hilft uns nicht weiter.«
    »Richtig.« Maxine ballte eine Hand zur Faust. »Wir müssen etwas tun, John.«
    »Mein Plan steht fest.«
    Maxine sah mich an, als hätte sie davon zum ersten Mal gehört. Dann begann sie zu sprechen und tat dies mit leiser Stimme. »Ich glaube, dass es noch etwas gibt, was unsere Chancen verbessert. Versprechen kann ich nichts, aber ich muss es tun.«
    »Was hast du denn vor?«
    »Ich rufe Colin Hill an.«
    »Und wer ist das, bitte?«
    »Colin Hill ist einer der Männer, die im Gasthaus mit am Tisch gesessen haben. Er ist praktisch der Vertreter von Dave Zanuck.«
    »Und was willst du von ihm?«
    Ihre Augen funkelten, als sie mir die Antwort gab. »Ich will ihn umstimmen, ich will, dass er von seinen Plänen abrückt. Und das muss er tun, wenn ich ihm sage, dass es bereits den zweiten Toten gegeben hat. Das wird ihn schon auf die richtige Bahn bringen.«
    »Und du meinst, dass ich mit dieser Botschaft zu Mandragoro gehen soll?«
    »So habe ich mir das vorgestellt.«
    Lange überlegte ich nicht und meine Antwort klang positiv. »Schaden kann es nicht.«
    »Genau das habe ich mir auch gesagt.«
    »Wann willst du telefonieren?«
    »Jetzt. Ich kann mir vorstellen, dass ich ihn in seinem Büro erreiche. Colin Hill besitzt eine Druckerei. Er macht am meisten Geld mit Etiketten für Flaschen.« Sie winkte ab.
    »Egal, ich muss es versuchen.«
    »Okay.«
    Maxine ging hinaus. Sie kehrte noch mal zurück und brachte eine Decke mit. In sie wickelten wir den Toten ein, den Carlotta und ich danach in den Kühlraum brachten, wo auch schon die andere Leiche lag.
    Ich blieb im Haus und auch das Vogelmädchen ging nicht mehr nach draußen. Maxine ließen wir in Ruhe telefonieren. Ich sah, dass Carlotta nervös war.
    »Geht es dir schlecht?«
    Sie winkte ab. »Das will ich nicht sagen. Ich habe nur ein so bedrückendes Gefühl.« Sie zuckte mit den Schultern. »Dieser Fall ist irgendwie anders als die, die wir sonst erlebt haben. Ob wir diesmal die Sieger sein werden, weiß ich nicht.«
    »Aber wir geben nicht auf.«
    »Das hätte ich von dir auch nicht erwartet, John.«
    »Okay, ich hoffe, dass sich dieser Colin Hill einsichtig zeigt. Zunickst Ermordung muss ihn eigentlich dazu bringen.«
    »Daran glaube ich auch.« Carlotta räusperte sich leise. »Mir hat die Geisterfrau nichts getan.«
    »Warum sollte sie das? Du stehst nicht auf der anderen Seite. Ihr geht es um die Golfplatzbauer, was ich sogar verstehen kann. Es gibt doch genügend Golfplätze in der Nähe von Dundee. Warum jetzt

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