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1633 - Dienerin des Bösen

1633 - Dienerin des Bösen

Titel: 1633 - Dienerin des Bösen
Autoren: Jason Dark
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Es war eine wilde Bewegung, mit der Sophie Blanc ihren Körper herumwarf, so heftig, dass sie bis an die Kante des Doppelbetts geriet und beinahe darüber hinweg auf den Boden gefallen wäre.
    Sie wusste nicht genau, was sie zu dieser heftigen Bewegung veranlasst hatte.
    Ein Albtraum? Ein Wahrtraum? Eine mit Bildern gespickte Vorstellung?
    Was immer es war, Sophie fand keine Antwort, aber Freude hatte es ihr nicht gemacht. Sie war einfach zu brutal aus dem Schlaf gerissen worden.
    Auf der Seite und dicht neben der Bettkante blieb sie liegen und versuchte, richtig wach zu werden. Im Traum hatte sie geschwitzt, und ihr Gesicht fühlte sich feucht an. In ihrem Körper hatte sich eine starke Hitze ausgebreitet, und nur allmählich kam sie wieder zu sich und war in der Lage, sich auf ihre Umgebung zu konzentrieren.
    Ihr Atem hatte sich wieder beruhigt. Jetzt spürte sie auch die kühl gewordene Nachtluft, die durch das offene Fenster drang und wie ein Hauch über das breite Doppelbett hinweg strich, auf dessen anderer Seite ihr Mann, der Templerführer Godwin de Salier, normalerweise lag.
    Sie hob ihren Arm und fasste hin, doch die Hand griff ins Leere.
    Godwin lag nicht dort.
    Diese Tatsache beunruhigte sie nicht weiter. War ihr Mann doch ein Mensch, der die Ruhe der Nacht genoss. Besonders die Sommernächte, wenn die Hitze des Tages verschwunden war, und in den letzten beiden Wochen war es in Südfrankreich sehr heiß gewesen.
    Sophie wälzte sich auf den Rücken. Mit offenen Augen blieb sie liegen und schaute gegen die Decke, die über ihr lag wie ein glatter Himmel.
    Den Traum hatte sie nicht vergessen. Er war für sie wie eine Botschaft gewesen.
    Jemand wollte sie locken und dafür sorgen, dass sie auf etwas aufmerksam gemacht wurde.
    Aber wer? Oder welche Kraft steckte dahinter? Sie wusste, dass sie, ihr Mann und auch die anderen Templer im Kloster ein besonderes Leben führten. Ihr Dasein war mit dem Leben eines normalen Menschen nicht zu vergleichen. Es gab zu viele Unwägbarkeiten, die immer wieder auf sie einstürmten, und die Vergangenheit hatte das Ehepaar längst nicht losgelassen. Immer wieder wurden sie mit Vorgängen konfrontiert, die darauf hindeuteten.
    Sophie richtete sich auf. Sie strich das blonde Haar zurück und fuhr mit beiden Handflächen durch ihr Gesicht. Zwar waren ihre Gedanken jetzt klar geworden, aber sie fühlte sich noch immer leicht benommen.
    Sie wollte das Bett verlassen und zum Fenster gehen.
    Sophie tappte hin.
    Ihr Blick fiel in den Klostergarten. Er war ein wunderbares Refugium. Da gab es selbst im stärksten Sonnenschein noch Plätze, die im Schatten lagen.
    Jetzt lag alles im Dunkeln. Auch die vereinzelt stehenden Laternen gaben kein Licht ab. Die Dunkelheit hatte ihr Tuch im Garten ausbreiten können, aber es war dennoch nicht stockfinster. Die schwarzgraue Farbe wirkte irgendwie stählern, und als sie schräg zum Himmel schaute, da waren so gut wie keine Wolken zu sehen. Selbst das Firmament sandte einen metallischen Glanz ab. Verziert mit einigen Sternen, die sich wie gelbe Punkte verteilten.
    Obwohl es dunkel und ihre Sicht eingeschränkt war, sah sie die einsame Gestalt an einem bestimmten Platz stehen.
    Sie blickte auf den Rücken ihres Ehemannes, der sich nicht auf seine Lieblingsbank gesetzt hatte, sondern neben ihr stand und nach vorn schaute. Er hatte seinen Kopf leicht in den Nacken gelegt, sodass sein Blick zum Himmel gerichtet war, als gäbe es dort etwas Besonderes zu entdecken.
    Das war sicherlich nicht der Fall. Hin und wieder waren die Kondensstreifen von Flugzeugen zu erkennen, ansonsten blieb der Himmel leer.
    Sophie Blanc kannte ihren Mann lange genug, um zu wissen, dass er diese Momente brauchte. Des Öfteren ging er in den Garten, der für ihn ein Ort der Meditation war. Dort konnte er ganz für sich sein und seinen Gedanken nachhängen.
    Sophie lächelte. Sie wollte Godwin nicht stören. Er würde zurückkehren und sich zufrieden wieder in seine Betthälfte legen. Das war ihm gegönnt.
    So wie Godwin genoss auch sie die frische Nachtluft. Tief atmete sie ein und wieder aus. Es war für sie ein Labsal, und ihre Lippen verzogen sich zu einem Lächeln.
    Godwin hatte am Rücken keine Augen. Dennoch hatte er gemerkt, dass sich etwas verändert hatte. Er drehte sich plötzlich um und schaute zum Schlafzimmerfenster hin. In der Öffnung zeichnete sich die Silhouette seiner Frau ab, der er zuwinkte.
    Sophie winkte ebenfalls und zog sich dann wieder zurück ins

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